Ich weiß, der "kein Getreide, kein Zucker"-Slogan ist auch hier im Forum weit verbreitet, aber er ist etwas zu kurz gesprungen. Eigentlich kommt es auf den Kohlenhydratgehalt an, der sollte möglichst niedrig sein. Und Getreide ist (neben Kartoffeln) die Haupt-Kohlenhydratquelle in Katzenfutter.
Ja, bitte nur Nassfutter füttern. Trockenfutter ist ein Leckerli oder eine Beschäftigungsmöglichkeit (für Fang- und Suchspiele, Fummelbretter, Clicker-Belohnung ...) und hat im Futternapf nix zu suchen. Die Zusammensetzung ist einfach nicht artgerecht, auch nicht die von getreidefreiem Trockenfutter. (Näheres dazu findest du überall im Forum.)
Für die Zahnpflege sind 2-3 Rohfleischmahlzeiten die Woche ne sinnvolle Ergänzung.
Nassfutter nach Qualität sortieren:
- Pflanzliche Nebenerzeugnisse und pflanzliche Eiweißextrakte haben im Katzenfutter genauso wenig zu suchen wie undefiniertes Getreide. Da handelt es sich um Abfall aus der Lebensmittelproduktion, der für die Katze bestenfalls wertlos und schlimmstenfalls schädlich ist. Futter mit diesen Inhaltsstoffen sofort aussortieren.
- Allgemein sollten pflanzliche Bestandteile möglichst genau deklariert sein, und zwar sowohl die Art (Reis, Nudeln, Karotten ...) als auch die Menge. Futter mit einem pflanzlichen Anteil von mehr als 5% würd ich generell im Regal stehen lassen.
Unter 5% ist Gemüse oder Reis für mich OK, ich würde aber kein glutenhaltiges Getreide (Weizen, Mais) verfüttern - also auch keine Nudeln -, weil viele Katzen das Gluteneiweiß auf Dauer nicht vertragen und eine Futtermittelallergie davon bekommen.
- Futter, bei dem die tierischen Bestandteile einzeln angegeben sind (x% Fleisch, x% Herz, x% Leber ...) ist fast immer besser als Futter, das nur "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" deklariert, ohne nähere Informationen.
- Der tierische Anteil sollte auch von den Tierarten her möglichst komplett deklariert sein - also, die angegebenen Tierarten in der Deklaration sollten sich möglichst zu 100% addieren (z.B. "70% Pute, 30% Rind").
Am schlechtesten ist hier Futter, bei dem nur "mind. 4% Huhn" steht. Das sagt ja über den tatsächlichen Inhalt fast nichts aus, es ist nur eine Info an den Gesetzgeber - es müssen nämlich ganze 4% Huhn enthalten sein, damit das Futter vorn auf der Dose den Namenszusatz "... mit Huhn" tragen darf.
(Achtung, diese Prozentzahlen haben NICHTS mit dem Fleischanteil zu tun!)
- Wenn diese ganzen Voraussetzungen erfüllt sind, dann sollte der Rohproteingehalt mindestens bei 10% und der Rohfettgehalt mindestens bei 5% liegen. Dann kann eigentlich fast nix mehr schiefgehen.