Ich kann Dir da auch ein bisschen helfen, denn wir haben ja grade erst einen Wurf in ihr neues zu Hause gebracht.
Zunächst einmal: Normalerweise macht jeder Züchter seinen Kaufvertrag selber. Der eine besser und der andere schlechter. Deshalb variieren die auch sehr stark in Ihrem Aussehen, denn man will sich ja von anderen Züchtern auch unterscheiden. Vereine geben ihren Züchtern meines Wissens nach keine Vertragsvorlagen - sie
empfehlen lediglich den Abschluss eines Kaufvertrages. Was der Züchter dann reinschreibt, bleibt ihm überlassen.
Wichtig: Bevor Du den Kaufvertrag unterschreibst lies ihn sorgfältig durch und frag sofort nach, sobald irgendetwas unklar ist. Nicht, dass Dir am nächsten Tag eine Waschmaschine ins Haus flattert

Grundsätzlich muss bei so einem Vertrag immer alles bis auf kleinste Detail beiderseitig klar sein. Ein guter Züchter, in meinen Augen, zeigt auch die Bereitschaft, die eine oder andere Klausel etwas umzuschreiben oder nach Deinen Wünschen anzupassen. Das ist halt eine Sache der individuellen Absprache. Grundsätzlich gilt aber auch: Der Züchter hat sich ja etwas dabei gedacht, als er den Vertrag formuliert hat

Also nachfragen hilft
Zum Aufbau kann ich Dir soviel sagen:
Bei uns stehen ganz oben immer Züchter- und Käuferdaten. Postanschrift, E-Mail und auch Telefonnummer. Als nächstes identifizieren wir genau die Katze - Geschlecht, Name, Rasse, Farbvariante, Chipnummer, Zuchtbuchnummer und Verein, der den Stammbaum ausstellt.
Als nächstes muss festgehalten werden, ob das Tier als Zuchtkatze/Kater oder als Liebhabertier abgegeben wird - wichtig auch in Sachen Kaufpreis
Als nächstes regeln wir dann die Zahlungsabwicklung. Bei uns ist z.B. auch eine Anzahlung per Überweisung möglich, denn wir finden es relativ blöd einen Besucher direkt zu einer Reservierungsgebühr zu zwingen. So kann derjenige dann noch 1-2 Tage überlegen und abwägen und gibt uns dann einfach Bescheid, ob er anzahlt, oder nicht. Natürlich kann man das Geld auch mitbringen... kein Problem

Die Anzahlung, die Du erwähnst von 100 Euro ist echt quasi ein Schnapperl, denn wir nehmen da doch etwas mehr

Sollte man nach der Anzahlung dann noch zurücktreten wollen, dann ist, wie oben schon erwähnt wurde, diese Anzahlung leider futsch, denn wir investieren das Geld der Anzahlung z.B. in Impfung usw.! Von den Anzahlungen hat man also nur, je nachdem, wann wir das Geld bekommen, 1-3 Tage etwas - nämlich das gute Gefühl Geld im Schrank liegen zu haben

Mehr aber auch nicht.
Zurück zum Vertrag.
Als nächstes regeln wir dann die Gewährleistung und Haftung. Also das wir das Tier gesund übergeben. Dies wird durch Gesundheitszeugnis dann bestätigt. Wir haben aber noch zusätzlich für den Käufer eingebaut, dass er das Tier innerhalb von 3-4 Tagen einem Tierarzt seiner Wahl vorzustellen hat, denn seien wir mal ehrlich: Geh zu 2 verschiedenen TAs und du bekommst 4 verschiedene Meinungen über ein vermeintliches Krankheitsbild... der eine behandelt sofort und der andere schaut lieber nochmal genauer hin, bevor er falsch behandelt.
Dann schreiben wir rein, welche Papiere wir zu dem Tier mitgeben. Hierzu sollte unbedingt Stammbaum (Rassekatze ohne Stammbaum gibts nicht) und Impfbuch gehören. Wir erwähnen dabei explizit nochmal das Gesundheitszeugnis.
Danach folgen dann die Rechte und Pflichten des Käufers: Tierschutzgesetz beachten, artgerechte Haltung, KEIN FREIGANG (!!!), Besuchsrecht des Züchters und Mitnahmerecht bei Verstossen gegen Haltung usw., weitere Haftungsausschlüsse durch die Haltung, Nachweispflicht über den Verbleib der Katze bei Verkauf,Sterbefall des Besitzers oder ähnlichem, und auch die Verfahrensweise bei Versterben des Tieres oder drohender Einschläferung.
Dann setzen wir den Rückkaufpreis fest - natürlich nicht zum vollen Kaufpreis.
Dann regeln wir die Tierübergabe - wann, wo. Wir z.B. bringen unsere Tiere grundsätzlich selber ins neue zu Hause, denn der Käufer kann uns ja wer weiß was erzählen, wo er wohnt. Ich schau mir das lieber selber an und überzeuge mich, dass es dem/der kleinen dort auch gut geht. Und ich habe auch kein Problem damit, die Übergabe dann noch zu verweigern - auch dies ist im Vertrag erwähnt.
Dann noch schnell die Vertragsstrafen festgelegt, die bei den meisten Züchtern doch sehr empfindlich sind. Habe bisher nichts unter 1.000 Euro gesehen!!!!
Als nächstes dann noch die Salvatorische Klausel (Gerichtsstand usw.), ein Feld für spontane Bemerkungen und dann die Felder für die Unterschriften...
Alles in allem komme ich bei einem unserer Verträge, dann auf insgesamt 3 DIN-A4 Seiten

Dafür hat man dann aber auch wirklich beiderseitig fast alle Eventualitäten abgedeckt.
Hoffe, dass ich Dir weiterhelfen konnte
