Hallo Juli,
Du hattest weiter vorne geschrieben:
Die logische Konsequenz für mich ist, solange es N/N Tiere gibt die positiv sind, solange es Homozygot Tiere gibt die nie HCM bekommen, solange ist der Gentest nichtaussagend.
Darauf hab ich mich bezogen, als ich das mit Deinen Vorstellungen von Genetik geschrieben habe. Für mich steckt da die Vorstellung dahinter, dass es ein Merkmal gibt (in unserem Falle
HCM), das durch ein bestimmtes Gen (hier A31P) verursacht wird. Ist das Gen da, bekommt die Katze
HCM, ist es nicht da, dann bekommt sie keine
HCM - d.h. Gen da = Merkmal da, Gen nicht da = Merkmal nicht da. Diese Vorstellung ist falsch, wenn man denkt dass das immer so ist.
Es stimmt so ein Stück weit für
PKD. Trägt eine Katze die PKD1-
Mutation, dann erkrankt sie auch an
PKD. Wobei es bei dieser Erkrankung auch so ist, dass es Katzen gibt, die nicht die bekannte PKD1-
Mutation tragen, trotzdem aber an
PKD erkranken. Wie bei
HCM gibt es weitere, noch nicht bekannte Mutationen. Daraus den Schluss zu ziehen, dass der
Gentest nichts taugt, ist unsinnig.
Bei
HCM ist es nun mal so, dass es viele unterschiedliche Mutationen gibt, die zu
HCM führen können, von denen man aber nur 2 testen kann. Dass eine Katze, die keine der beiden bekannten Mutationen trägt, keine
HCM bekommen kann, wäre eine falsche Schlussfolgerung, weil es eben noch weitere Ursachen gibt, auf die man nicht testen kann.
Auf der anderen Seite muss eine Katze, die die A31P-
Mutation trägt, nicht zwingend an
HCM erkranken, weil weitere Faktoren den Ausbruch der Krankheit beeinflussen (Thema Penetranz). Allerdings besteht ein hohes Risiko, besonders wenn die Katze
reinerbig für die
Mutation ist. Das haben mehrere Studie so bestätigt. Dazu kommt, dass die Schwere der Krankheit und das Auftreten von Krankheitsanzeichen variabel ist (Expressivität).
suchen wir uns also die Experten und Wissenschftler die das Ergenbiss haben, was uns gefällt, oder eher in den Kram passt.
ich lese die Studien üblicherweise im Orginal und schaue dann, welche Schlussfolgerungen mir logisch erscheinen. Da ich keine Katzen mit einem der
HCM-Gene besitze und regelmäßig schallen lassen, habe ich kein persönliches Interesse daran, mir das zurecht zu biegen.
Ich habe das bisher so gehört/gelesen: Der Gentest kann einen möglichen Ort 'abscannen'. Sollte er positiv ausfallen, sollte man das Tier aus der Zucht nehmen, eben weil diese Gen in Verdacht (oder es sogar bewiesen ist?) steht, eine mögliuche HCM-Erkrankung auszulösen.
Sollte der Test negativ sein, bedeutet das aber im Umkehrschluss nur, dass eben dieses eine Gen nicht betroffen ist, wohl aber die Möglichkeit besteht, dass andere (nicht getrestete) Gene HCM auslösen, weswegen die Katze zusätzlich regelmäßig geschallt werden sollte.
Das ist wie mit: Alle Dackel sind Hunde, aber eben nicht umgekehrt.
richtig.
Wenn ich die letzten Beitrgäg jetzt aber richtig verstanden habe, ist es angeblich gar nicht wirklich sicher, dass der positiver HCM-Gentest dazu führen sollte, dass man die Katzen aus der Zucht nimmt, weil es nach der Studie eigentlich keinen nachgewiesenen Zusammenhang gibt oder habe ich da jetzt etwas missverstanden?
nein, es wurde nur bei der
Mutation A74T kein Zusammenhang gefunden. In der ersten Studie zu dieser
Mutation wurde ein Zusammenhang vermutet, der in neueren Studien aber nicht bestätigt wurde. Vor allem bei A31P wurde von der neuesten Studie, bei der sehr viele Katzen untersucht wurden, der ursächliche Zusammenhang mit
HCM bekräftigt.