Hallo liebe Katzenfreunde! :grin:
Das ist mein erster Beitrag hier und ich wollte mich einerseits vorstellen, aber vor allem auch von unserem neuen Familienmitglied erzählen. Und: ich wollte euch mal zu dem Thema Rassen-Kombinationen befragen.
Schon seit einigen Jahren lebe ich mit zwei Maine Coon Schönheiten zusammen, die aber leider nicht mir, sondern meiner Mitbewohnerin gehören. Mit ihrer charmanten Art haben die beiden mir über die Jahre hinweg aber mehr und mehr Lust auf eine "eigene" Katze gemacht - endlich mal wieder.
Obwohl man die beiden Coonies einfach lieb haben muss, war mir klar, dass das vermutlich nicht die richtige Rasse für mich ist, denn - wenn ich ganz ehrlich mit mir war - wollte ich eigentlich schon gern eine richtig anhängliche Katze, die auch viel Temperament mitbringt. Und unsere Coonies haben eine gelassene, ausgeglichene Art und sind eher Gelegenheitsschmuser. Und so kam ich auf die
Siam-Katzen, eine Rasse, die mich sofort tief beeindruckte. Ich machte mich schlau, besuchte verschiedene Leute (und Katzen) und ließ mich beraten - meistens leider mit einem eindeutigen Ergebnis:
Siam und Maine Coon? Das passt auf keinen Fall. (wirklich, eine Dame hat mich gut 10 Minuten lang dafür ausgelacht :neutral

Dazu kam noch, dass gerade der Maine Coon Kater (kastriert, 3 Jahre) ein extrem charismatischer, aber leider auch recht dominanter Kerl ist. Aggressiv ist er zwar nicht, aber er ist einfach das geborene Einzelkind und sieht sich gerne als den Alpha-Löwen im Haus. Uns war klar, dass wenn eine Katze dazukommen würde, sie Selbstbewusstsein und Toleranz zugleich mitbringen müsste.
Ich war schon kurz davor, meine Katzen-Pläne erstmal auf Eis zu legen, als ich auf eine Anzeige stieß, in der
Siam-Mix-Kätzchen angeboten wurden. Das Ganze hatte fast einen Hauch von Schicksal, denn unter den 3 Kleinen war eines meine absolute Traum-Katze: Katerchen,
Siam-
Tabby, selbstbewusst, frech, verschmust... Und hatte sogar zufällig am gleichen Tag Geburtstag wie unser Chef-Kater.
Wir entschieden, dass wir es wenigstens mal versuchen wollten, lernten ihn kennen und nahmen ihn mit nach Hause.
Die Maine Coons machten ganz schön lange Gesichter, als ihnen klar wurde, was für ein Untermieter da eingezogen war, ohne sie um Erlaubnis zu fragen...
Viele Katzenkenner sind davon überzeugt, dass die einzig richtige Methode, Katzen aneinander zu gewöhnen, die direkte Konfrontation ist, doch aus - vielleicht unbegründeter - Sorge um den Kleinen ließen wir uns eine Menge Zeit und ließen es langsam angehen. Der Kleine lebte die ersten Tage in meinem Zimmer, ohne die beiden Großen. Ab und zu durfte mal rein gespäht werden, Schlafplätze + Gerüche wurden ausgetauscht, Leckerchen wurden verteilt - das ganze Programm! Nach einigen Tagen gab es dann das erste richtige Zusammentreffen im Wohnzimmer. Lief alles perfekt? Absolut nicht. Wurde gefaucht? Aber sowasvon! Beide Coonies waren extrem irritiert und gefühlsmäßig wohl irgendwo zwischen einem scheuen Reh und dem T-Rex aus Jurassic Park. :evil:
Was uns absolut vom Hocker riss, war der Kleine. Gustav, der Maine Coon Kater, bringt gut und gerne 7kg auf die Waage und ist eine ziemlich imposante Erscheinung - wenn er wirklich mal zu fauchen anfängt, jagt das selbst uns ein wenig Respekt ein. Und trotzdem zeigte der kleine
Siam-Kater, der zu diesem Zeitpunkt vielleicht ein Viertel von Gustavs Körpermasse hatte, nicht einmal einen Funken von Furcht und ließ sich kein bisschen einschüchtern. Nachdem Gustav dann über seinen angebrochenen Stolz hinweg kam, verstanden sich die beiden rasch immer besser.
Jemand hat hier mal geschrieben, dass Kater einfach anders spielen als Katzen und seit ich diese beiden Kater zusammen beim spielen erlebt habe, bin ich fest davon überzeugt, dass da was dran ist. Die andere Maine Coon, Emma, hatte immer so ihre Probleme mit Gustavs wilder Art zu spielen. Oft fing es ganz unschuldig an und irgendwie hat sie sein Verhalten dann falsch interpretiert. Aus Spaß wurde dann plötzlich ernst und am Ende saß sie dann genervt auf einem Schrank, während Gustav frustriert herumtigerte...
Ich glaube, in dem kleinen - noch immer namenlosen -
Siam-Kater hat Gustav den Spielgefährten gefunden, den er brauchte: einen unerschrockenen, frechen Kumpel, der nichts persönlich nimmt und unendlich viel Ausdauer hat. Übrigens ist Gustav trotzdem ziemlich sanft mit dem Kleinen und nimmt Rücksicht.
Natürlich kann man nicht sagen, ob das immer so bleiben wird zwischen den beiden. Irgendwann ist der "Baby-Bonus" weg und sobald der kleine Kater geschlechtsreif & später dann kastriert wird, kann sich da noch einiges ändern.
Trotzdem wollte ich diese Erfahrungen hier mal so in den Raum schmeißen, da ich selbst sehr überrascht war, wie gut diese Katzen-Kombination funktionierte. Ich musste immer wieder die Erfahrung machen, dass es heißt, man könne gewisse Katzenrassen einfach nicht kombinieren. In manchen Fällen mag das zutreffen, doch trotzdem finde ich es falsch, alle Katzen über einen Kamm zu scheren.
Eine Katze hat schließlich auch unabhängig von ihrer Rasse ihren eigenen Charakter. Und "unterschiedlich" muss nicht immer "schlecht" heißen. Durch den kleinen
Siam-Kater wird der sonst eher träge Gustav mal etwas aufgerüttelt und umgekehrt hat seine gemütliche, ruhige Natur auch wieder einen positiven Einfluss auf die aufgedrehten Phasen des Kleinen.
Wie seht ihr das? Meint ihr, es gibt absolute NoGo-Kombinationen oder glaubt ihr, dass theoretisch alles mögich ist?
Hält hier sonst noch wer verschiedene Rassen auf einmal?
Und hat vielleicht noch jemand eine
Siam - Maine Coon Truppe zu Hause?
Liebe Grüße
Romilda