Hallo allerseits. Ich bin noch neu hier und habe mich angemeldet, weil ich Erfahrungsberichte zu „XXXXX“ suchte. Hiervon gibt es komischerweise nicht sehr viele und die wenigen, die es gibt, sind eher negativ. Ich selbst musste leider eine sehr schlechte Erfahrung machen, von der ich euch gerne berichten möchte:
Wir haben uns vor etwa 6 Monaten eine Katze (ca. 8 Jahre alt) aus dem Tierheim geholt. Die Eingewöhnung war relativ unkompliziert. Die Katze hat nur einen einzigen Makel ... Sie ist eine Opernsängerin. Kastriert ist sie. Davon kommt es also nicht. Wir kennen leider die Vorgeschichte dieser Katze nicht, so dass wir das Verhalten unserer Katze nur erahnen konnten. Wir dachten, sie vermisst oder sucht etwas oder trauert. Dann dachten wir, sie ist tagsüber vielleicht zu lange alleine und klagt deshalb nachts ihr Leid. Lange Rede, kurzer Sinn. Wir entschieden uns für eine Zweitkatze.
Da es im Tierheim keine passende Katze gab, sind wir auf "XXXXX“ gestoßen und haben dort angerufen. Die ältere Dame war am Telefon sehr nett und stellte uns allerhand Fragen (Größe der Wohnung, Anzahl der Personen, Kinder, Alter u. Geschlecht unserer Katze ...), was schon mal positiv zu bewerten ist. Letztlich machte sie uns Hoffnung, denn sie hatte eine passende Katze für uns. Eine 5-jährige Langhaarkatze, die sie vor 3 Tagen reinbekommen hätten. Sie sei auf der Straße gefunden und abgegeben worden. Einziger Makel sei ein trübes Auge, was uns jedoch nicht störte.
Wir fuhren ins Katzenhaus und nahmen die Katze mit. Sie war in einem sehr schlechten Zustand (sehr mager und verklebtes, stinkendes Fell) und tränende Augen. Die Katze sei wohl beim Tierarzt gewesen und angeblich auch gesund. Sie hätte lediglich eine Augensalbe bekommen. Das trübe Auge sollten wir regelmäßig mit Kamillentee säubern.
Die Eingewöhnung war für diese Katze im Prinzip auch problemlos. Die ersten zwei Tage verzog sie sich. Sie sah wirklich elend aus. Dann aber war sie immer bei uns. Sie lief uns hinterher wie ein Hündchen und suchte menschliche Nähe. Sie war regelrecht dankbar.
Nur Streicheln mochte sie nicht sonderlich.
Sie fraß ordentlich und trank erstaunlich viel, ging auf`s Klo. Wir kämmten ihr Fell und säuberten die Augen, die immer weiter tränten. Nach 6 Wochen tränten die Augen so stark, dass wir keine Zeit verloren und zum Tierarzt gingen.
Die Diagnose:
- chronischer Katzenschnupfen (ansteckend für unsere Erstkatze)
- schwere Arthrose und starke Schmerzen
- erhöhter Augendruck bei dem trüben Auge (muss operativ entfernt werden) und
damit einhergehend starke Schmerzen
- beginnende Eintrübung des gesunden Auges
- vermutete Diabetes
- Gebiss müsste komplett saniert werden
- wahres Alter der Katze: mindestens 10 Jahre (nicht 5)
Die Katze wurde aus Russland eingeschleppt. Sie hatte sogar einen Impfpass (komisch, wo sie doch auf der Straße aufgegriffen wurde).
Der Tierarzt sagte es zwar nicht eindeutig, jedoch durch "die Blume" ... Wir würden mit dieser Katze keine Freude haben und die Katze selbst hätte keine Lebensqualität, da sie starke Schmerzen hat ... Die Augen-OP würde sie in diesem Zustand überhaupt nicht überstehen. Der Tierarzt gab ihr eine Schmerzspritze und Antibiotikum und uns den Rat, die Katze zurückzugeben. Er meinte, er könne anhand der Impfungen sehen, dass die Katze mindestens schon seit einem Jahr in Deutschland sein müsse. Wer weiß, durch wie viele Hände sie schon gegangen ist.
Ich war völlig überfordert, geschockt, traurig, wütend ... und rief bei der alten Dame an. Wir wollten die Verantwortung für diese Katze nicht übernehmen, auch wenn sie uns wahnsinnig leid tat und brachten sie zurück. Letztlich wollten wir auch keine Ansteckung zu unserer Erstkatze riskieren.
Eine Woche (genauer gesagt gestern) später teilte uns die alte Dame telefonisch mit, sie hätten die Katze einschläfern lassen. Gleichzeitig bombardierte sie uns mit Vorwürfen, wir hätten nicht alles für diese Katze getan und ob sie es denn überhaupt gut bei uns gehabt hätte. Wir wären viel zu spät zum Tierarzt gegangen und sie hätten doch sämtliche Kosten übernommen (darum ging es überhaupt nicht), aber bei einer totkranken Katze könnten auch sie nichts mehr machen. Die Pflegefamilie (ich frage mich welche) wolle wissen, warum die Katze plötzlich (????) so krank geworden sei.
Ich bin immer noch fassungslos. Es wurde uns von Anfang an eine totkranke Katze vermittelt und wir sollen jetzt Schuld daran sein, dass sie eingeschläfert werden musste?! Die Katze hatte von Anfang an starke Schmerzen (deswegen wollte sie ja vermutlich auch nicht gestreichelt werden), was uns jedoch nicht bewusst war, da wir glaubten, sei gesund (so wurde sie uns ja auch vermittelt). Wie soll man das normale Verhalten einer Katze von dem Verhalten unterscheiden, wenn sie Schmerzen hat und leise leidet, wenn die Katze neu ist und man davon ausgeht, dass mit dieser Katze alles in Ordnung ist?
Wieso werden Katzen vermittelt, bevor ein richtiger Tierarzt drüber geschaut hat? Dieser hätte festgestellt, dass es sich bei dieser Katze um eine "alte Oma" handelte, die dringende medizinische Versorgung benötigt hätte.
Ich bin maßlos enttäuscht. Für mich kommt dieser Verein nie wieder in Frage. Ich kann nur abraten.
Um die Geschichte zu Ende zu bringen ...
Das Gejaule unserer Erstkatze war in der Zeit, als die zweite Katze bei uns war weniger geworden, setzte dann aber wieder voll ein. Mittlerweile haben wir eine neue Zweitkatze (private Hand) und siehe da ... Das Jaulen ist so gut wie weg und unsere Erstkatze ist verschmuster denn je.