Tine: Das Wort zum Sonntag.
Okay Robert, dann mal los in die Futterdiskussion.
- Edit - ups. Alles schon gelöscht. Aber da dies hier zum eigentlichen Thread-Thema gehört, lass ich das mal stehen....
Erstmal: Egal, was du an die Katzen verfütterst, die Zutaten sind zumeist hochwertiger als die, die für Dosenravioli oder Dosengulasch verwendet wird. Man kann eine Katze durchaus mit Supermarktfutter füttern, und die Katze kann sehr alt werden.
Und nein, man wird seine Katzen weder mit billigem Supermarktfutter noch mit Trockenfutter vergiften. In der Regel werden die Standards eingehalten.
Aber: Es geht hier eben um die Frage, welches Futter die Risiken einer Erkrankung erhöht. Bestimmte Krankheiten können fütterungsbedingt gefördert oder aber eben auch vermieden / minimiert werden. Hierzu gehören insbesondere die Nierenerkrankungen, insbesondere Steine, wohl auch Schilddrüsenerkrankungen, Allergien, und auch verschiedene Stoffwechselerkrankungen.
Wie inzwischen einige hier festgestellt haben, deren Katzen gerade von SDÜ gequält werden, ist in vielen Futtersorten - auch den hochwertigen - der Jodanteil verdammt hoch, höher als der Bedarf in der Regel angesetzt wird. Evt. ein Auslöser für Schilddrüsenerkrankungen?
Mein "Lieblingsfutter" RC, hatte bis vor kurzen noch eine Sorte im Programm, bei dem der Vit. A-Gehalt pro kg mit 30.000 IE angegeben war - bei der regulären Tagesdosis das knapp 10fache des normalen Tagesbedarfs unter Berücksichtigung der Bioverfügbarkeiten. Das ist gefährlich.
Über die Zusammenhänge von Nierengeschichten mit dem Futter wurde sowieso schon unglaublich viel geschrieben.
Der Anteil der Tiere mit einer Futtermittelallergie ist wohl signifikant gestiegen seit der Einführung von Fertigfutter (finde gerade die Studie nicht mehr, werde sie aber nachreichen).
Der neue schicke Schlankheitswahn hat eine unglaubliche Menge an Low-Fat-Produkten auf den Markt gebracht - für Katzen totaler, wirklich totaler Blödsinn.
Innerhalb meines Hundevereins gab es vor kurzen by the way auch eine Diskussion, weil einige der Junghunde sehr groß waren und es Probleme mit dem Skelett und den Blutwerten gab. Die Diskussion auch mit verschiedenen Experten hat bislang zu der These geführt, dass oft gerade das Futter für junge Tiere nährstofftechnisch komplett überdosiert ist.
Es geht nicht darum, dass es Go- und NoGo-Futter gibt. Es geht eher darum, dass die Dosis sich kritisch damit auseinandersetzen, fragen, was braucht meine Katze, was ist artgerecht, wie kann ich evt. die Risiken von Krankheiten minimieren? Und dann, mit diesem Wissen ausgestattet, losziehen, und ihre eigenen Futtermarken wählen können.
Letztlich ist das auch ein bisschen politisch - die Nachfrage bestimmt das Angebot. Der Markt ist hier durchaus demokratisch. Immerhin hat genau ein solches Kaufverhalten und die Diskussionen außenrum in den letzten Jahren schon einiges verändert. In kaum einem Futter sind noch Farb- und Konservierungsmittel drin, die inzwischen nachweislich für diverse Erkrankungen verantwortlich waren.
Ich finde, auch dessen sollte man sich ein bisschen bewusst sein - und es nutzen. Weil ich persönlich recht gerne gesunde und quietschfidele Tiere habe.