Denkanstöße für den Umgang mit Streunerkatzen gesucht

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  • Denkanstöße für den Umgang mit Streunerkatzen gesucht Beitrag #1
Raggy-Duo

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Mehr durch Zufall bin ich auf eine kleine Kolonie von Streunern aufmerksam geworden.

Da alle nicht kastriert sind würde ich das gerne nach und nach übernehmen, auch wenn ich noch die Oma, die sich um alle kümmert, überzeugen muss, aber das bekomme ich schon hin.

Jetzt ist allerdings ein Problem aufgetreten mit dem ich nicht klar komme. Einer der Kater war FIV positiv. Es ist also davon auszugehen das die anderen auch infiziert sind.

Auf der einen Seite ist mir klar das es ein Unding ist diese Katzen weiter streunern zu lassen, auf der anderen Seite habe ich keine Ahnung was mit ihnen geschehen soll.

Daher meine Frage an die erfahrenen Tierschützer, wäre es in Ordnung alle nach und nach zu kastrieren und dann wieder an der Futterstelle auszusetzen? Ich habe wirklich Angst das die Katze noch mal Junge bekommt, die wären dann doch sicher mit dem Virus infiziert. Die Kater poppen sich sicher durchs ganze Dorf und verteilen den Virus dabei weiter.

Einschläfern kommt nicht in Frage, zumindest nicht solange sie noch fit sind, oder wäre das gar nicht zu umgehen?
 
  • Denkanstöße für den Umgang mit Streunerkatzen gesucht Beitrag #2
Toll, daß du dich kümmern willst!

Zum Thema Fiv: es ist nicht zwingend, daß alle Fiv positiv sind. Bei Felv könbnte man davon ausgehen, da das hochansteckend ist. Fiv ist aber nur durch blutige Kämpfe zu übertragen. Somit wird die Wahrscheinlichkeit sehr groß sein, daß ein großer Prozentsatz der potenten Kater Fiv + ist, aber andersherum ein Großteil der Weibchen und Kitten Fiv - ist.
Bei mir in meiner Streunergruppe ist das zumindest so und es ist logisch aufgrund des Übertragungsweges. Im übrigen müßen Kitten einer Fiv + Mami auch nicht zwingend Fiv + sein. Ein gesicherter Test bei Kitten ist jdoch erst an ca. 5-6 Monaten möglich bezüglich Fiv, da vorher noch die von der Mutter mitgegebene Immunabwehr a Ergebnis verfälscht und so bei einer Fiv + Mami die Kitten zu Anfang vermutlich auch Fiv + getestet werden, obwohl sie selbst eventuell Fiv - sind. Das zeigt sich dann eben erst, wenn das Kleine seine eigene Immunabwehr aufbaut.

Aufgrund des Fiv hast du auch ein gutes Argument für die Kastras gegenüber der Frau, denn kastrierte Katzen liefern sich nicht mehr so heftige Rangkämpfe und haben auch nicht mehr so große Reviere und damit wird die Ausbreitung der Krankheit in der weiteren Umgebung auf die dort lebenden Haus-Freigängerkatzen verhindert.

Ich würde vom vorgehen her da genauso vorgehen wie in Streunerkolonie ohne Fiv: erwachsene scheue Tiere nach dem kastrieren wieder raus, Kitten und zahme erwachsene Tiere reinholen testen und vermitteln. Sollten sie Fiv + getestet werden würde ich trotzdem vermitteln - es gibt (zum Glück) immer wieder Leute, die auch Fiv-Katzen aufnehmen. Die Vermittlung der Fivies sollte dann halt nur in Wohnungshaltung gehen, damit man nicht doch irgendwoanders in neues Fiv-Gebiet eröffnet...
 
  • Denkanstöße für den Umgang mit Streunerkatzen gesucht Beitrag #3
Hallo Susanne,

bei uns ist es passiert, dass die TÄ zwei Streuner, die zum kastrieren gebracht wurden, wegen der Diagnose Katzenaids tatsächlich direkt eingeschläfert hat.
Ich hab mich damals sehr aufgeregt und geheult. Leider ist es aber so, dass wenn nicht die Möglichkeit besteht, die Katzen zu separieren es tatsächlich nur diese Lösung gibt, wenn sie nicht, wie Du schreibst, beim Triebausleben und Kämpfen das Virus weitergeben sollen. Wir haben dann für solche Notfälle in der Katzenauffangstation ein separates "Freigehege" gebaut, wo sie dann zumindest nicht in einem geschlossenen Raum leben müssen.
Es gab aber seither nur noch eine Katze aus dem Tierheim, die wir wegen Unvermittelbarkeit und FIV bei uns aufgenommen haben. Die Maus ist aber schon nach kurzer Zeit gestorben und seither ist das Gehege zum Glück unbewohnt gebleiben. Alle Streuner, auch aus der selben "Fressgruppe", die wir später eingefangen haben, waren nicht infiziert.

Natürlich solltest Du mit dem Einfangen und Kastrieren weitermachen. Bist du denn alleine oder gibt es die Möglichkeit andere erkrankte Katzen zu separieren oder evtl. eine Pflegestelle zu finden?

Ich wünsch Dir Glück, dass Du eine Lösung findest. Ich weiß wie hart es ist, auch einen "nur Streuner" ins Regenbogenland schicken zu müssen.

GLG
Vero
 
  • Denkanstöße für den Umgang mit Streunerkatzen gesucht Beitrag #4
Ich seh es wie gesagt aners als Vero - da, wo bereits Fivies leben ist die Population eh schon durchsetzt unter den Katern - ein kastrierter Kater ist damit keine so große Gefahr mehr für die Weiterverbreitung des Virus, als daß es das einschläfern aus meiner Sicht rechtfertigen würde.
Ich hab wie gesagt unter meinen Streunern, die ich bei mir im Garten füttere auch Fiv und hatte als ich den ersten positiven Test des Streuners hatte lange mit mir gerungen und bin dann eben zu dem Schluß gekommen und hab ihn wieder rausgesetzt. Das ist jetzt 4 Jahre her. Meine eigenen Katzen futtern aus derselben Futterbox draußen, wenn grad keiner zum reinlassen ins Haus da ist und bisher sind meine Mietzen negativ (letzte Stichproben war letztes Jahr).

Meine Gedanken waren: was Gewinne ich mit dem Einschläfern dieses Prachtkaters?
... die anderen Kater draußen tragen das Virus trotzdem in sich - alle kriegt man nie... durch die Kastra ist eben dieser Kater im Gegenzug zu den unkastrierten keine wirkliche Gefahr mehr. Ihn zu töten bedeutet deshalb nicht weniger Gefahr für meine und andere Katzen, da die Gefahr von den potenten Katern ausgeht... also durfte er leben und wieder raus...
 
  • Denkanstöße für den Umgang mit Streunerkatzen gesucht Beitrag #5
Natürlich müssen die NICHT eingeschläfert werden.

Sobald die kastriert sind, kloppen die sich nicht mehr und sie geben den Virus auch nicht mehr bei der Paarung weiter.

Was an Ansteckung passieren konnte, ist eh passiert.

Also, nicht dass Du mich falsch verstehst: das beste für FIV-Katzen ist ein sicheres, warmes Zuhause. Und nicht als verwilderte Katze draußen leben. Aber wenn es überhaupt nicht anders geht und die sich dort auskennen, versorgt sind und bei Bedarf eingefangen und tierärztlich versorgt werden, dann ist es ok, sie in der gewohnten Umgebung zu lassen und zu kastrieren.

Bist Du denn sicher, dass dort FIV-Katzen sind?

PS: ich würde NIEMALS eine KAtze, die FIV+ getestet wurde, einschläfern.

1. habe ich schon sehr oft erlebt, dass der Schnelltest falsch positiv war. Wir testen IMMER per PCR nach, um sicher zu sein mit der Diagnose!

2. Auch wenn eine Katze FIV+ ist, kann sie lange leben, und auch lange gesund bleiben. Ich kenne so viele "gemischt-Familien" (FIV+ und FIV- zusammen), da hat sich niemals jemand angesteckt, weil alle kastriert sind und friedlich.

Auch FIV+ Katzen können ein ganz tolles, langes Leben haben!

Bitte niemals einer Einschläferung nach Schnelltest zustimmen, NIE NIE NIE.
 
  • Denkanstöße für den Umgang mit Streunerkatzen gesucht Beitrag #6
Damit, dass kastrierte Kater das Virus nicht mehr so sehr verbreiten hat Taskali denke ich recht, sonst wären in unserer Kolonie wohl auch alle angesteckt gewesen.
Aber wie es bei den Hauskatzen aussieht, die mit Streuner in Kontakt kommen, bzw. doch mal kämpferisch ihr Revier verteidigen, weiß ich halt nicht.
Wie gesagt, haben wir für uns die Lösung mit dem Gehege gefunden. Auch um unser Gewissen zu beruhigen. Wenn wir von einem Tier wissen, dass es FIV in sich trägt, wollen wir es nicht töten lassen, aber auch andere nicht der Gefahr aussetzen angesteckt zu werden.
Mir ist klar, dass so eine "Luxuslösung" nicht oft möglich ist, aber FIV-Katzen wieder streunern zu lassen, halte ich für bedenklich.
 
  • Denkanstöße für den Umgang mit Streunerkatzen gesucht Beitrag #7
Aber sieh doch mal: der kastrierte FIV-Kater ist in jedem Fall ein viel geringeres Risiko für andere Katzen (und die Hauskatzen) als die ganzen anderen FIV-Katze und Kater, die dort weiter munter unkastriert rumlaufen, und die Du nur nie gesehen und gefangen hast.

Es ist einfach für die Verbreitung von FIV unerheblich. Sobald Du FIV in der Gegend hast, hast Du es. Da müsstest Du wirklich ALLE Streunerkatzen wegholen, kastrieren und in Wohnungshaltung vermitteln. Wird nie klappen.

Daher: kastrieren, wenn es nur geht vermitteln, und der eine oder andere kastrierte FIVie macht da einfach nix weiter aus bzw. "den Kohl nicht fett" ...
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Denkanstöße für den Umgang mit Streunerkatzen gesucht Beitrag #8
Ich kann nicht mal sagen ob die anderen sich angesteckt haben, alle zu testen dafür fehlt mir zur Zeit leider das Geld.

Gesund sehen alle nicht wirklich aus, keine der Katzen ist geimpft und eine Wurmkur haben sie auch noch nie gesehen. Zumindest die Wurmkur hab ich jetzt erstmal besorgt.

Dies ist der FIV-Kater, für ihn konnten wir leider nicht anderes mehr tun wie ihn erlösen.

11741595qo.jpg


Ich habe noch nie eine Katze in einem so jämmerlichem Zustand gesehen. Die Pfoten dick und offen, das ganze Fell voll mit Haarlingen und Flöhen, der ganze Kater bestand nur noch aus Haut und Knochen. Als er sich hingelegt hat sind die Schmeißfliegen über ihn hergefallen.

Zumindest den anderen möchte ich dieses Schicksal ersparen. Sie haben zwar eine "Oma" die sie füttert aber leider nur eine kleine Rente hat. Sie ist auch der Meinung das Breckis gutes Katzenfutter ist. Davon konnte ich sie nun hoffentlich schon mal abbringen. Also ein paar Paletten Lux angeschleppt damit die Bande schon mal mit Nassfutter versorgt wird. Ist zwar auch nicht das ideale Futter, aber bezahlbar.

Da es aber auch nichts bringt unüberlegt zu handeln bin ich jetzt erstmal dabei mich schlau zu machen, was überhaupt möglich ist.

Ich muss auch zugeben, meine Kenntnisse über FIV sind sehr eingeschrängt, auch da muss ich erstmal mehr erfahren.

Bin also über jeden Tipp und jede Info dankbar.

Hier drei der anderen

11741573gp.jpg


11741586yc.jpg


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  • Denkanstöße für den Umgang mit Streunerkatzen gesucht Beitrag #9
Sobald die kastriert sind, kloppen die sich nicht mehr und sie geben den Virus auch nicht mehr bei der Paarung weiter.
Auch kastrierte Kater können sich bis zur Verstümmelung streiten.
 
  • Denkanstöße für den Umgang mit Streunerkatzen gesucht Beitrag #10
Zumindest den anderen möchte ich dieses Schicksal ersparen. Sie haben zwar eine "Oma" die sie füttert aber leider nur eine kleine Rente hat. ... Da es aber auch nichts bringt unüberlegt zu handeln bin ich jetzt erstmal dabei mich schlau zu machen, was überhaupt möglich ist. ...Ich muss auch zugeben, meine Kenntnisse über FIV sind sehr eingeschrängt, auch da muss ich erstmal mehr erfahren. ...Bin also über jeden Tipp und jede Info dankbar.
Hallo, Raggy-Duo,
die Wurmkur ist schon eine klasse Sache. Ich würde die Katzen unbedingt kastrieren lassen. Die Tierärzte machen das teilweise für sehr wenig Geld (Selbstkostenpreis), wenn sie wissen, dass du das für Streunerkatzen tust. Weiterhin kannst du sie langsam impfen, so wie du das Budget zusammenbekommst. Manchmal bekommt man im Internet auf Rezept Medikamente. Allerdings ist da bezüglich Fälschungen Vorsicht geboten.
 
  • Denkanstöße für den Umgang mit Streunerkatzen gesucht Beitrag #11
Auch kastrierte Kater können sich bis zur Verstümmelung streiten.

"Können" kann alles. Nur müssen muss nicht.

Und wegen "können" würde ich kein Tier einschläfern lassen. Raggy bestimmt auch nicht :wink: Und Du doch sicher ebenfalls nicht.
 
  • Denkanstöße für den Umgang mit Streunerkatzen gesucht Beitrag #12
So war das auch nicht gemeint.
 
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