Natürlich meine ich eher die Konsequenzen davon, dass die Natur 'übergangen' wurde und Luna im Grunde mit aller Macht am Leben gehalten wurde, obwohl sie nicht lebensfähig war.
Ich denke ja, dass ist hier die Kernfrage deines Threads. Das ist ein interessanter Ansatz, mit dem ich mich als Züchter natürlich auch schon öfter befasst habe.
Züchter erleben es in der Regel immer mal wieder, dass ein Katzenbaby von Anfang an von der Mutter "aussortiert wird". Während alle anderen ruhig bei der Mama kuscheln, wird das eine von Mama quasi in eine andere Ecke gebracht - oder gleich aus der Wurfkiste geschmissen.
Und von vielen Berichten anderer Züchter weiß ich, dass man in diesem Fall keine Chance hat. Die Mama hat ein untrügliches Gefühl dafür, dass mit dem Kitten was nicht stimmt. Hier kann man als Züchter in der Regel versuchen was man will - die sterben meist in den ersten Lebenstagen.
Bessere Chancen hat man, wenn die Kitten älter sind - aber für mich stellt sich inzwischen die Frage, wieviel Eingriff ist legitim? Zuletzt hatte ich ein Kitten, dass mit fünf Tagen eine unspezifische Infektion bekam. Es nahm ab und wurde ganz "schlapp". Keine Frage - ohne Eingreifen wäre es innerhalb weniger Stunden verstorben. Die einzige Chance - Breitband-AB und Cortison. Ich habe dieses Katzenkind durchbekommen - inzwischen ist es zweieinhalb Jahre alt und gesund.
ABER eine TÄ, die früher mal selbst gezüchtet hat, berichtete mir von ihren Erfahrungen. Und sie meinte, in der Regel werden Katzen, die man in so frühem Alter mit so radikalen Mitteln, dem Tod quasi von Schippe gezogen hat, niemals ein auch nur annähernd normales Lebensalter erreichen. Weil man mit dem Cortison den Aufbau eines normalen Immunsystems zerschossen hat - und mit dem AB langfristig Knochen- und Gelenkprobleme verursacht hat.
In diesem Zusammenhang stellt sich für mich dann die Frage: Wieviel Eingriff ist legitim? Wäre es nicht vielleicht besser, nicht zu versuchen, gegen die Natur zu arbeiten? Ist es wirklich sinnvoll, eine Kitten mit allen Mitteln zu retten, wenn sich in der Spätfolge eine möglicherweise schmerzhaft Krankheit einstellt, die zum frühen Tod führt?
Nicht, dass ich für mich wirklich eine Antwort gefunden hätte - aber vielleicht hat ja auch hier noch jemand eine Meinung dazu??