Hallo ihr lieben,
Ich wende mich mal mit einem weit verbreiteten Problem bei euch. :roll:
Erst einmal werde ich dafür ein bisschen ausholen und die Hintergründe klären,
ich hoffe irgendwer hat überhaupt Lust sich meinen Roman durch zu lesen. :lol:
Also, ich bin gelernte Tierpflegerin im Tierheim. Und wie der Beruf das so mit sich bringt, bin ich vor einem Jahr schwach geworden, und habe zu meiner Katzendame (inzwischen 14), einen Kater dazugeholt. Die Kombination ist etwas gewagt, beide sind dominant und beide sind absolute Sturköppe ;-) Das war mir vorher bewusst, und ich wusste dass es eventuell schwierig werden könnte. Warum ich den Kater trotzdem genommen habe ist aber ganz "einfach". Niemand sonst wollte ihn

und er hat mein Herz erweicht. Trotz aller Vernunft Gedanken konnte ich ihn einfach nicht im Tierheim lassen. Er hat nur 3 Beine (vermutlich von Geburt an), und er kam schon als "unsauber" ins Tierheim, was sich dort natürlich durch Stress nicht grade positiv entwickelt hat. Ich wusste also was ich mir ins Haus hole.
Je länger er hier war, desto mehr habe ich auch verstanden, dass bei ihm vieles nicht richtig läuft, psychisch gesehen. Ich glaube er hat in irgendeiner Form einen echten Knacks weg. Entweder durch schlechte Erfahrungen, oder ausgelöst durch die Abgabe im Tierheim.
Als er ins Tierheim kam war er ca. 10 Jahre alt, und soweit wir wissen, lebte er von jungen Jahren an in seiner alten Familie. Dass Tiere eine Abgabe, grade wenn sie ihr ganzen Leben dort verbracht haben, nie gut verkraften dürfte klar sein.
Aber er war ja auch in seinem alten zu Hause andauernd unsauber. Also muss irgendwas dort schon nicht richtig gelaufen sein. Ich weiß dass er dort - nach dem die Frustrationsgrenze der Besitzerin sehr enorm war, da wegen seiner Unsauberkeit ganze Räume renoviert werden mussten - bekanntschaft mit der Zeitung oder dem Putzlappen gemacht hat. Mehr weiß ich aber nicht.
Soweit zur Vorgeschichte. Ich denke das reicht erstmal an Hintergrund Informationen, wenn ihr mehr wissen wollt, dann fragt bitte einfach.
Jetzt zu dem Problem aus heutiger Sicht.
Wenn ich bei ihm von Unsauberkeit spreche, dann meine ich damit dass er das Katzenklo niemals benutzt. Nie, wirklich nie.
Er markiert auch nicht in der Wohnung, er macht einfach Pipi. Leider bevorzugt auf Teppiche, sodass ich schon einiges an Renovierungskosten hatte. Auch das bei unserem Einzug von uns frisch verlegte Laminat musste leider dran glauben. In "seiner" Pipi Ecke ist es inzwischen aufgequollen und muss ohne Frage auch erneuert werden. Momentan habe ich so eine Bodenschutzmatte dort hin gelegt, die man eigentlich unter Schreibtischstühle legt. Keine Dauerlösung, aber ich werde diese Ecke nicht erneuern ehe ich das nicht im Griff habe, da ich das sonst Jährlich machen kann, und so viel Geld habe ich dann nun nicht.

Die Schlafzimmertür muss leider inzwischen dauerhaft verschlossen bleiben wenn wir nicht zu Hause sind. Das Schlafzimmer hat festen Teppichboden, und genau dort hat er sich leider eine Ecke als Pipi-Ecke auserkoren. Auch den Teppich werden wir entsorgen müssen. Trotz Dauerreinigung mit allen Möglichen Reinigern und Dampfreiniger hinterlässt das einfach seine Spuren. Seine Unsauberkeit geht also auch mächtig ins Geld.
Was er gelernt hat, ist auf den Balkon zu pinkeln. Er hat gelernt sich zu melden wenn er "mal muss", dann öffne ich ihm die Balkontüre und er kann draußen pinkeln.
Problem Nummer eins: Er braucht exakt diesen Ablauf : Miauen - ich öffne die Türe - er geht raus und pinkelt. Es funktioniert NICHT wenn die Türe einfach offen steht, irgendwie braucht er diesen Schritt des rauslassens. Warum auch immer :?:
Problem Nummer zwei ergibt sich daraus natürlich schon. Das ganze funktioniert nur solange ich zu Hause bin. Bin ich nicht hier und lasse ihn raus, pinkelt er in seine Ecken.
Türe offen stehen lassen hilft auch hier nicht.
Problem Nummer drei: Bis vor einigen Monaten ist er zumindest für sein Häufchen aufs Katzenklo gegangen, und das auch ohne Probleme. Seid.. ich glaube 3 o 4 Monaten macht er auch das nicht mehr. Und ich weiß einfach nicht warum. Es hat sich am Klo nichts geändert. Ich habe ein wenig die Vermutung dass es mit mir zusammen hing. Ich stand zu der Zeit kurz vor meiner Abschlussprüfung und war dementsprechend im Dauerstress. Was das angeht hat er - glaube ich! - sehr feine Antennen. Auch wenn er es nicht zeigt, glaube ich, dass ihm sowas aufs Gemüt schlägt. Vor 2 Monaten habe ich die Prüfung aber erfolgreich gemeistert und es ist wieder Ruhe eingekehrt. Die Hoffnung dass sich das wieder ändern würde, hat sich aber leider nicht erfüllt. Ich glaube aber, dass er ein Problem hat mit festgefahrenen Eigenarten. Was bei ihm zur Gewohnheit geworden ist, ist irgendwie sehr tief verankert, es scheint manchmal als hätte er manchmal ein Problem aus Gewohnheiten auszubrechen. Aber vllt vermenschliche ich das auch nur zu sehr? :roll:
Tierärztlich ist alles abgeklärt. Es wurden schon 2 Blutbilder erstellt, eins noch im Tierheim und eines vor ca 2 Monaten. Ohne Befund. Auch eine Urinprobe wurde untersucht. Damals hatte er eine Blasenentzündung, und ich hatte ehrlich gesagt schon Hoffnung dass es daran liegen würde. Aber auch nach Genesung blieb die Unsauberkeit gleich.
Röntenbilder wurden ebenfalls schon erstellt, um abzuklären ob es irgendwelche Probleme wegen seinem fehlenden Hinterbein gibt. Festgestellt wurde beginnende
Spondylose, natürlich ausgelöst durch die Dauerhafte Fehlstellung durch das fehlende Bein. Aber noch sehr schwach, so dass er laut
Tierarzt noch keine Medikamente benötigt. Er springt, läuft und hüpft auch "ganz normal" hier rum, klettert überall drauf und scheint sich nicht groß daran zu stören, soweit ich das einschätzen kann. Beim Röntgenbild wurde auch festgestellt, dass sein Herz leicht vergrößert ist. Das soll beobachtet werden, aber auch da seien im Moment noch keine Medikamtene nötig.
Ich möchte ihm, und ja ein wenig auch mir und meiner Wohnung, helfen.
Ich glaube dass irgendwas bei ihm schief gelaufen ist. Entweder hat er vllt nie richtig gelernt ein Klo zu benutzen oder es ist irgendwas anderes passiert. Raus finden werde ich das denke ich niemals.
Mein Gedanke war, bei ihm irgendwie bei null anzufangen.
Quasi wie bei einem Kitten. Dass ich ihm irgendwie beibringe auf Klo zu gehen.
Ich habe es immerhin auch geschafft dass er auf den Balkon pinkelt.
Mein Problem ist nur dass er schnell blockiert. Wenn ich ihn aufs Klo setze, rennt er sofort raus, hat fast schon Angst. Setze ich ihn wieder ins Klo und blockiere den Eingang, schiebt er Terror. Er knurrt und motzt, aber Pipi macht er nicht.
Ich weiß nicht mehr so richtig weiter.
Nützt es was wenn ich den längeren Atem habe und ihn einfach konsequent so oft aufs Klo setzte bis er dann pinkelt? Oder mache ich es dadurch noch schlimmer weil er bei Zwang sofort blockiert?
Ich weiß, eigentlich könnt ihr mir da nicht wirklich weiter helfen.
Meine Hoffnung war vllt dass jmd hier schonmal ähnliches erlebt hat. Irgendeinen Tipp hat. Oder es vllt einfach nur Leidesgenossen gibt mit denen ich mich austauschen kann. :lol:
LG von der Chaosbande