Trockenfutter vs. Nassfutter

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  • Trockenfutter vs. Nassfutter Beitrag #21
Ach du je. Wieder mal viel Chaos.

Also, um mit einem Irrglauben aufzuräumen: Die sogenannten Schlachtabfälle müssen ein bisschen differenziert betrachtet werden. Magen - ob nun Hühnchenmagen oder Kuhpansen: Wundervoll. Leber und Herz - prima. Lunge - recht nährstoffarm, aber prima Füllstoff (macht satt). Kopffleisch: Ein bisschen speichelig, recht fett, sehr gut. Talg: Unglaublich energiereich und wichtig. Haut: Toll. Knochen: Calcium- und Phosphorlieferant! Und nicht zu vergessen, der sehnige Verschnitt des Muskelfleischs, der nicht sonderlich appetitlich wirkt auf Menschen. All diese Schlachtabfälle sind wirklich gut und nährstoffreich für die Katze. Schlecht ist sowas wie Geflügelmehl, was hauptsächlich aus Federn und Krallen usw. besteht - Füllstoffen also. Also wenn irgendwo tierische Nebenprodukte draufsteht, dann muss man sich nicht notwendigerweise verschreckt abwenden.

Verschreckt abwenden sollte man sich aber eigentlich, wenn irgendwo Trockenfutter draufsteht. Prima Leckerchen, um sie im Fummelbrett zu verstecken, sonst nix. Man sollte immer bedenken, dass eine Katze mit einem Zungenschlag nur ca. 0,1 ml Flüssigkeit aufnimmt (das haben Physiker in den USA rausgefunden!), sprich, 10 mal mit der Zunge ins Wasser gehen muss, um auch nur einen einzigen Milliliter Wasser aufzunehmen. Selbst eine Katze, die scheinbar viel trinkt, nimmt vergleichsweise wenig Flüssigkeit auf. Nicht überbewerten, wenn ihr eure Katze oft am Wassernapf seht!
Trockenfutter ist echt nett für die Dosis: Definitiv die sauberste und geruchärmste Form der Fütterung. Man kann es bedenkenlos den ganzen Tag stehen lassen, es versaut den Boden nicht, die Tüte ist platzsparend und auch noch billig im Vergleich mit Dosenfutter (jaja, da bezahlt man unglaublich viel Geld für Wasser *ironieoff*).

Nachteil für den Besitzer: Er hat recht gute Chancen, recht schnell eine recht hohe Tierarztrechnung zu haben. Also, ich putze ja lieber....Denn: Letztendlich entzieht Trockenfutter dem Körper noch Flüssigkeit, statt ihm welche zuzuführen, damit es überhaupt verdaut werden kann. Da Katzen sowieso Wassersparer sind - sie trinken sehr wenig, nehmen Flüssigkeit primär über die Nahrung auf, und sie haben die Fähigkeit, den Harn stark zu konzentrieren (ihr biologisches Erbe als Wüstentiere, dazu könnt ihr ausführlich Stulles Thread lesen)...naja, ist der Wasserhaushalt von Katzen echt ein großes Thema. Ich kenne keine andere Tierart, bei der so häufig eine Dehydration festgestellt wurde beim Tierarzt wie bei unseren Minitigern.

Folge der Harnkonzentration - die in der Wüste eine Fähigkeit ist, die über Leben und Tod entscheiden kann - naja, ist, dass der Harn länger in der Niere bleibt, dichter angereichert ist mit den sogenannten urinpflichtigen Substanzen (ob das jetzt Abbauprodukte des Stoffwechsels sind, die aus dem Blut gefiltert werden oder der Überschuss an Mineralien und Spurenelementen, ist egal - nicht so gut). Und diese haben nunmal die Eigenschaft, nicht sonderlich angenehme Verbindungen einzugehen: Struvit- oder Oxalatsteine sind davon die bekanntesten. Unterstützt wird dieser Prozess der Steinbildung auch noch durch die Verschiebungen im pH-Wert, die durch die artfremden Nahrungsbestandteile im Trockenfutter ausgelöst werden. Das meiste pflanzliche Gedöns verschiebt den pH-Wert in den basischen Bereich, was bei Katzen NICHT gesund ist (pH-Wert der Katze soll zwischen 6 und 7 liegen, idealerweise zwischen 6,2 und 6,4). Zudem haben pflanzliche Proteine eine eher niedrige biologische Wertigkeit im Vergleich zu Fleisch. Die Katze muss diese niederwertigen Proteine abbauen, kann sie kaum verwerten. Der Abbau erfolgt über verschiedene Stufen (dazu wird Wasser benötigt) und schließlich wird das minderwertige Protein als Ammoniak über die Niere ausgeschieden. Zum Abbau dieser Stoffe werden allerdings wiederum hochwertige Aminosäuren benötigt, die eine Katze selbst nicht synthetisieren kann (Arginin sei hier zu nennen: Eine einzige argininfreie Mahlzeit ist für Katzen tödlich, weil eben der Abbau des Mists nicht funktioniert!) und diese muss sie mit der Nahrung, der nicht-pflanzlichen (!) aufnehmen.
Eine Nebenwirkung von diesem wasserintensivem Prozess der Verdauung und des Abbaus von Trockenfutter ist übrigens, dass der Kot fester wird - was hier nur bedeutet, dass eben weniger Wasser im Darm zur Verfügung steht. Also: Wer glaubt, den Durchfall seiner Katze durch Trockenfutter-Fütterung kuriert zu haben, irrt. Die Katze hat nur weniger Flüssigkeit zur Verfügung, um den Darm zu spülen. Und dieses Darmspülen hat einen Sinn und Zweck! Bspw. um die fiesen Erreger loszuwerden.

Der einzige Sinn und Zweck von pflanzlichen Bestandteilen sind eigentlich die Fasern, die einfach den Stuhlgang etwas besser machen, den Kot ein wenig weicher. Thats all.

Naja, und woraus besteht Trockenfutter: Wenn es hochkommt, aus 30% fleischlichem Anteil, 10% Wasser, bisschen Fett, und jede Menge Pflanzenstoffen. Sonst würde das überhaupt nicht als nette Kügelchen funktionieren.
Also: Zuwenig Wasser, zuwenig hochwertige Proteine, zu viele minderwertige Proteine, zuviel basische Substanzen. Hm.
Folge: Nierenschäden, Steinbildung, Harngrieß. Das wird schmerzhaft für das Tier und teuer für den Besitzer.

Ach ja, der Zahnputzeffekt. Wie sagt Stulle immer: Erklär mir mal die Funktionsweise des Scherengebisses.
Das funktioniert so einfach nicht, wie man sich das gerne vorstellt.

Danke, Mia, so schön geschrieben, ich inhaliere.


Nicht nur das pappen Heike. Einmal leicht mit. Den scharfen molareb das bröckchen berührt und schon knackt es. An den den des Zahnes kommt kein Trockenfutter zum Scheuern.

Danke, Tine, so schön geschrieben, ich lach mich tot. *NARF* ;-)
 
  • Trockenfutter vs. Nassfutter Beitrag #22
Hallo

Füttere lieber nur Nassfutter.
Trockenfutter ist nicht gut für die Zähne und auch nicht gut gegen Mundgeruch.
Wenn Katzen Trockenfutter fressen bleibt meistens was zwischen den Zähnen und genau dadurch bekommen sie Zahnprobleme und Mundgeruch.
Dazu kommt noch das sie früher oder später Nierenprobleme bekommen können.
Was bei Katzen nicht selten zum Tod führt.

Lg
 
  • Trockenfutter vs. Nassfutter Beitrag #23
Ich verzichte auch auf Trockenfutter, und meine beiden Katzis mögen das Nassfutter gerne. Habe sie allerdings auch bekommen, als sie noch ganz jung waren und konnte sie so problemlos an das Nassfutter gewöhnen.
Wenn dein Neuzugang aber absolut nichts mit Nassfutter anfangen kann, würde ich es zunächst unter das Trockenfutter mischen und wenn er das frisst den Nassfutter-Anteil langsam erhöhen.:-D
 
  • Trockenfutter vs. Nassfutter Beitrag #24
Oha, sehr viele Meinungen. Fragt man verschiedenste Spezialisten bekommt man ebenfalls genau diese verschiedenste Meinungen.

Mein Kater ist ein reiner Stubentiger: Ich teile die Meinung, dass eine Wohnungskatze nicht IMMER das Fressen präsent haben muß!!! Das ist doch kein ALL-YOU-CAN-EAT-ALL-THE-TIME-BUFFET :roll:

Er bekommt morgens Punkt 7 Uhr und Abends Punkt 19 Uhr Nassfutter. Leider jahrelang nicht unbedingt sehr hochwertig, eher mittelere Preisklasse, wobei ich das nun "pö a pö" auf eine hochwertige Nafukost umstelle. Da hat er Probleme mit, da er recht gewöhnt an sein Felix und Co. ist, aber ich habe keine Lust mehr ihn mit Konservierungsstoffen etc. vollzupumpen.

Trockenfutter bekommt er nur Abends ein kleine Ladung wenn ich ins Bett gehe. Das ist ein Ritual. Und hin und wieder als Leckerlie als Beschäfitigung. Da hat er keine Probleme bei der Umstellung auf das hochwertige Trockenfutter.

Er säuft trotzdem wie ein "Loch" :razz: Ich weiß was in den Wassernapf paßt daher weiß ich auch wieviel Wassermenge er aufnimmt. Alles top.

Ich würde nie auf eine komplette Trockenfutter Fütterung gehen. Und diese Geschichten wegen "Zähneputzen" etc. Das ist reine Werbepsychologie um uns Menschen zum Kauf zu animieren. Kennt ihr den probiotischen Joghurt mit den linksdrehenden Kulturen, der die Verdauung aktivieren soll? selbe Taktik! alles quatsch!! :lol:
 
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