Hallo, ich les gerade, dass es um
IBD geht :wink:
Ich hatte 16 Jahre lang eine Katze mit
IBD, und jetzt auch wieder ein Katerchen, das darunter leidet - daher hab ich ein bisschen Erfahrung damit. Hier das aus meiner Sicht wichtigste:
Ist die
IBD wirklich SICHER festgestellt worden? Es ist einerseits eine Ausschlußdiagnose (d.h. man schließt erst ganz viel andere KRankheiten aus, bevor man an
IBD denkt).
Eine
IBD kann sicher nur per Biopsie diagnostiziert werden. ICh beschreib mal, wie es damals bei Nini gelaufen ist. Nini kam mit 2 Jahren 1994 zu mir, vom Tierschutz. Meine aller-allererste Katze

Sie war sehr dünn und hatte schon anfänglich sehr dünnen Kot. Irgendwann konnte sie ihren Kot nicht mal mehr halten, es lief einfach nur so raus. Ich war andauernd beim Tierarzt mit ihr - nichts konnte gefunden werden. Geprüft worden ist so ziemlich alles an Parasiten (Würmer,
Giardien, Bakterien, Viren, sonstige Einzeller etc. pp. - NIX war da).
Auch innere Krankheiten (Leber, Niere, Herz, was auch immer) konnten nicht gefunden werden. Nini wurde von mir bekocht, Rohfleisch, alles hab ich versucht ... aber erfolglos. Von Ausschlußdiäten hatte ich damals keine Ahnung - und Internet gabs noch nicht (so ein Dinosaurier kann man sein ...)
NAch einem x-ten Umzug war ich wieder einmal bei einer neuen Tierärztin, in Bonn. Die sagte mir, es gäbe eine Krankheit namens
IBD, die könnte Nini haben. Man könne das aber nur mit einer kleinen Operation herausfinden. Diese könnte nur bei einem Spezialisten in Köln gemacht werden.
Da bin ich dann mit Nini hingefahren - mit Zug, Tram, Bus - war eine ziemliche Weltreise. Die Biopsie dauerte nicht lang, aber Nini hatte sehr an der Narkose zu knabbern.
Schließlich lag das Ergebnis vor: ganz klar
IBD. Geschwüre in Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm und Dünndarm. Extrem entzündet das Ganze. Großes Risiko, dass es in Krebs übergeht. Ich war völlig fertig!
Zurück in Bonn hieß es, eine Therapie zu finden. Die Tierärztin verordnete erst mal etwas gegen die viel zu starke Magensäure (Mups hiess das glaube ich, war ein Menschenpräparat).
Nini musste auch über eine lange Zeit Kortison bekommen, damit sich die Entzündung zurückbildet. Bei
IBD ist Kortison sehr hilfreich, aber man muss es natürlich immer überprüfen lassen. Nur so viel, wie nötig, und so wenig wie möglich.
Das Dauerpräparat, was sie über Jahre genommen hat, war ein Antibiotikum, welches in fast homöopathischer Dosis übers Futter gegeben wurde.
Mit diesen Medikamenten gin es Nini bald SEHR viel besser.
Blieb noch die Frage des Futters. Die Tierärztin in Bonn gab mir : Hills i/d Trockenfutter (klar, was sonst). Damals war
Trockenfutter das A und O! Es wurde damit auch ein wenig besser, aber ohne die Medikamente ging es nicht.
Eines Tages lebte ich wieder in einer anderen Stadt und das Hills
Trockenfutter war ausgegangen. Die neue Tierärztin hatte nur Royal Canin. Sie gab mir das Intestinal, zunächst als Trockenfutter (bitte nicht hauen!). Und das war der Hammer - damit ist Ninis Durchfall und auch das Erbrechen vollkommen weggegangen. Sie brauchte damit keine Medikamente mehr.
Klar, dass ich dann dabei geblieben bin.
Ninis Problem war zwar genetisch bedingt (
IBD ist genetisch, ähnlich wie Morbus Crohn und
Colitis Ulcerosa), aber die Ernährung spielte eine riesige Rolle.
Mein kleiner
IBD-Kater ist beschwerdefrei mit RC Sensitive oder Calm. Ich will aber vom Trockenfutter weg - und das ist gar nicht so leicht. Er verträgt auch Almo Nature Hühnchen (das kriegen alle hier, denn ich will die Bande vom
Trockenfutter entwöhnt und idealerweise irgendwann mal zum Barf kriegen).
Bei
IBD-Katzen muss man ganz, ganz langsam mit einer Futterumgewöhnung vorgehen. Aber auch dann klappts oft nicht.
Mein Rat an Dich:
Klär restlos ab, ob das eine
IBD oder was anderes ist. Frag Deinen Tierarzt nach einer Biopsie, was das kostet und ob er vorher andere Untersuchungen empfiehlt.
Wenn es
IBD ist: die klassische Behandlung durchziehen, bis das Tierchen beschwerdefrei ist.
Dann, wenn keine Darmreizung mehr vorliegt, kannst Du etwas - GANZ VORSICHTIG - mit Futter experimentieren.
Manche
IBD-Tiere vertragen Barf sehr gut. Bei meinen war es leider bisher nicht der Fall, aber ich geb das nicht auf.
Auch ist ganz wichtig, dass Du eine Allergie gegen spezielle Inhaltsstoffe abcheckst. In vielen Futtersorten sind Konservierungsstoffe drin, das kann schon reichen, um bei empfindlichen Tieren Durchfall auszulösen.
Berichte mal weiter! Ich drück Deinem Tierchen alle Daumen, das wird schon!