Hallo Ihr alle,
in den letzten Tagen bin ich auf dieses Forum gestossen und mich nun selbst registriert. Ich habe das Gefühl, hier Menschen zu "treffen", die mich verstehen können....
Donnerstag wurde meine geliebte Katze Molly (15) eingeschläfert und ich bin einfach unendlich traurig. Auch, wenn ich sie sehr liebte, hatte ich keine Ahnung, dass es mich so hart treffen würde. Es ging auch alles so schnell.... Ich habe Angst, etwas falsch gemacht zu haben, zermatere mir das Hirn, ob ich sie vorher (da wirkte sie aber immer fit), mal hätte durchchecken müssen,.... Ich schreibe hier erst einmal, was passiert ist, damit ihr eine Vorstellung davon habt.
Montag fuhr ich mit Molly zum Tierarzt, weil sie in den zwei vorherigen Tagen so ruhig und appetitlos wirkte. Die Tierärztin sagte, dass sie schon ziemlich dehydriert wäre und spritzte Flüßigkeit unter die Haut. Ihr wurde Blut abgenommen und eine Schilddrüsenüberfunktion festgestellt. Die sollte man mit zwei Pillen täglich behandeln können und das ließ hoffen. Das größte Problem war: Sie aß einfach nichts. Die Pillen sollten wichtig sein, aber sie konnten (entsprechend der Nebenwirkungen) noch die Appetetlosigkeit fördern. Sämtliche Tricks und Leckereien wurden angewandt, aber sie schleckte allenfalls an der Nahrung. Nach dezentem Herumgeschlecke wendete sie sich immer, regelrecht angewiedert, ab. Ich kaufte eine Spritze und dachte über "Zwangsernährung" nach. Allerdings war meine Partnerin absolut dagegen und wenn man die nun dürre Katze (Dünn war sie schon vorher und in der letzten Zeit habe ich ihr häufig Leckerlies gegeben und, zwischenzeitlich, hatte sie dann auch etwas mehr Gewicht.) noch zwingt. Sie wirkte so zerbrechlich und die Eingabe der Schilddrüsentabletten konnte auch schon nur mit Zwang bewältigt werden. Sie schluckte auch immer erst nach einer Weile und wahrscheinlich hätte sie die Nahrung größtenteils ausgespuckt. Abgesehen von dem Gewaltakt und der schon schlimmen Kraftlosigkeit, nachdem sie ihre Tabletten bekam, erschien es wirklich wie Gewalt, sie zu zwingen. (Trotzdem mache ich mich nun fertig und überlege, ob sie dann ggf. überlebt hätte)Molly erhielt dann Dienstag und Mittwoch mehrere Infusionen, um sie mit Flüßigkeit zu versorgen und Übelkeit vorzubeugen. Dienstag sah es auch nach Besserung aus. Sie wirkte bemüht, am Futter zu schlecken (nahm dabei aber nur so wenig auf, dass sie davon nicht ernährt werden konnte). Wasser trank sie auch, wenn ich sie aufs Waschbecken hob und den Wasserhahn aufdrehte (das liebte sie). Sie wirkte etwas hilflos, wie sie den Kopf ansetzen sollte, um dabei nicht nass zu werden. Ganz, als würde sie langsam "tüddelig"; wahrscheinlich war es die Entkräftung. Mir fiel auf, dass sie beim Wasser trinken kurzweilig Schaum im Maul hatte. Überhaupt schluckte sie immer heftig nach, wenn sie ein wenig getrunken oder gegessen hatte. Nachdem ich Dienstag noch auf Besserung hoffte, weil Molly dankbar für meine Hilfe zu sein schien, verschlechterte sich ihr Zustand Donnerstag sehr. Sie erhielt wieder ihre Infusionen beim Tierarzt, war aber nach dem Tierarztbesuch völlig wackelig auf den Beinen und noch schwächer. Sie wollte weder am Essen lecken noch was trinken. Sie schüttelte regelrecht mit dem Kopf und machte das Maul auf und zu, als sei ihr übel davon. Jedes Mal schleppte sie sich dann mit ihren letzten Kräften weg vom Futter. Ich habe sie dann auch ein wenig gewähren lassen und es nicht noch tausendfach versucht. Sie hatte auch Mittwoch schon mehrere tage wenig bis gar nicht gegessen. Mir war klar, dass die Organe das nicht ewig mitmachen... Ich fühlte mich so verdammt hilflos und habe dann auch angefangen, mich mit dem Gedanken "einschläfern" auseinanderzusetzen. Es ist so schrecklich, vor dieser Entscheidung zu stehen und nicht zu fassen, warum es so schnell gehen konnte. Hätte ich sie Montag direkt in eine Tierklinik bringen sollen? Bin ich schuld, weil sie nicht öfters beim Tierarzt war? Vielleicht hätte der schon vor 6 Monaten etwas gefunden und sie könnte noch weiterleben,....
Donnerstag hätte Molly wieder eine Infusion bekommen sollen, aber ich war mir ziemlich sicher, dass die Tieräztin mit meinem Eindruck, dass Molly mehr tot als lebendig ist, übereinstimmt. Was ich weiß ist, dass Molly in den letzten Stunden nicht allein war. Sie hat meine Nähe gesucht, mit mir auf dem Kopfkissen gelegen und -größtenteils- auf meine Berührungen reagiert und diese scheinbar auch gemocht. Unweigerlich waren diese letzten Tage eine Art Sterbebegleitung. Es ist so schrecklich, nicht zu wissen, was konkret zu diesem unausweichlichen Ende geführt hat. Schon als die Schilddrüsenüberfunktion festgestellt wurde, hat die Ärztin gesagt, dass es möglicherweise andere organische Schäden gibt, die gerade überdeckt sind. Hinzu kam nun das nicht-Essen. Sie war auch, obwohl sie ja zunächst getrunken hat, in den letzten Tagen gar nicht auf dem Klo. Als die Tierärztin Molly sah, war sie sicher, dass eine Erlösung Sinn macht. Sie hatte nur noch 33 Grad Temperatur und wäre mir Zuhause weggestorben. Ich habe Molly noch gestreichelt, als die Spritze schon gewirkt hatte. Es war schon ein sehr bewusster Schritt...
Ich hätte nie gedacht, was einem nach solch einem Verlust alles durch den Kopf geht. Das Schlimmste siend die Selbstvorwürfe und "was wäre, wenn..." Fragen. Außerdem bedauere ich so verdammt, dass sie "nur" 15 wurde. Das ist doch nocht nicht sooo ein hohes Alter, oder? Ich stehe total unter Schock und kann gar nicht klar denken. Es gibt noch einen Kater (Stanny). Es ist der Kater meiner Partnerin. Obwohl er Molly nur 1 1/2 Jahre kannte, trauert er mit uns. Nun ist er (14) alleine. Es gibt Leute, die raten mir zu einer neuen Katze, aber a) ist Molly nicht zu ersetzen und b) weiß ich nicht, ob ich diesen Schmerz nochmal durchleben möchte.
Liebe Grüße
Isabel