klar, die schwierigsten Fälle sind so Notfälle.
Und: das erste Mal hab ich auch ganz schön gerudert, bis ich meine beiden in den Kisten hatte.
Letzten Endes habe ich einfach die Erfahrung gemacht, dass es tatsächlich auf die innere Einstellung und damit auf die Ausstrahlung ankommt. Als ich selbst grauslich nervös war und ängstlich, da war nichts zu machen, bzw. da war es ein Kampf.
Und dann, beim zweiten Mal bin ich mit einer anderen Einstellung rangegangen und es war viel viel einfacher. Ich habe mir bewußt gemacht, dass ICH hier die Chefin bin und diejenige, die die Verantwortung und das Wissen hat. Und ich wußte, dass meine beiden zum Tierarzt müssen. Punktum. Da gab es nichts zu diskutieren und das war auch gar nichts schlimmes. Natürlich mochten sie es nicht, aber das war in dem Fall irrelevant. Worauf es ankam war, dass sie zum Tierarzt mussten. Das war gut und notwendig und darüber gab es keinerlei Zweifel. Und es gab auch keinen Zweifel, dass sie dafür in die Box kamen. Es musste sein, fertig, aus.
Und genau diese Einstellung, dieses Denken hat sich auch auf die Katzis übertragen. Natürlich waren sie nicht begeistert und kurz getestet haben sie trotzdem, ob sie entwischen können. Aber ich habe ihnen ganz ruhig gesagt: Du hast keine Wahl, du gehst da jetzt rein. Und ich war in meinen Bewegungen und allem ruhig, bestimmt, und sogar langsam. Ich musste nicht schneller sein als sie, sondern langsamer. Festhalten, bis sie sich etwas beruhigt hatten, dann in die Box schieben.
Dass meine ich.
übrigens war die Einfangaktion von Mietzi, als sie mir ausgebüxt war und ich in dem Kelller saß, der tausend für mich unerreichbare Katzenverstecke hatte, ein Paradebeispiel dafür. Ich war so furchtbar aufgeregt, so verzweifelt, durcheinander, froh, ängstlich - da half nur Tricksen, Einfangen war unmöglich, denn Mietzie war in einer ganz ähnlichen Verfassung. Ich habe es nicht geschafft, mich innerlich zu beruhigen, obwohl ich es mehrfach versucht habe. Ich hatte sie zweimal in der Hand, beide Male hat sie sich rausgewunden und mich total zerkratzt (ich liebe diese Narben!)... zum Glück war sie fast verrückt vor Hunger, so dass ich sie dann mit Futter in die Box locken konnte. Wäre sie satt gewesen, hätte ich echt ein Problem gehabt, denn ich war nicht ruhig und bestimmt genug und sie hat das genau gespürt und instinktiv darauf reagiert.
:-D