• Wenn dein Tier krank ist oder erscheint, suche bitte immer erst den Tierarzt auf, bevor du hier Rat und Hilfe suchst. Wir alle hier sind Laien, können und dürfen keinen Tierarzt ersetzen oder gar Ferndiagnosen stellen, das wäre unverantwortlich. Erst wenn du die Diagnose eines Tierarztes hast, kannst du hier nach Erfahrungen oder Tipps fragen, die du eventuell für deinen Tierarzt mitnehmen kannst. Bei der Suche nach einem Tierarzt, vor allem Notärzten in der Nacht oder am Wochenende, könnten wir aber behilflich sein.

Spätfolgen Flaschenaufzucht

Diskutiere Spätfolgen Flaschenaufzucht im Sonstige Erkrankungen Forum im Bereich Katzenkrankheiten; Hallo! Ich muss noch mal um Erfahrungsberichte und Hilfe bitten. Unsere Luna (Maine Coon, 6 1/2 Monate alt) wurde vor 2 Wochen wegen einem...
  • Spätfolgen Flaschenaufzucht Beitrag #1
EmiliaR

EmiliaR

Beiträge
772
Reaktionspunkte
10
Hallo!

Ich muss noch mal um Erfahrungsberichte und Hilfe bitten.

Unsere Luna (Maine Coon, 6 1/2 Monate alt) wurde vor 2 Wochen wegen einem Darmverschluss operiert. Eigentlich ging es danach besser. Heute musste ich sie allerdings wieder in die Tierklinik bringen, weil sie gestern zweimal erbrochen hat und insgesamt sehr apathisch ist.
Der Tierarzt hat noch mal Röntgen- und Ultraschallbilder gemacht und gesehen, dass der gesamte Darm sehr aufgebläht und voller Luft ist. Zudem hat sie eine zu niedrige Temperatur. Daher musste sie zur Beobachtung da bleiben und liegt jetzt in einem Wärmebettchen. Immerhin wird aber jetzt ein Blutbild gemacht.

Luna ist eine Flaschenaufzucht. Sie hat von Anfang an nicht bei der Mutter getrunken und wurde daher von der Züchterin gepäppelt. Sie hat auch seit sie bei uns ist immer sehr breiigen Kot gehabt. Wir haben das auf Stress, Futtermittelallergien, zu viel Wurmkuren und sonstwas geschoben, weil sonst nichts festgestellt wurde.
Nachdem der Tierarzt heute gefragt hat, ob mit Luna sonst schon mal irgendwas war und ich sagte, dass sie eine Flaschenaufzucht war, meinte er, dass es auch sein kann, dass mit ihr generell irgendwas nicht stimmt und sie in der Natur deshalb auch gar nicht überlebt hätte.
Wir haben da natürlich auch schon drüber nachgedacht.

Kann es quasi 'Spätfolgen' einer Flaschenaufzucht geben? Weiß da irgendjemand etwas drüber?

EDIT: Da es zu Missverständnissen kam: Ich meine nicht, dass die Flaschenaufzucht Probleme verursacht hat, sondern dass die Probleme die erst die Flaschenaufzucht von Nöten gemacht haben, irgendwann wieder auftraten.
Hat irgendjemand eine Flaschenaufzucht zu Hause und sieht auch gesundheitliche Probleme (Magen-Darm-Probleme, schwaches Immunsystem, Anfälligkeit etc) im Vergleich zu seinen anderen Katzen?
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Spätfolgen Flaschenaufzucht Beitrag #2
Die Flaschenaufzucht selber ist vermutlich nicht das Problem sondern eher die Tatsache, das die Maus damals nicht selber bei der Mutter getrunken hat und die frage warum...
 
  • Spätfolgen Flaschenaufzucht Beitrag #3
Nachdem der Tierarzt heute gefragt hat, ob mit Luna sonst schon mal irgendwas war und ich sagte, dass sie eine Flaschenaufzucht war, meinte er, dass es auch sein kann, dass mit ihr generell irgendwas nicht stimmt und sie in der Natur deshalb auch gar nicht überlebt hätte.
Wir haben da natürlich auch schon drüber nachgedacht.

Kann es quasi 'Spätfolgen' einer Flaschenaufzucht geben? Weiß da irgendjemand etwas drüber?

Über Spätfolen kann ich leider nicht viel sagen, aber ich denke eher dass euer Tierarzt nicht von Spätfolgen gesprochen hat, sondern eher davon dass das Kätzchen eigentlich nicht lebensfähig gewesen wäre, wenn es nicht mit der Flasche aufgezogen worden wäre und da irgendwelche Krankheiten/Defekte hat.
 
  • Spätfolgen Flaschenaufzucht Beitrag #4
Okay, dann habe ich das falsch formuliert.
Natürlich meine ich eher die Konsequenzen davon, dass die Natur 'übergangen' wurde und Luna im Grunde mit aller Macht am Leben gehalten wurde, obwohl sie nicht lebensfähig war.

Ich meine nicht, dass die Flaschenaufzucht Probleme verursacht hat.

Mich interessiert, ob irgendjemand schon mal beobachtet hat, dass man Kitten per Flaschenaufzucht erstmal augenscheinlich durch bekommt, dann aber irgendwann sieht, dass sie abbauen und arge gesundheitliche Probleme bekommen.
 
  • Spätfolgen Flaschenaufzucht Beitrag #5
Ich hab das schon oft gehört, nicht nur bei Katzen. Also dass die Mutter das Kleine nicht mehr wollte, weil sie wohl gespürt/gewusst hat, dass es - ich weiß es klingt blöd - verschwendete Ressourcen wären, das Kleine aufzuziehen, weil es sowieso bald stirbt. Schließlich gibts andere Nachkommen, die die Milch etc. dringen brauchen, und bessere Chancen haben.

War das nicht bei dem Eisbären auch so? Mutterbär wollte Knut nicht, er wurde per Flasche aufgezogen, und starb nach ner Zeit an irgendwas was schon bei der Geburt da war. Irgendwie so, hab mich nicht genau damit befasst.
 
  • Spätfolgen Flaschenaufzucht Beitrag #6
Das ist mal ein interessantes Thema!

Leider kann ich Dir in Bezug auf Katzen da keine Erfahrungen weitergeben;
aber bezüglich der Schafe sehr wohl.

Wenn ein neugeborenes Lamm, aus welchen Gründen auch immer, nicht von der Mutter angenommen wurde, haben wir dies natürlich mit der Flasche großgezogen. Besser war jedoch eine Amme.
Die Flaschenkinder hatten daraufhin immer wieder Probleme mit Durchfall, und anderen Symptomen wie
Untergewicht, schlechte Konstitution usw.

Doch die Folgen einer Flaschenaufzucht waren offensichtlich nicht nur die daraus Resultierenden, sondern viele meinten auch, das läge daran, daß die Mutter es eventuell aus natürlichem Instinkt nicht angenommen hätte.
Sprich, sie hätte eine gewisse Anormalität des Babys dazu veranlaßt.

Natürliche Auslese so zu sagen.

Ich denke, daß dies bei allen Tieren vorkommt.

Vielleicht hat hier Jemand noch wissenschaftliche Berichte dazu.
 
  • Spätfolgen Flaschenaufzucht Beitrag #7
Mich interessiert, ob irgendjemand schon mal beobachtet hat, dass man Kitten per Flaschenaufzucht erstmal augenscheinlich durch bekommt, dann aber irgendwann sieht, dass sie abbauen und arge gesundheitliche Probleme bekommen.
Nicht immer, aber es kann vorkommen! Vorallem bei Kitten, die nur deswegen durch
gekommen sind, weil wirklich alle medizinischen Möglichkeiten ausgereizt wurden bei
der Handaufzucht... zum Teil mit täglichen Tierarztbesuchen in den ersten Wochen.

Genau genommen handelte es sich um einen Wurf, bei dem die Kitten mit 4 Wochen
von den Tierärzten aufgegeben wurden (nachdem wir bis dahin täglich am Kämpfen
um deren Leben waren). Wir bekamen sie groß... aber im Alter von 5 und 6 Monaten
starben trotzdem 2 von 4 Kitten. Der eine Kater wegen einer Darminvagination und
der andere Kater an FIP (eventuell ausgelöst durch die ganzen Tierarztbesuchen in
den ersten Lebenswochen, das war ein großer Stress für die Kitten).
 
  • Spätfolgen Flaschenaufzucht Beitrag #8
Hi,
meine Katze Mü ist ein Teil-Flaschenkind (ab der 4.Woche) und soweit fit. Sie ist inzwischen 14 Jahre alt..eine Katze meiner Eltern war eines und wurde 20 Jahre alt und war topfit.
Natürlich können ohne Biestmilch Probleme mit dem Immunsystem entstehen. Aber ich glaube die Folgen einer Flaschenaufzucht sind eher psychologischer Natur, heißt, die Bindung zum Menschen ist vielleicht zu stark ausgeprägt und die Flaschenkinder kommen möglicherweise mit Artgenossen schlechter klar.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass die übermässige Entwurmerei damit zu tun haben könnte. Das ist mir jetzt bei Anzeigen von Rassekatzen aufgefallen, dass es scheinbar üblich ist, die Kitten im Alter von wenigen Wochen mehrfach zu entwurmen.
Im Moment hab ich ein 3 Wochen altes Kitten, dass ich mit der Flasche großziehe (von der Nachbarin im Garten gefunden). Sie entwickelt sich außerordentlich gut. Ich versuche darauf zu achten, dass sie viel Kontakt zu Artgenossen bekommt, da sie keine Geschwister hat und sie sonst nur Menschen kennenlernt.
Ich denke ebenso, dass viele Katzenmütter die Babys ablehnen, weil sie spüren, dass die Kleinen krank sind.Oder sie sind zu jung und überfordert und lehnen dann ein oder mehrere Kitten ab.
Anders ist es wenn die Mutter einfach keine oder zuwenig Milch hat.
Bei meiner Suki ist die Sache einfach dumm gelaufen. Die Mama hat sich einfach einen denkbar blöden Platz zum Werfen gesucht ^^
LG Fin
 
  • Spätfolgen Flaschenaufzucht Beitrag #9
Die 6 Kätzchen meiner Bekannten wurden auch bereits ab einem Alter von 14 Tagen komplett per Flasche aufgezogen, weil die Katzenmutter vom Auto überfahren wurde.

Diesen Kätzchen geht es sehr gut, sie haben keine Spätfolgen oder Ähnliches, sind jetzt 2 Jahre alt.

Aber diese Kätzchen wären von der Mutter gesäugt worden, wenn sie nicht so früh gestorben wäre. Es waren also "gesunde" Katzenkinder...

Es könnte bei deiner Katze tatsächlich sein, dass die Katzenmutter gemerkt hat, dass dem Kätzchen was fehlt und es deshalb nicht gesäugt hat.

Ich kenne aktuell nur ein Beispiel bei einem Lamm. Es wurde mit einer Behinderung geboren (verkrüppelter Vorderfuß, konnte nicht stehen) und wurde sofort von der Mutter verstoßen und nicht gesäugt. Als meine Bekannte das Lämmchen dann zur Mutter getragen und in die Höhe gehoben hat, dass es trinken kann ... hat sich das Mutterschaf sehr gewehrt und ließ es nicht trinken.

Ich war echt erstaunt, wie "Mutter Natur" das eingerichtet hat ... denn es ist klar, das Lamm hätte keine Überlebenschancen in der Natur, weil es ja nicht mal laufen kann ... es wird jetzt per Flasche aufgezogen udn hat auch immer wieder Durchfall, wobei das wahrscheinlich mehr auf die Ersatzmilch bzw. Ziegenmilch, oder was auch immer es bekommt, zurückzuführen ist.

Viel Glück, deiner Katze!
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Spätfolgen Flaschenaufzucht Beitrag #10
Mein erstes Kätzchen kam mit vier Wochen zu mir. Es war vom Bauernhof und sollte getötet werden. Ich habe es mit der Flasche großgezogen. Sissy wurde eine wunderschöne Katze war aber immer krank. Sie hatte viel zu wenig Abwehrstoffe. Sie starb mit 13,5 Jahren an Nierenversagen.
 
  • Spätfolgen Flaschenaufzucht Beitrag #11
Vielen Dank an alle für die ausführlichen Antworten.
Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass Luna irgendwas hatte und deshalb verstoßen wurde/ bzw. zu schwach zum trinken war. Ich bin sehr gespannt, was der Tierarzt heute um 18h sagt, wenn ich anrufe...

Ich habe einfach echt Angst, dass es ihr richtig, richtig schlecht geht. Wenn man bedenkt, dass Katzen es ja eigentlich nicht zeigen, wenn sie Schmerzen haben oder krank sind, ist es jetzt schon erstaunlich wie apathisch und langsam Luna ist. Selbst als sie den Darmverschluss hatte, hat sie zwischen dem Erbrechen (10x in 2 Stunden) immer wieder Vögel beobachtet und geschnattert. Seit gestern liegt sie nur rum, hat die Augen kaum aufbekommen und bewegt sich in Zeitlupe. :f025:

@MCO: Das ist wirklich interessant:
Genau genommen handelte es sich um einen Wurf, bei dem die Kitten mit 4 Wochen
von den Tierärzten aufgegeben wurden (nachdem wir bis dahin täglich am Kämpfen
um deren Leben waren). Wir bekamen sie groß... aber im Alter von 5 und 6 Monaten
starben trotzdem 2 von 4 Kitten. Der eine Kater wegen einer Darminvagination und
der andere Kater an FIP (eventuell ausgelöst durch die ganzen Tierarztbesuchen in
den ersten Lebenswochen, das war ein großer Stress für die Kitten).

Luna ist jetzt auch gerade 6 Monate und hatte vor 2 Wochen die Darminvagination.
Die OP hat sie überlebt und eigentlich ging es auch jetzt erstmal gut, aber seit letzten Donnerstag (8 Tage nach OP) wieder nicht. Am Donnerstag hat sie einmal erbrochen, aber der Tierarzt meinte, es kann sein, dass sie zu viel gefressen hat und der Darm noch nicht so belastbar ist. Seit Sonntag ist es aber noch schlimmer.

Ich weiß, dass eine Schwester von ihr schon 4.2 kg hat, Luna wiegt gerade mal 2.1 kg. Das ist schon krass. :(
 
  • Spätfolgen Flaschenaufzucht Beitrag #12
Ich denke, es kommt immer darauf an, warum Katzen mit der Flasche groß gezogen wurden. In den meisten Fällen ist es ja so, das dies im Tierschutz passiert, weil keine Mutter da ist.
Wie das aussieht, wenn die Mütter die Zwerge verstoßen, ist dann der zweite und hier wohl als relevant zu betrachtende Bereich.
 
  • Spätfolgen Flaschenaufzucht Beitrag #13
Luna ist jetzt auch gerade 6 Monate und hatte vor 2 Wochen die Darminvagination.
Die OP hat sie überlebt und eigentlich ging es auch jetzt erstmal gut, aber seit letzten Donnerstag (8 Tage nach OP) wieder nicht. Am Donnerstag hat sie einmal erbrochen, aber der Tierarzt meinte, es kann sein, dass sie zu viel gefressen hat und der Darm noch nicht so belastbar ist. Seit Sonntag ist es aber noch schlimmer.
Bei einer Darminvagination sind die ersten 1-2 Wochen immer besonders kritisch. Es
wundert mich gerade etwas, dass Luna schon normal fressen durfte?

Leider ist es außerdem so, dass Darminvaginationen wiederkehren können, auch das
sollte der Tierarzt ausschließen. Maine Coons haben übrigends generell ein erhöhtes
Risiko an einer Darminvagination zu erkranken als andere Rassen - warum das so ist,
weiss man im Moment noch nicht, allerdings wird gerade eine Studie dazu gemacht!
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Spätfolgen Flaschenaufzucht Beitrag #14
Hallo,

meine Mini ist eine Handaufzucht vom 2. Tag an. (Mutter Wildling wurde während der Geburt gestört und bekam an anderer Stelle noch mehr Junge und kam nicht zurück)

Mini wird jetzt 4 Jahre alt und ist (toi, toi, toi) top fit und gesund.
Wie das mit zunehmendem Alter wird, weiß man aber nicht.

Grüße fuzzy
 
  • Spätfolgen Flaschenaufzucht Beitrag #15
Bei einer Darminvagination sind die ersten 1-2 Wochen immer besonders kritisch. Es
wundert mich gerade etwas, dass Luna schon normal fressen durfte?

Leider ist es außerdem so, dass Darminvaginationen wiederkehren können, auch das
sollte der Tierarzt ausschließen. Maine Coons haben übrigends generell ein erhöhtes
Risiko an einer Darminvagination zu erkranken als andere Rassen - warum das so ist,
weiss man im Moment noch nicht, allerdings wird gerade eine Studie dazu gemacht!

Sie durfte gut verdauliches, schonendes Futter fressen. Leider hat der Tierarzt nur das hypoallergene Futter von Royal Canin und Hills empfohlen. Da beide Hersteller ja nicht wirklich tolles Futter kreiert haben, durchsuche ich das Internet seit 10 Tagen nach hypoallergenem Futter. Dieses muss aber auch hydrolisiertes Protein haben und nicht nur 'auf eine einzige Proteinquelle' reduziert sein, wie das bei den meisten 'hypoallergenen' Futtersorten ist.
Mit dem Futter lief es auch eigentlich ganz gut. Verdauungsmäßig war alles top (besser als vor der OP). Da es das hypoallergene von RC aber nur als Trockenfutter gibt habe ich dann recht schnell Sorge wegen Flüssigkeitsausgleich gehabt. Wir sollte aber auch nicht direkt wieder auf das Grau-Futter umstellen.

Was würdest du den als Fütterungsplan empfehlen?
 
  • Spätfolgen Flaschenaufzucht Beitrag #16
Natürlich meine ich eher die Konsequenzen davon, dass die Natur 'übergangen' wurde und Luna im Grunde mit aller Macht am Leben gehalten wurde, obwohl sie nicht lebensfähig war.

Ich denke ja, dass ist hier die Kernfrage deines Threads. Das ist ein interessanter Ansatz, mit dem ich mich als Züchter natürlich auch schon öfter befasst habe.
Züchter erleben es in der Regel immer mal wieder, dass ein Katzenbaby von Anfang an von der Mutter "aussortiert wird". Während alle anderen ruhig bei der Mama kuscheln, wird das eine von Mama quasi in eine andere Ecke gebracht - oder gleich aus der Wurfkiste geschmissen.

Und von vielen Berichten anderer Züchter weiß ich, dass man in diesem Fall keine Chance hat. Die Mama hat ein untrügliches Gefühl dafür, dass mit dem Kitten was nicht stimmt. Hier kann man als Züchter in der Regel versuchen was man will - die sterben meist in den ersten Lebenstagen.

Bessere Chancen hat man, wenn die Kitten älter sind - aber für mich stellt sich inzwischen die Frage, wieviel Eingriff ist legitim? Zuletzt hatte ich ein Kitten, dass mit fünf Tagen eine unspezifische Infektion bekam. Es nahm ab und wurde ganz "schlapp". Keine Frage - ohne Eingreifen wäre es innerhalb weniger Stunden verstorben. Die einzige Chance - Breitband-AB und Cortison. Ich habe dieses Katzenkind durchbekommen - inzwischen ist es zweieinhalb Jahre alt und gesund.

ABER eine TÄ, die früher mal selbst gezüchtet hat, berichtete mir von ihren Erfahrungen. Und sie meinte, in der Regel werden Katzen, die man in so frühem Alter mit so radikalen Mitteln, dem Tod quasi von Schippe gezogen hat, niemals ein auch nur annähernd normales Lebensalter erreichen. Weil man mit dem Cortison den Aufbau eines normalen Immunsystems zerschossen hat - und mit dem AB langfristig Knochen- und Gelenkprobleme verursacht hat.

In diesem Zusammenhang stellt sich für mich dann die Frage: Wieviel Eingriff ist legitim? Wäre es nicht vielleicht besser, nicht zu versuchen, gegen die Natur zu arbeiten? Ist es wirklich sinnvoll, eine Kitten mit allen Mitteln zu retten, wenn sich in der Spätfolge eine möglicherweise schmerzhaft Krankheit einstellt, die zum frühen Tod führt?

Nicht, dass ich für mich wirklich eine Antwort gefunden hätte - aber vielleicht hat ja auch hier noch jemand eine Meinung dazu??
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Spätfolgen Flaschenaufzucht Beitrag #17
Hi,

Wieviel Eingriff ist legitim? Wäre es nicht vielleicht besser, nicht zu versuchen, gegen die Natur zu arbeiten? Ist es wirklich sinnvoll, eine Kitten mit allen Mitteln zu retten, wenn sich in der Spätfolge eine möglicherweise schmerzhaft Krankheit einstellt, die zum frühen Tod führt?

Der Gedanke ist durchaus angebracht. Von Nagern weiß ich allerdings, dass die durchaus einen Teil ihres Wurfes töten, einfach, weil sie überfordert sind mit der Anzahl der Welpen.Ich frage mich, ob es das bei Katzen auch gibt, wenn es sich zum Beispiel um den ersten Wurf handelt und das Muttertier einfach völlig unerfahren ist.
Vielleicht spürt eine Katze auch, ob sie in der Lage ist alle Welpen am Leben zu halten ausreichend zu ernähren.
Wenn sich allerdings zeigt, dass ein Kitten in jedem Fall krank ist, wäre es in jedem Fall angebracht, wenn man der Meinung ist, dass man ihm kein angemessenes, schmerzfreies Leben ermöglichen kann durch ein massives Eingreifen, es dann wenigstens schnellstens schonend zu euthanasieren und nicht alleine in einer Ecke liegend versterben zu lassen.
Das Problem ist einfach, dass man selbst gar nicht erkennen kann, ob und was mit dem aussortierten Kitten nicht stimmt und was die Beweggründe von Mamakatze sind.

Lg Fin
 
  • Spätfolgen Flaschenaufzucht Beitrag #18
Hi,



Der Gedanke ist durchaus angebracht. Von Nagern weiß ich allerdings, dass die durchaus einen Teil ihres Wurfes töten, einfach, weil sie überfordert sind mit der Anzahl der Welpen.Ich frage mich, ob es das bei Katzen auch gibt, wenn es sich zum Beispiel um den ersten Wurf handelt und das Muttertier einfach völlig unerfahren ist.
Vielleicht spürt eine Katze auch, ob sie in der Lage ist alle Welpen am Leben zu halten ausreichend zu ernähren.
Wenn sich allerdings zeigt, dass ein Kitten in jedem Fall krank ist, wäre es in jedem Fall angebracht, wenn man der Meinung ist, dass man ihm kein angemessenes, schmerzfreies Leben ermöglichen kann durch ein massives Eingreifen, es dann wenigstens schnellstens schonend zu euthanasieren und nicht alleine in einer Ecke liegend versterben zu lassen.
Das Problem ist einfach, dass man selbst gar nicht erkennen kann, ob und was mit dem aussortierten Kitten nicht stimmt und was die Beweggründe von Mamakatze sind.

Lg Fin

Hallo,

ich weiß aus der Literatur, dass es bei wildlebenden (und aus verantwortunglosen Gründen unkastrierte Bauernhof-) Katzen vorkommen kann, dass, wenn die Mütter noch sehr, sehr jung sind, ihre, meist kleinen, Würfe einfach zurücklassen - aus psychologischer Überforderung.

Des Weiteren: Muttertiere erkennen am Geruch ihres Wurfes, welche Kinder genetisch normal und gesund sind.
Das ist wie bei der menschlichen Partnersuche. Am Geruch erkennen wir, ob ein potentieller Partner genetisch weit genug entfernt ist, um mit ihm gesunde Nachkommen zu zeugen. Das ist sozusagen die natürliche (anscheinend nicht immer funktionale) Inzucht/Inzest-Barriere.

Und da liegt die Krux. Nicht immer funktioniert das. Deshalb kann man leider nicht mit Sicherheit sagen, ob ein von der Mutter 'verstoßenes' Junges wirklich nicht überlebensfähig ist. Deshalb muss man verfrühte Euthanasie moralisch ausschließen.

Ich denke, es ist besser - den Gedanken des potentiellen Todes im Hinterkopf behaltend - dem Tier Wärme, Zuneigung und Nahrung zu bieten und darauf zu achten, dass es, falls es wirklich ernsthafte Krankheitssymptome zeigt, nicht auf grausame Art und Weise am Leben gehalten wird. Ich denke, diese Entscheidung bleibt letzten Endes leider keinem verantwortungsvollen Züchter und Halter erspart.
So schwer es auch fällt.

Liebe Grüße an den Threatöffner. Ich hoffe, mit deiner Mietz wird noch alles gut.
 
  • Spätfolgen Flaschenaufzucht Beitrag #19
Und da liegt die Krux. Nicht immer funktioniert das. Deshalb kann man leider nicht mit Sicherheit sagen, ob ein von der Mutter 'verstoßenes' Junges wirklich nicht überlebensfähig ist. Deshalb muss man verfrühte Euthanasie moralisch ausschließen.

Ich hoffe, dass mein Post nicht so rüber gekommen ist, dass ich das tun würde. Ich weiß nur - leider aus einer eigenen und mehreren fremden Erfahrungen - dass noch kein Züchter ein Baby durchbekommen hat, was die Mutter sofort zielgerichtet aussortiert hat.

Natürlich versucht man in so einem Fall alles, füttert, wärmt usw. .... aber eben in der Regel ohne Erfolg. Nur bei offensichtlichen Defekten wie offener Rücken, Gaumenspalte usw. würde ich so ein Kitten einschläfern lassen.

Aber es ging ja auch eher um die Frage, in wie weit man noch sinnvoll eingreift, wenn so ein Tier zu einem späteren Zeitpunkt erkrankt. Insbesondere unter dem Aspekt, dass die einzigen wirkungsvollen Medikamente verherrende Spätfolgen haben können.

Grüße,
Nic
 
  • Spätfolgen Flaschenaufzucht Beitrag #20
Ein sehr gutes Thema .... ich habe mich mit vielen züchter unterhalten, und alle sagten mir das .. Christina wenn du kitten hast und du bekommst mit das die Mutter ein kitte an die seite tut , und du es immer wieder versuchst es ihr wieder zu geben, und sie es immer wieder weg tut von denn anderen kitten, lass es einschläfern , es bringt nichts es mit der flasche auf zu ziehen, weil es später nur krank ist und denn neuen halten machst du nur kosten und nicht Glücklich, klar ist was anderes wenn die mutter krank werd und die kitten 2 oder 4 wochen alt sind , davon war nicht die rede, das ist dann wieder was anderes .... ich glaube davor hat jeder züchter angst , wenn so was vor kommt , was man dann tut und ob man dann das richtige tut in so einen fall,

aber ich drück dir die daumen das du bald weisst was mit deinen liebling los ist und das dein liebling durch kommt ...
 
Thema:

Spätfolgen Flaschenaufzucht

Spätfolgen Flaschenaufzucht - Ähnliche Themen

Pflegi Bravah, ihre Darmvorfälle und der goldene Po... Wer hilft?: Bravah stammt ursprünglich aus Portugal vom Hof meiner Schwester. Sie ist eine der Mamakatzen von der letzten 7er Kittentruppe aus Portugal. Sie...
Autoimmune Polyneuropathie: Hallo zusammen, leider muss ich jedes mal, wenn ich hier im Forum schreibe, etwas schlimmes erzählen. Wir haben einfach kein Glück... Nachdem ich...
CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu: Hallo zusammen, ich habe mich entschieden einen extra Thread aufzumachen, auch wenn ich das Thema bereits in dem Thread meiner anderen Katze...
Komischer Gang und Nierenprobleme: Hallo Ihr Lieben, ich brauch auch mal wieder Ratschläge von Euch und hoffe Ihr habt Ideen für mich. Meine Luna knapp 5 Jahre alt hat seit...
Verdacht auf Tumor vor Magen: Hallo ihr Lieben, Diesen Beitrag erstelle ich post mortem für meinen geliebten Salem alias Bebi, nur 16 J, den ich kürzlich gehen lassen musste...
Oben Unten