Heike, das halte ich für keine gute Idee. Wenn man zu viel und zu schnell und zu "aggressiv" wird, macht der Mensch dicht und nur über den kommst man an die Katze. :-|
Ich würde an der Stelle auch dicht machen. Wie Du vielleicht weißt, habe ich auch eine übergewichtige Katze. Sie wiegt 7,7 kg. Ich habe alles versucht. Das Weglassen von Leckerlis hat nichts gebracht, das Umstellen von Trockenfutter auf Nassfutter war nur mäßig erfolgreich. Sie nahm dann mal 300g ab, aber kurz darauf auch wieder zu. Sie ist bei allem ein Wirbelwind und nicht träge, tobt durch die Bude, Kratzbaum rauf und runter... Ich war bei verschiedenen Tierärzten. Keiner kann wirklich sagen, was los ist. :-( Ich habe mich dem erstmal gefügt. Ich ziehe Ende August um, sie könnte dann später raus, ich hoffe, dass sich dadurch einiges bessert. Aber ich persönlich leide schon selbst darunter, dass ich meiner Herzmiez nicht helfen kann, wenn mir dann noch jemand Vorwürfe macht und immer wieder mit Ratschlägen und gar Drohungen kommt... *kopfschüttel* Ich würde abblocken.
Vielleicht muss erstmal das Gespräch mit der Nachbarin selbst gesucht werden, nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen: Deiner Katze geht es schlecht, sondern... wie geht es DIR, was ist DEIN Problem... Wenn man den Weg zum Herzen gefunden hat, dann kann man vorsichtig fragen... Hilfe gezielt anbieten. Nicht: Du musst jetzt das machen, sondern, kann ich Dich dabei unterstützen, soll ich abends vorbeikommen... Versteht ihr wie ich meine?
Ich kann mich auch gut in die Nachbarin reinversetzen und wenn sie alleine schon Kummer hat, ihr noch zusätzlich Kummer zu bereiten... Mir ist klar, dass es ein akutes Problem ist, gerade, weil die Miez sicht nicht putzen kann, aber auch hier, vielleicht gibt es einen Weg, dass man gezielt AN der Katze hilft, der Nachbarin diese Hilfe anbietet, aber nicht nach dem Motto: Du bist zu blöd... sondern: Ich mache es wirklich gern. Vielleicht übernimmt sie diese "Tätigkeiten" dann früher oder später gerne selbst.
Hallo Raikou,
tut mir leid das mit deiner Katze, jedoch schön, dass es ihr trotzdem gut geht.
Im Falle der Nachbarin ist es eben nicht so, dass sie alles getan hat.
Folgendes hätte ich noch erwähnen sollen:
Wann immer ich bei ihr und war und sie für uns gekocht hat, fiel für die Katze immer reichlich ab. Manchmal saßen wir am Tisch beim Essen und die Katze saß einfach nur da, irgendwo im Zimmer. Und schon kam es wieder: „Och nee, ich kann das nicht sehen!“ Und schon hatte die Katze ein Stück Fleisch, ein Stück Pizza oder anderes vor der Nase. Die Katze hat teilweise nicht mal gebettelt, aber sie konnte eben nicht sehen, dass wir essen und die arme Katze nicht. Natürlich fiel beim Kochen selbst auch schon einiges für die Katze ab. Am Anfang sagte ich gar nichts und beobachtete erst mal, später versuchte ihr zu erklären, dass das Gewichtsproblem so natürlich nicht besser wird. Ihre Antwort war: „Ach, so ein kleines Stückchen!“ Aber 10 kleine Stückchen sind eben auch eine entsprechende Menge. Da sie damals noch sehr nahe am Wasser gebaut war, musste ich genau aufpassen, dass ich diesen Punkt halt nicht überschreite, versuchte es also ganz „sanft“. Erst viel später wurde es nachdrücklicher…
Wie bereits ganz am Anfang geschrieben, wurde es ja zu einer Freundschaft. Uns verbindet also mehr als eine Nachbarschaft oder die Katze. So habe ich natürlich auch geredet, unterstützt und geholfen, wo es ging. Ich habe nächtelang mit ihr geredet, war immer für sie da, habe mir ihr Dinge unternommen (und das war schon echt schwierig, sie da mal aus ihrem Schneckenhaus zu kriegen), sie finanziell unterstützt und ständig Dinge besorgt, die sie brauchte, wenn sie zu fertig war, um es selbst zu erledigen. So langsam ging es ihr immer besser. Nach ihrer Aussage wurde ich zu der Hauptbezugsperson. Den Weg zu ihrem Herzen hatte ich also schon gefunden, wie sie zu meinem. Die Situation heute ist so, dass sie das Gewichtsproblem weitestgehend in den Griff bekommen hat und das Selbstwertgefühl sich auch stabilisiert.
Während der ganzen Zeit habe ich natürlich auch bzgl. Der Katze mit ihr gesprochen und immer wieder erklärt und gewarnt, was passieren könnte. Das habe ich auch in ihrem eigenen Interesse gemacht, schließlich sagt sie, die Katze wäre ihr „ein und alles“. Und nun ja, ich kann nicht sagen, dass sie lügt… sie legt eben nur eine ausgeprägte
Lethargie an den Tag, wenn es darum geht mal die schwierigen Dinge anzupacken. Ich habe also in den 1,5 Jahren immer mal wieder hochwertiges Futter zum Probieren besorgt, habe Katzenspielzeug für mehr Bewegung gekauft, habe Bücher über Katzen-Ernährung geschenkt, habe alles rund um den Tierarztbesuch organisiert usw. Auch den Versuch zu wagen, das Fell abzuschneiden habe ich mehrmals, auch zusammen mit meinem Freund, immer wieder angeboten. Da sie ein sehr ängstlicher Mensch ist, wollte sie es aber nicht machen lassen, „da was passieren könnte“. Schon bei dem Gedanken an den Versuch brach sie in Tränen aus. Sie wollte es nur vom Tierarzt machen lassen, ging aber nicht hin.
Im Mai 2012 war sie eine Woche im Urlaub, ich habe mich um die Katze gekümmert und mal versucht, das verfilzte Fell zu entfernen. Da war es einfach schon viel zu viel. Ich kam überhaupt nicht durch, zumal die Katze sich auch nicht länger anfassen lässt ohne zu kratzen und zu knurren.
Danach wurde ich dann entsprechend nachdrücklicher. Auch weil es ihr eben immer besser ging, und ich dachte, nun wäre auch mal die Katze an der Reihe.
Und das ist eben mein Problem, zwischen Freundschaft und Katze - zwischen den Stühlen eben.
Raikou, wenn du also selbst „dicht machen“ würdest (perfekt, so kann ich diese Frage stellen), wie könnte man dich dann anschließend erreichen? Wie ich SIE GRUNDSÄTZLICH erreiche, weiß ich. Das ist aber der Weg, bei dem das Thema „Katze“ gemieden wird (so wie sie eben alle schwierigen Themen meidet oder verdrängt), da ich das aber weder kann noch will, bin ich etwas ratlos. Wenn du dich in ihre Situation versetzen kannst, kannst du mir vielleicht einen Rat geben.
Wie gesagt, letztlich geht es nur darum, zu helfen.