So, ich hab jetzt den Artikel als Volltext und darin geht es, wie oben schon erwähnt, um die für
HCM ursächlichen Mutationen im Gen für das Myosin bindende Protein C3. Die entsprechenden Gene beim Menschen zeigen typischerweise eine niedrige und alterabhängige Penetranz. Für sie wurden schon mehrere modifizierende Gene und die dazu gehörigen Proteine identifiziert, die für die Penetranz eine Rolle spielen. Bei Katzen wurden diese modifizierenden Gene, die vermutlich für die unvollständige Penetranz und die Heterogenität des Phänotyps verantwortlich sind, noch nicht identifiziert.
In den bisherigen Studien wurden die Katzen nur einmalig untersucht und dabei vor allem jüngere Katzen, bei denen die
HCM womöglich noch nicht erkennbar war. Im März 2008 wurde das Italienische Register für feline
HCM von einem Netzwerk von Züchtern, Genetikern und Tierärzten gegründet, um gemeinsam die feline
HCM über einen längeren Zeitraum vor allem in Italien zu untersuchen.
Ergebnisse der Studie:
Es wurden 1855 Katzen (Rassekatzen und Hauskatzen) auf die Mutationen A31P, A74T und R820W untersucht.
A31P kommt nur bei Maine Coons vor. R820W nur bei Ragdoll, A74T bei fast allen Katze in unterschiedlicher Häufigkeit.
Untersucht wurden 502 MCOs aus Italien und 31 aus den USA. Die Häufigkeit für A31P war folgende:
Wildtyp 62% (Italien), 77,4% (USA
mischerbig 30% (Italien), 16,1 % (USA)
reinerbig 8% (Italien), 6% (USA)
Ragdolls (27 aus Italien, 25 aus USA) zeigten folgende Häufigkeiten für R820W:
Wildtyp 67% (Italien); 58,3% (USA)
mischerbig 32% (Italien), 37,5% (USA)
reinerbig 1% (Italien), 4,1% (USA)
Ergebnisse der Echocardiographie (Ultraschall):
Von 446 Katzen, die im Italienischen Register für feline
HCM erfasst waren, wurde sowohl ein Ultraschall als auch ein
Gentest gemacht.
Von
HCM betroffen waren:
Hauskatzen (37 untersuchte Katzen) 15,4%
MCO (232 untersuchte Katzen) 10,1%
Ragdolls (37 untersuchte Katzen) 2,9%
Bei den MCOs wurden die Ergebnisse außerdem nach
Genotyp und Alter aufgeschlüsselt. Dabei kam heraus, dass
HCM sowohl mit dem Alter der Katze als auch mit dem
Genotyp in Verbindung steht. Die für A31P reinerbigen Katzen (12 der geschallten Katzen) zeigten mit zunehmendem Alter eine deutliche Zunahme der
HCM-Fälle. Alle vier reinerbigen Katzen über 36 Monaten waren an
HCM erkrankt (mild, moderat oder schwer).
Bei den für A31P mischerbigen Katzen war die Penetranz geringer als bei reinerbigen. Aber immer noch höher als bei Katzen, die die
Mutation nicht trugen.
Wildtyp 0,05
mischerbig 0,08
reinerbig 0,59
(höchster Wert ist 1,0. Das bedeutet 100%ige Penetranz, Bsp. epistatisches Weiß)
Schlussfolgerungen der Autoren:
Basierend auf der vorliegenden und früheren Studien zeigte sich, dass bei für A31P mischerbige MCOs in dem Alter, in dem die Katzen üblicherweise zur Zucht eingesetzt werden, keine Hinweise für
HCM zu erkennen sind. Selbst reinerbige Katzen zeigten unter Umständen erst Hinweise für
HCM, wenn sie ins mittlere Alter kamen. Daraus folgt, dass Ultraschall allein vor allem bei jungen Katzen, nicht das allein entscheidende Kriterium für die Identifizierung von
HCM-verdächtigen Katzen sein sollte. Allermindestens sollten Züchter ihre Katzen gentesten lassen, um keine mischerbigen miteinander zu verpaaren und so Nachkommen zu produzieren, die
reinerbig für A31P sind.
wenn ich im Netz nachlesen kann das die eltern positiv geschallt sind, die Nachzucht auch positiv geschallt ist und diese im Stammi einer Katze zu finden sind, wieso schallen wir überhaupt noch, wenn es dann doch egal ist bei einer Zuchtkatze, was drin steckt?
darum ging es hier doch gar nicht. Natürlich dürfen Katzen mit
HCM nicht in der Zucht sein, ebensowenig alle direkten Nachkommen. Kein Verein erlaubt die Zucht mit an
HCM erkrankten Katzen und das dürfte selbst für Laien klar sein, dass damit nicht gezüchtet werden darf. Aber das hat hier auch niemand behauptet und das war bisher auch nicht Thema.
Ihr sagt Hertero oder Homozygot tiere müssen sofort aus der Zucht, aber wenn hcm positive Tiere im Stammi sind, was man im Internet nachlesen kann, dann darf das ignoriert werden? Ist das Risiko da geringer weil die N/N sind, oder mit welcher Begründung versuchst du mir zu erklären, das eine Katze mit so einem Stammi in der Zucht bleiben darf?
Zeig mir eine einzige Stelle, wo das hier irgendjemand behauptet hat. Mir ging es um die Präzisierung Deiner Frage. Natürlich kann man alle Katzen als Risiko ansehen, die in den letzten 5-6 Generationen einen bekannten
HCM Vererber im
Pedigree haben. Das ist dann der eine den man kennt. Geht man davon aus, dass 10% aller
MCO an
HCM erkrankt sind, dann sind das in nur 4 Ahnengenerationen (d.h. 30 Vorfahren) im Schnitt 3 erkrankte Tiere. Wieviele davon kennt man?