Langsam verzweifelt...

Diskutiere Langsam verzweifelt... im Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Katzenfreunde; Einen schönen guten Morgen an Alle! Wie ich in meinem letzten Thread schrieb haben wir uns vor zwölf Wochen einen Kater aus dem TH geholt, er ist...
  • Langsam verzweifelt... Beitrag #1
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christin86

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Einen schönen guten Morgen an Alle!
Wie ich in meinem letzten Thread schrieb haben wir uns vor zwölf Wochen einen Kater aus dem Tierheim geholt, er ist 3 Jahre und total verängstigt. Das Problem damals war das er nachts immer anfing zu miauen, was sich mittlerweile aber gelegt hat. Nun ist es aber so das es mir scheint als wenn er sich nicht richtig wohlfühlt bei uns. Meinen Freund faucht und knurrt er immernoch an. Mich faucht er auch an. Und ich habe ihn versucht vorgestern vorsichtig zu streicheln, hab erst meine Hand hin gehalten zum beschnüffeln...naja das Ende vom Lied ist ein Bluterguss am Handgelenk, dabei war ich echt nicht forsch und hab gaaaanz vorsichtig gemacht. Unsere TÄ konnte uns auch nicht wirklich weiter helfen, Futter mit Calm und Bachblüten hatte sie mir mitgegeben, díe ich ihn ''haha''ins Mäulchen tröpfeln sollte, aber wie wenn er nur faucht? Also hab ich wie sie gesagt hat es versucht auf die Stirn zu tröpfeln das fand er jetzt gar nicht toll, er hat mich angefaucht und sich verkrochen. Ehrlich gesagt weiß ich nicht was wir noch machen sollen und das macht mich echt traurig. Ganz ehrlich und bitte nicht böse sein, wenn ich wüsste das es hier in unserer Umgebung jemand gäbe der solche Problemtiere aufnimmt und es ihnen dort gut geht, ich glaub ich würde ihn dort hin geben....Ich weiß langsam nicht mehr weiter, wir lassen ihn ja in Ruhe, Versuche mit ihm zu spielen Enden mit anfauchen oder er ergreift die Flucht. Ich hoffe es kann mir Jemand helfen denn es bricht mir das Herz wenn ich ihn wieder hergeben müsste.:cry:
Liebe Grüße und Dankeschön
 
  • Langsam verzweifelt... Beitrag #2
Ist schwierig. Lebt der Kater alleine bei Euch? War er im Tierheim auch schon so dass er sich nicht anfassen lassen wollte? Ich würde mal mit dem Tierheim sprechen wie er dort war, auf Dauer hat es ja keinen Sinn ein Tier das faucht hat Angst...
 
  • Langsam verzweifelt... Beitrag #3
Huhu!
Ja, im Tierheim sagten sie auch schon das er sehr scheu sei und es lange dauert bis er vertrauen fasst. Er kommt ja schon früh mit mir ins Bad und schleicht um mich herum, aber sobald man ihn anschaut rennt er weg, oder steht erstmal wie versteinert da. Man merkt auch das es ihn sehr viel Überwindung kostet.
LG
 
  • Langsam verzweifelt... Beitrag #4
Wenn ich scheue Tiere zu Hause habe... Laufen sie so "neben" bei mit... Ich rede zwar mit ihnen aber schaue sie weder an noch Versuch ich sie anzufassen, irgendwann kommen sie von alleine, hatte vor kurzen auch ne scheue Katze hier... Von Menschen hielt sie nicht viel, ihre Entscheidung... Zum Schluss hatte sie auf mein KopfKissen geschlafen... Aber kuscheln wollte sie trotzdem nicht... Der Vorteil hier... Ich habe noch andere Katzen mit den sie kuscheln konnte und wo sie sah, das den Katzen in der Nähe von Menschen nix passiert hier! hab etwas gedult und wenn er nicht angefasst werden möchte, lass ihn... Vielleicht braucht er etwas länger...
 
  • Langsam verzweifelt... Beitrag #5
bei meinem "Wildfang" Moritz war es auch so, dass er sich an Kater Felix orientiert hat und nur Sachen nachgemacht hat, die Felix ihm als "unbedenklich" gezeigt hat, so hat Moritz auch gelernt, dass wir Zweibeiner nix böses tun ;-)
 
  • Langsam verzweifelt... Beitrag #6
Das klingt jetzt sicher bekloppt, aber: nähere dich deinem Kater erstmal nicht mehr aufrecht gehend.
Wenn du ihn irgendwo siehst, dann knie dich hin, oder besser noch: leg dich flach auf den Boden.
Im Vergleich zu einer Katze sind wir Menschen Riesen, ich kann mir schon vorstellen, dass das beängstigend wirkt, vor allem, wenn das Tier schon schlechte Erfahrungen gemacht hat. Und auch kleine Kinder reagieren aufmerksamer auf einen Erwachsenen, wenn der sich auf Augenhöhe begibt.
Und sprich mit ihm, völlig egal, ob er dich gerade beachtet oder nicht. Brabbel vor dich hin, sag Gedichte auf, sprich mit ihm direkt - sprich auch mit ihm, wenn du ihn fütterst oder er sich mal anfassen lässt. Er muss deine Stimme mit etwas Positivem verbinden.
Bei Smokie hat es sich zwar jetzt schon gelegt, aber gestern hat er sich auch noch erschrocken, wenn ich aufrecht auf ihn zu kam, ebenso bei meinem Freund.
Sobald ich aber "auf Augenhöhe" mit ihm gegangen bin, war sofort wieder alles okay. Vielleicht kannst du ja dieses auf dem Boden liegen in deine Freizeitgestaltung mit einbinden? Eine dicke Decke hinlegen und statt auf dem Sofa eben mal bäuchlinks auf dem Boden lesen?
 
  • Langsam verzweifelt... Beitrag #7
Das klingt jetzt sicher bekloppt, aber: nähere dich deinem Kater erstmal nicht mehr aufrecht gehend.
Wenn du ihn irgendwo siehst, dann knie dich hin, oder besser noch: leg dich flach auf den Boden.
Im Vergleich zu einer Katze sind wir Menschen Riesen, ich kann mir schon vorstellen, dass das beängstigend wirkt, vor allem, wenn das Tier schon schlechte Erfahrungen gemacht hat. Und auch kleine Kinder reagieren aufmerksamer auf einen Erwachsenen, wenn der sich auf Augenhöhe begibt.

Das kann ich bestätigen. Meine zwei Streuner, die ich momentan versuche, zahm zu bekommen, sind auch viiiel aufmerksamer und interessierter, wenn ich mich vor sie hinknie oder hinsetze. Dann ist schonmal ein ganzes Stück Angst weg und das ist viel wert. :)
 
  • Langsam verzweifelt... Beitrag #8
Wenn ich scheue Tiere zu Hause habe... Laufen sie so "neben" bei mit... Ich rede zwar mit ihnen aber schaue sie weder an noch Versuch ich sie anzufassen, irgendwann kommen sie von alleine, hatte vor kurzen auch ne scheue Katze hier... Von Menschen hielt sie nicht viel, ihre Entscheidung... Zum Schluss hatte sie auf mein KopfKissen geschlafen... Aber kuscheln wollte sie trotzdem nicht... Der Vorteil hier... Ich habe noch andere Katzen mit den sie kuscheln konnte und wo sie sah, das den Katzen in der Nähe von Menschen nix passiert hier! hab etwas gedult und wenn er nicht angefasst werden möchte, lass ihn... Vielleicht braucht er etwas länger...

Genauso war das bei uns auch!
Lil' war auch eine Art "Wildfang" und durch ihren dreimonatigen Tierarztaufenthalt nach ihrem Beckenbruch so verängstigt, dass sie in die Bücherregale geflüchtet ist und hinter den Büchern geschlafen hat. Das ging auch wochenlang so ... wir haben ihr dann einen Kratzbaum gekauft, den man unter die Decke spannen kann mit Hängematte und Höhle. Zuerst lag sie weitere Wochen in der Höhle, später dann in der Matte (gut, da habe ich meinen Teil dazu getan. :cool: Inzwischen ihr Lieblingsplatz)

Ich war auch schon soweit, dass ich überlegte sie wieder zurück zu geben weil ich ein bisschen daran zweifelte, dass sie noch auftauen würde. Aber wie sandy schon schrieb ist das Beste was du tun kannst, so zu tun als "wäre sie nicht da". Da fühlt sich dein Kater dann nicht nur wohler (ich habe mal gelesen, dass sich Katzen schnell bedrängt fühlen wenn man ständig auf sie zugeht und sie Angst haben, was natürlich ein Schuss nach Hinten ist), sondern kommt auch ins Grübeln und irgendwann siegt immer die Neugierde. Er muss einfach noch Vertrauen zu euch fassen.

Lily schläft inzwischen auch mit uns im Bett und auf dem Kopfkissen, kommt von selbst zum Schmusen und erlaubt uns mit ihr zu spielen. Wir haben sie jetzt ein Jahr und die Hälfte davon haben wir bestimmt damit zugetan sie an uns zu gewöhnen :-/
Weggeben würde ich sie nie wieder :D gerade die zurückhaltenden Fellpopos sind die Liebenswürdigsten <3

Einfach kopfhoch und Geduld haben!
Ich wünsch euch viel Glück
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Langsam verzweifelt... Beitrag #9
Meine ältere Silvana war auch so eine. Sie war total verängstigt und immer auf Abstand , wollte man sie streicheln war sie schnell weg. Ich hab es dann auch so gemacht das ich sie " in Ruhe " gelassen habe und nicht mehr versucht habe sie zu streicheln. Es hat lange gedauert aber irgendwann fing es an das sie sich erst nur neben mir aufs Sofa gesetzt hat und dann wurde ich irgendwann mit ihrem Kopf angestupst und ich dürfte sie streicheln. Sie genießt zwar ihre streicheleinheiten aber total verschmust ist sie nie geworden, muss sie aber auch nicht ich lieb sie hält auch so wie sie ist. :-D
 
  • Langsam verzweifelt... Beitrag #10
Vielen Dank für eure Antworten und Mut machen!
Ich habe heut auf Arbeit auch noch mal über alles nachgedacht.:roll:
Ich werde auch nicht gleich wieder versuchen ihn zu streicheln und soviel Zeit lassen wie er braucht. Man merkt ja auch das es ihm sehr schwer fällt und Überwindung kostet z.B. ins Wohnzimmer zu uns zu kommen. Ich werde die Ratschläge beherzigen und morgen mal meine,,Lesestunde'' auf den Fußboden verlegen;-)
Danke nochmal.
 
  • Langsam verzweifelt... Beitrag #11
Hallo
Ich kann nur aus der Psychologie von Hunden,Pferden oder Papageien sprechen.Mach deinen alltäglichen Rythmus.Gib Futter,Wasser usw.Beachte ihn nicht,rede in seiner Gegenwart mit einer ganz ruhigen monotonen Stimme.Irgendwann wird jedes Tier neugierig und versucht Kontakt zu bekommen.Es kann verdammt lang dauern,aber es funktioniert.
Viel Erfolg

Bei meinem Pferd hat es 3 Jahre gedauert bis er mir endlich 100% vertreauen konnte.In seinen jungen Jahren ist er damals fürchterlich gequält und mißhandelt worden.
 
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