Hallo zusammen,
ich bin ein absoluter Anfänger in der Katzenhaltung, das sag ich gleich vorweg. Ich bin aber mit Tieren aufgewachsen, wir hatten allerdings immer Hunde. Da ich wegen meiner Arbeitszeiten keinen Hund halten kann, habe ich 10 Wellensittiche und seit 4 Wochen eine Katze. Ich war, wie sicherlich viele andere, dem Irrtum erlegen, daß Katzen Einzelgänger seien und es ihnen nichts ausmacht, sie die Zeit, während man arbeitet, allein zu lassen. Nach sehr eifrigen Recherchen hat sich das nun als Fehler herausgestellt. In meinen Recherchen vor Anschaffung der Katze war das nicht überall wirklich deutlich, daß eine zweite Katze notwendig ist. Zuerst wollte ich auch, daß meine Kati Freigang bekommt. Dies habe ich aber verworfen, da ich keine ruhige Minute hätte, wenn sie nicht daheim ist. Das Risiko ist mir zu groß. Wie Kati vorher gehalten wurde, weiß keiner. Sie macht hier aber keine Anstalten, daß sie raus will. Ich engagiere mich seit einigen Jahren im Tierschutz, aber eben im Bereich der Vögel. Meine Vögel haben ein Zimmer, in das die Katze nicht hinein darf.
Unsere Wohnung ist leider sehr klein, momentan reicht der Platz nicht für 2 Katzen, ich könnte nicht mal ein zweites Katzenklo aufstellen. Aber die Wohnung ist bereits gekündigt, eine neue gefunden und der Umzug steht zum 1.11.11 auf dem Programm. So bald wir den Umzug über die Bühne haben, gibt es zu 100% eine zweite Katze. Es stellt sich aber die Frage, ob ich die Anschaffung trotzdem vorziehen soll und ob ihr meint, daß Katis Verhalten nur davon kommt, daß sie einsam ist oder ob ich andere Dinge falsch mache.
Kati ist momentan stundenweise allein, ich selbst bin ca 9h nicht zu Hause, aber meine Mutter arbeitet nur halbtags und hält sich dann in meiner Wohnung auf, damit die Katze nicht alleine ist. Kati ist also nie länger als 3h am Stück allein. Ich verlasse gegen 6:30 das Haus, meine Mutter kommt gegen 8:30 und bleibt so bis 11:30, dann kommt sie nochmal gegen 12:15 und bleibt bis 13:30, dann geht sie arbeiten. Ich komme gegen 16 Uhr heim.
Ich möchte euch nun beschreiben, wie sich meine Katze Kati in ihrem Verhalten im Laufe der 4 Wochen verändert hat. Ich mag meine Katze wirklich sehr. Wir haben sie aus dem Tierheim und sie ist auf ca 2 Jahre geschätzt.
Sie wurde uns als sehr schüchtern und zurückhaltend beschrieben, sie kam aber nach einer halben Stunde direkt zu uns und schmuste quasi ständig mit uns. In den ersten 2 Wochen schnurrte sie pausenlos und tretelte überall und bei jeder Gelegenheit auf uns rum. Sie hat kein einziges Mal gebissen oder gehauen. Kurzum war sie für mich als Anfänger die perfekte Katze. Kati durfte aus diesem Grund auch mit ins Bett, wo sie die ersten 2 Wochen ganz lieb und ohne irgendwas bei mir im Arm schlief. Kati war auch da schon sehr spielfaul, sie spielt mit absolut gar nichts, auch der Kratzbaum wird außer zum Kratzen mit Nichtachtung gestraft. Das einzige, womit man sie ab und zu für 5 in zum spielen bekommt, ist ein Laserpointer. Ansonsten liegt sie mehr oder weniger den ganzen Tag und die ganze Nacht rum. Sie schien das auch sehr zu genießen. Nun ist es so, daß sie ihr Verhalten mehr und mehr verändert. Sie schnurrt nur noch sehr selten, treteln tut sie nur noch auf einem Kuscheltier, obwohl wir es ihr nie verboten haben oder sie dafür bestraft haben. Dafür gibt sie eine Art Gurren von sich, das teilweise auch etwas jämmerlich klingt. Sobald man irgendwo sitzt, kommt sie nach wie vor an und legt sich auf einen, aber sie tretelt nicht mehr wie vorher und auch schnurrt sie nicht mehr sehr oft. Sie hat angefangen, unsere Füße zu jagen, wenn wir durch die Wohnung gehen, aber eben nicht immer. Außerdem reagiert sie mehr und mehr aggressiv, wenn sie einen Platz, auf dem sie liegt, verlassen muß. Manchmal läßt sie sich streicheln und wenn ich die Hand wegnehme, haut sie danach. Nicht richtig bösartig, so daß man bluten würde, aber man erschreckt sich.
Nachts ist es besonders schlimm. Sonst schnurrte sie immer, wenn sie ins Bett kam. Jetzt kommt sie nur noch, legt sich gleich hin und schlägt mit dem Schwanz. Manchmal, wenn man sich bewegt, haut sie uns ins Gesicht, faucht und rennt dann unters Bett. Sie ist uns auch schon mehrmals aus uns völlig unerfindlichen Gründen ins Gesicht gesprungen. Nicht so, daß man blutet, aber es tut schon weh. Sie faucht dann jedes Mal und ergreift die Flucht. Nachts und im dunkeln ist es schlimmer als tagsüber. Aber auch tagsüber kann es passieren, daß sie aus einem völlig unersichtlichen Grund plötzlich zuschlägt oder beißt. In manchen Situationen, ZB morgens, habe ich evtl eine Erklärung: Wenn der Wecker geht, stehe ich auf. Sie bleibt im Bett bei meinem Freund. Wenn er versucht aufzustehen, haut sie oder beißt ihn. Ich vermute, sie ärgert sich, weil sie eigentlich lieber hätte, daß wir liegen bleiben. Am Wochenende, wenn einer von uns liegen bleibt, macht sie das nicht. Auch wenn mein Freund zur Arbeit geht, bekomme ich, wenn ich mich auf den Weg mache, vorher entweder einen Biß oder einen Hieb ab, als ob sie nicht will, daß wir gehen. Manchmal macht sie es, wenn sie zb auf dem Schoß ist und man will aufstehen. Sie springt dann runter und beißt in den Fuß, aber nicht immer. Manchmal ist es aber völlig unerklärlich. Nachts macht mir das echt Angst. Sie will immer auf meinem Kissen liegen, aber es macht mir Angst, sie so nah am Gesicht zu haben. Sie liegt dann da und schaut mich an. Wenn ich mal tief atme, kann es schon zu viel sein und sie haut, aber manchmal eben auch nicht.
Zufrieden ist sie, wenn sie auf mir liegen kann und ich sie kraule.
Ich hab das Gefühl, sie wird mehr und mehr aggressiv. Ist das Dominanzverhalten? Oder ist das, weil sie gefrustet und einsam ist und niemanden zum spielen hat?
Ich habe schon regelrecht Angst vor ihr. Heute nacht habe ich sie, nachdem sie ohne Grund in meinen Finger gebissen hat und sich nicht vom Kopfkissen vertreiben ließ, aus dem Schlafzimmer ausgesperrt. Sie kratzt natürlich an der Tür. Es ist nun die 5te Nacht in Folge, in der ich nicht schlafe. So kann es nicht weitergehen. Ich mag sie aber auch nicht die ganze Nacht allein lassen, das tut mir auch irgendwie leid. Aber ich kann nicht schlafen, wenn ich ihr nicht trauen kann. Ich komme nicht in den Schlaf, da ich Angst habe, wieder von ihr gehauen zu werden. Ich hab auch Angst, daß sie irgendwas anstellt oder aus Frust irgendwohin pinkelt, wenn wir sie aussperren.
Ich weiß mir echt keinen Rat mehr, auch nicht wie ich sie strafen soll, wenn sie uns haut oder beißt. ich glaub, daß sie weiß, daß sie das nicht machen soll, da sie sofort von alleine flüchtet.
Im Grunde ihres Herzens ist sie eine ganz ganz liebe Maus, das glaub ich ganz sicher. ich weiß aber nicht, ob sie einfach unerzogen oder irgendwie verstört ist, weil sie alleine ist.
Bitte helft mir, wir haben echt schon Leidensdruck.