hallo erstmal. unsere katze war bereits vor mir da. sie lebte seit bereits drei jahren bei meinen eltern, und als ich auf die welt kam, war es liebe auf den ersten blick. sobald ich anfing zu schreien, legte sie sich zu mir, und fauchte meine eltern an, da sie anscheinend vermutete sie würden mich zum weinen bringen. sie war immer für mich da. meine eltern arbeiteten schon immer ziemlich viel. und wenn ich heimkam war immer nur sie da. aber das war okay. ich liebte sie abgöttisch. wenn ich früh's aus dem haus ging, lief sie mir bis zur tür hinterher und ich drückte ich noch einen kuss ins zerzauste fell. es war wie ein ritual. als ich dann sieben oder acht war, passierte es das erste mal. wir bemerkten etwas hartes in ihrem bauch. der tierarzt erklärte das wären zysten, bzw kleine tumore. sie hatte brust krebs. wir entschieden uns für eine operation. ich hatte solche angst um sie. aber alles ging gut. ausser einer17 cm langen narbe blieb ihr nichts davon. es ging ihr wieder gut. bis drei jahre später die ernüchterung. diesmal noch größere knoten. aber auch diesmal überstand sie die operation. das schließlich dritte mal wurde sie dann operiert als ich 13 war. sie überlebte es immer. meine kleine kämpferin. ja, sie war stark und hattte ihren eigenen willen. sie pinkelte zeit ihres lebens vor geschlossene türen, was dazu führte, das alle türen bei uns stehts offen waren. und jeden samstag bekam sie ein bisschen fleisch. sie liebte es ,und wusste sofort, wann samstag war und setzte sich dann vor den kühlschrank und maunzte. sie war schlau, kam überall durch, und bekam alles was sie wollte. ausserdem biss sie einen immer in die füße, sobald ein zeh unter der bettdecke hervorspitzte, biss sie hinein, weil sie dachte es wäre eine maus... als sie dann 16 ein halb war, ging es ihr auf einmal ganz schlecht, sie konnte nicht mehr aufstehen und wenn dann torkelte sie nur noch herum und war dazu sehr apathisch. ich hab es noch vor augen. meine mutter holte mich vom hort ab und sagte mir wie es ihr ging. ich brach in tränen aus und wollte nur noch zu ihr. wir brachten sie dann in die tierklinik. als wir sie den tag darauf besuchten, war ich sicher, sie das letzte mal zu sehen. ich musste so weinen. meine kleine, starke katze. sie war nur noch ein häufchen elend. sie tat mir so leid. und ich vermisste sie da schon so sehr. aber plötzlich ging es ihr besser. mit einem speziellen futter, für nieren kranke katzen schaffte sie es dann noch mehr als zwei jahre ein wundervolles leben zu führen, mit all ihren kleinen macken die sie so wundebar und liebenswert machten. an meinem geburtstag passierte es dann. sie verkroch sich in ein eck und bekam ganz große pupillen und hatte angst vor uns. von da an ging es bergab. mit vitaminspritzen vom tierarzt schaffte sie es noch einen knappen monat. dann merkten wir als sie aufhörte zu fressen das sie bald sterben würde. wir waren noch ein letztes mal beim tierarzt welcher uns sagte ihre ganzen knochen hatten sich aus einem ihm unbekannten grund verschoben und deshalb konnte sie auch keine nahrung mehr zu sich nehmen. er sagte jedoch, er gebe ihr ein schmerzmittel und sie würde dann bei uns zuhause sterben können. ohne schmerzen. die folgenden drei tage war ich pausenlos bei ihr. da sie fast nicht mehr laufen konnte lag sie immer bei mir, manchmal auf einer wärmflasche, manchmal auf meinem arm. um sie warm zu halten. es tat mir so weh, sie neben mir liegen zu sehen, und ihr nicht helfen zu können. nachts war es dann soweit. sie lag nebenmir und wollte auf einmal weg. ich merkte das sie kurz davor war zu sterben. ich nahm sie auf meinen arm und sie krallte sie in ihn. sie war ganz nah an mir. sie holte noch einmal tief luft, bäumte sich ein letztes mal auf und lag plötzlich ganz schlaff in meinen armen. meine mutter kam und sagte nun ich müsse das fenster auf machen um ihre seele in den himmel zu lassen. ich wollte sie nicht los lassen. aber mein vater nahm sie mir dann aus dem arm und ich lief zum fenster und öffnete es. als papa sie in den kleinen sarg legte den wir für sie gemacht hatten fielen mir plötzlich die dinge ein, die ich nun nie wieder mit ihr erleben konnte. weihnachten ohne sie. mein geburtstag. wenn es mir mal schlecht ging, wenn ich mal glücklich war, oder alleine. kein abschiedskuss mehr ins zerzauste fell. sie war immer da. und nun auf einmal nicht mehr. es tat und tut immernoch so weh. wir beerdigten sie in unserem wald. ich sah sie noch ein letztes mal an, und gab ihr einen kuss ins zerzauste fell und glättete es dann. ein jahr später vermisse ich sie immernoch so. seitdem ist alles schief gegangen. meine familie streitet sich nur noch. ich brauche sie jetzt so sehr. aber irgendwann, werde ich sie wieder sehen. irgendwann. sie wird auf mich warten. wie dann wenn ich von der schule nach hause kam. und ich werde auf sie zugehen, sie hoch nehmen und ihr einen kuss in fell drücken, und dann wird alles gut. danke meine kleine. ich liebe dich. du fehlst.