Ich bin gerade mit meinem Latein am Ende, vielleicht hat jemand von euch einen Tipp.
(Sorry, Text ist bissi lang geworden)
Zur Vorgeschichte:
Wir haben einen Kater (4,5 Jahre) und eine Katze (vermutlich 2,5 Jahre), beide sind kastriert und reine Wohnungskatzen. Sie sind seit einem knappen halben Jahr bei uns und waren vorher gemeinsam in einer Pflegestelle untergebracht von der wir sie übernommen haben. Von da haben wir folgende Informationen zu den beiden bekommen:
Er hat in seiner alten Familie mit einer Katze zusammengelebt, die ebenfalls von dieser Pflegestelle übernommen wurde. Sie haben sich aber nie so recht vertragen. Er ist ein eher schüchterner, etwas ängstlicher Schmusekater und sie wohl sehr dominant und hat ihn immer untergebuttert. Deswegen wurden sie getrennt vermittelt. Er hat sehr unter der Trennung von seiner Familie gelitten und war sehr mager als er zu uns kam.
Sie ist eine ehemalige Straßenkatze, die hochträchtig aufgelesen worden ist. Sie ist sehr scheu und zieht sich gerne zurück. Während sie ihre Jungen aufgezogen hat, ließ sie die Pflegedosi ohne weiteres in die Nähe und sich streicheln. Nachdem die Jungen vermittelt waren, hat sie sich wieder zurückgezogen. Sie musste dann Pflegestelle wechseln, auch im neuen Platz hat es eine ganze Weile gedauert, bis sie sich frei in der Wohnung bewegt hat.
In der gemeinsam Pflegestelle waren sie zum Zeitpunkt als wir sie dort besucht haben die einzigen Pflegekatzen. Die Pflegedosi hat aber drei eigene Katzen die alle recht wild waren und auch gerne mal wilder gespielt haben. Unsere beiden haben sich deswegen die meiste Zeit im Bad verbarrikadiert, weil es da am ruhigsten war.
Und dann kamen wir
Unser erstes Zusammentreffen war in eben diesem Bad. Die beiden hatten sich gemeinsam in eine Kuschelhöhle zurückgezogen, er ist aber gleich rausgekommen um uns zu begrüßen (hat er bei anderen Interessenten nicht gemacht

). Die Pflegedosi hat uns auch erzählt, dass sie sich gegenseitig putzen. Nachdem wir uns gleich in die beiden verliebt haben und es so schien als ob sie sich gut verstehen würden (wir haben uns lange mit der Pflegedosi unterhalten), haben wir uns entschieden ihnen ein neues zu Hause zu geben.
Anfangs lief auch alles ganz gut. Er hat sich sehr schnell eingelebt und auch rasch an Gewicht zugelegt. Nach ein paar Wochen hat er auch angefangen zu spielen, was er in der Pflegestelle nie gemacht hat und bei uns am Anfang trotz Animieren auch nicht. Er hat auch schnell gefallen am Fummeln entwickelt und ist insgesamt richtig aufgeblüht und hat ordentlich an Selbstbewußtsein gewonnen.
Bei ihr hat es zwar einige Zeit gedauert, aber nach einigen Wochen waren wir ihr nicht mehr ganz so unheimlich und sie hat immer öfter ihr Versteck unter der Couch verlassen. Unser
Tierarzt hat dann festgestellt, dass ihr Zahnfleisch ganz entzündet war und vier Zähne schon so angegriffen waren, dass sie gezogen werden mussten. Sie hatte sicher Schmerzen, was sicher ein Grund für ihre Schüchternheit war. Kaum waren die Zähne draußen und die Schmerzen weg, hat sie angefangen große Fortschritte zu machen. Sie lässt sich mittlerweile sogar manchmal kraulen und liegt neben uns auf der Couch, schläft unterm oder auf unserm Bett, sie spielt, wenn auch nur alleine...
Was das Zusammenleben der beiden angeht, haben sie sich am Anfang nicht so sehr füreinander interessiert. Als sie dann auch mehr rausgekommen ist, sind sie viel gemeinsam z.b. auf der Couch gelegen. Nie eng zusammengekuschelt, aber nebeneinander. So haben sie auch meistens geschlafen. Irgendwann war es dann euch möglich, dass man sich zu den beiden dazu gesetzt hat, vorher ist sie dann immer weg. Andersrum ist sie auch zu einem auf die Couch/Bett gekommen...
Und das war dann auch der Zeitpunkt wo unser Problem angefangen hat. Er hat vor einigen Wochen angefangen sie immer mal wieder zu "jagen". Er rennt ihr nach, treibt sie in ein Versteck und geht dann entweder weg oder belagert sie noch ein bisschen. Er tut ihr aber nicht weh, er hebt nicht seine Pfote, beißt nicht, nix, er faucht nicht mal. Manchmal baut er sich aber so richtig vor ihr auf, macht sich groß und schaut sie ganz bedrohlich an. Ich glaube für ihn ist das mehr Spiel als Ernst bzw. mehr so eine Machtdemonstration, sie findets jedenfalls gar nicht lustig. Sie tut ihm zwar auch nichts, faucht oder knurrt aber und hat offensichtlich Angst und zieht sich an manchen Tagen wieder sehr zurück.
Wir haben versucht uns zwischen die beiden zu stellen, was auch gut funktioniert. Er ist dann bissl irritiert und hört auch gleich auf ihr nachzurennen. Das hält ihn aber nicht davon ab es später nochmal zu machen..
Es gibt aber auch Situationen die eigentlich immer unproblematisch sind. Wenn sie beide auf das Essen warten zum Beispiel. Oder wenn er vorher bespaßt wurde, müde ist und es sich irgendwo richtig gemütlich gemacht hat. Ihn zu beschäftigen hilft also schon mal, geht halt nur leider nicht, wenn wir beide arbeiten sind.
Interessant ist auch, dass beim Essen sie die Hosen an hat. Sie frisst aus der Schüssel aus der sie will und wenn er da grad frisst, dann drängelt sie ihn einfach weg. Manchmal schaut er ihr auch erst beim Essen zu, bevor er selber frisst.
Mittlerweile ist es auch manchmal so, dass sie solche Jagdsituationen (unabsichtlich) provoziert. Mir ist aufgefallen, dass er manchmal nur in ihre Richtung geht. Sie sitzt da, zögert und entscheidet "ich renn mal lieber weg" und erst dann rennt er ihr nach. Oft merkt man ihm richtig an, dass er sich erst wenn sie wegrennt zu ihr dreht und manchmal sogar selber kurz zögert ob er ihr jetzt nach soll oder nicht.
Diese Woche ist noch ein weiteres Problem dazu gekommen. Sie hat angefangen in den Vorraum (eigentlich nur ein Mini-Gang gleich hinter der Wohnungstür) zu pinkeln. Dazu muss man sagen, dass der eine recht geschützte Niesche ist, die nur einen Zugang hat und von der man den ganzen Wohnbereich überblicken kann. Wir haben da jetzt ein provisorisches Klo aufgestellt, das sie auch annimmt. Wir vermuten, dass er sie mal auf dem KaKlo "überfallen" hat. Wir haben auch schon vorher beobachtet, dass er ihr dahin gefolgt ist, er ist dann aber nicht rein und es war im Endeffekt nichts.
Das kanns natürlich auch nicht sein, dass sie jetzt nichtmal mehr am Klo ihre Ruhe hat...
Kann es sein, dass er "einfach nur" übermütig geworden ist? Er war ja eigentlich sein ganzes Leben der Unterwürfige...
Ich denke, dass es sicher hilfreich wäre ihr Selbstvertrauen auch mehr zu stärken, aber wie?!
Wir sind für alle Anregungen dankbar
