Erst einmal ein herzliches Hallo ihr Lieben,
ich habe jetzt viel im Forum gelesen. Vieles macht mich noch trauriger, vieles macht mir aber doch auch ein klein wenig Mut.
Ich hab drei Katerchen, also bin Katzenmama von drei super tollen Buben. Mein Ältester "Krümi" und gleichzeitig Kleinster war ein Mülltonnenfund vom Tierheim vor 11 Jahren. Er hat eine ziemlich schwere Futtermittel- und Hausstaubmilbenallergie seit vielen Jahren, die wir aber doch relativ gut in Griff bekommen haben. Chronischer Durchfall der mal besser und mal schlechter war, kam dann auch noch vor 3 Jahren dazu. Wir waren bei vielen Tierärzten und niemand konnte ihm so wirklich helfen. Da er aber sonst ein aufgeweckter kleiner Kerl war und sich sein "Problem" auf´s Katzenklo konzentrierte und ihn nicht sonderlich zu stören schien konnten wir beide gut damit leben. Er bekam immer wieder Mittel für die Darmflora usw.
Vor drei Wochen dann wollte er nicht mehr so richtig fressen und nahm in kürzester Zeit rapide ab. Er hatte noch nie ein hohes "Kampfgewicht" und war mit seinen 3,5 Kg immer ein Zwerg, aber innerhalb von einer Woche hatte er nur noch 2,9 Kg. Er hat viel geschlafen, aber war sonst eigentlich fast wie immer. Tierarzt und Tierklinik stellten die Diagnose Tumor im Darm, Wassereinlagerungen im Bauchraum, Urinprobe schon extrem orange, da der Körper versucht die Giftstoffe abzubauen. Der Körper kann die Nahrung nicht mehr aufnehmen und in Energie umwandeln.
Was mich schwer schockiert hat, daß die Ärztin in der Klinik ihn eigentlich gleich einschläfern wollte. Ich hab sie gefragt, ob er den Schmerzen hätte und sie meinte nein. Ich hab ihr dann gesagt, daß ich ihn so in dem Zustand auf keinen Fall einschläfern lassen werde. Er ist zwar schwach und extrem mager, aber sonst nicht in einem Zustand der so einen Schritt rechtfertigen würde. Ich hab sie gefragt wie es jetzt weiter gehen wird und sie meinte es wird wohl ein körperlicher Verfall werden. Er bekam noch Spritzen und sie meinte, wenn es in 2 Tagen nicht besser ist, dann sollte man darüber nicht mehr nachdenken sondern handeln.
Das ist heute auf den Tag genau 2 Wochen her. Krümi hat gute Tage und auch nicht so gute Tage, wie das halt so ist, wenn man so krank ist. Er ist extrem verschmust und fordert jeden Tag seine Schmusestunden ein. Fressen geht auch wieder. Zwar keine großen Mengen, aber immerhin schafft er ein halbes Döschen am Tag. Sein Trockenfutter mag er überhaupt nicht mehr und so bekommt er halt immer das Futter auf das er gerade Lust hat. Er trinkt relativ wenig und bekommt von mir mit einer Spritze ab und zu ein wenig Wasser verabreicht, damit es nicht noch schlimmer wird.
Seit 5 Tagen hat er mein Kopfkissen für sich entdeckt und in Beschlag genommen und so sind meine Nächte extrem unruhig und der Schlaf fehlt mir. Ich bring es aber nicht über´s Herz ihn von seiner neuen Lieblingsstelle zu verbannen. Sobald er etwas entdeckt fängt er auch immer wieder zwischen drin an zu spielen. Gestern hat er unserem Siri die Fellmaus geklaut und ist mit seiner Beute abgezogen. Heute hat er einen Schnürsenkel für sich als Spielzeug auserwählt und ich hab über 20 Minuten mit ihm damit gespielt. Er ist halt sehr schnell erschöpft und schläft dann auch gleich wieder. Auch kann er nicht mehr hochspringen. Auf´s Bett und auf´s Sofa ist kein Problem, aber auf die Fensterbank und in seinen Schrank geht nicht mehr, da ihm einfach die Kraft dazu fehlt.
Oft seh ich ihn an und denke mir, ob ich nicht doch einen Fehler mache. Ob er nicht still vor sich hin leidet, ich es nicht merke und ihn unbewusst damit nur quäle. Als ich gestern gesehen habe wie er mit einem kleinen Lichtpunkt an der Wand gespielt hat und ihn versucht hat zu fangen, hab ich zu meinem Mann gesagt, daß man ihn doch so in diesem Zustand auf keinen Fall einschläfern lassen kann. Heute Nacht dann wieder, als er so extrem unruhig war und 100 x die Schlafposition gewechselt hat, kamen wieder solche Zweifel in mir auf.
Ich bin extrem traurig und weiß nicht, ob ich das Richtige mache. Ich hab später dann noch einmal Termin beim Tierarzt und möchte ihn noch fragen, ob ich für Krümi vielleicht noch irgendwelche Vitamine und Aufbaumittelchen bekommen kann. Keiner kann mir sagen wie viel Zeit mir mit ihm noch bleibt, aber ich möchte ihm diese so schön wie nur möglich machen.
Was kann ich sonst noch tun? Wie kann ich es ihm denn sonst noch schön machen?
Ich bin zumindest schon mal froh, daß meine anderen zwei Rabauken ihn nicht noch drangsalieren. Siri kommt oft bei ihm vorbei wenn er schläft und schaut nach ihm. Dann leckt er ihm den Kopf und geht wieder. Bärchen hat´s nicht so mit ihm und wird von Krümi auch immer wieder nur angeknurrt, aber sie sind trotzdem friedlich. Ich glaub das liegt auch daran, daß Bärchen immer so ungestüm ist und immer nur mit der Tür ins Haus fällt. Das ist Krümi einfach zuviel des Guten. Nachts sind alle drei oft die besten Freunde und es gibt einen Katzenhaufen in der Mitte vom Bett, bei dem oft niemand weiß wo eine Katze anfängt und die nächste aufhört.
Vielleicht hat jemand von euch noch einen Rat für mich?
LG
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