Wie konntest du?

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Tschikitta

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Hallo leute,
dieses habe ich heute im Internet gefunden:

Jessica Railey: Wie konntest Du?

Als ich noch ein Kätzchen war, unterhielt ich dich mit meinem Herumtollen und brachte dich zum Lachen. Du nanntest mich “dein Baby” und, obwohl ich einigen Nippes “killte” wurde ich deine beste Freundin.

Wann immer ich etwas “anstellte”, hobst du mahnend den Zeigefinger und sagtest: “Wie konntest du!?”

Aber schon warst du wieder so zärtlich und hast mich eng an dich gedrückt. Als du im Studium so viel lernen musstest, hattest du natürlich wenig Zeit für mich. Aber ich verstand das immer, und spielte mit meinen Bällchen.

Ich erinnere mich an alle die Nächte, in denen ich mich in deinem Bett ganz eng an dich schmiegte, und das Leben vollkommen schien. Du tolltest dann auch wieder mit mir herum, und wir genossen die Sonne gemeinsam auf dem Balkon.

Von deinem Frühstück gab’s für mich immer was vom Schinken, “aber nicht zuviel, das ist für Katzen ungesund!” Und ich schlief solange, bis du von der Arbeit nach Hause kamst.

Nach und nach verbrachtest du immer mehr Zeit auf der Arbeit als mit mir, um “Karriere” zu machen.

Dann warst du so viel weg, um einen Menschenpartner kennen zu lernen. Ich wartete immer geduldig auf dich, tröstete dich bei jedem Liebeskummer, tapste mit meinen Pfoten deine Tränen vom Gesicht und freute mich, als du endlich “deinen” Partner fandest. Zwar keinen Katzenfreund, aber ich respektierte deine Wahl.

Ich war glücklich, weil du glücklich warst! Dann kamen nacheinander deine Kinder zur Welt. Ich teilte die Aufregung mit dir. Ich war von den süssen Kindchen so fasziniert, dass ich sie mit bemuttern wollte. Aber du und dein Partner dachten nur daran, dass ich den Kindern schaden, sie gar verletzen könne.

Deshalb wurde ich auch noch aus dem grossen schönen Raum ausgesperrt. In dein Bett durfte ich schon lange nicht mehr.

Ich liebte die Kinder, und wurde “Gefangene der Liebe”. Sie fingen an zu wachsen, und ich wurde ihre Freundin.

Sie zerrten an meinen Ohren, meinem Fell, meinem Schwanz, hielten sich auf wackligen Beinchen beim Laufen lernen an mir fest. Sie erforschten meine empfindliche Nase mit unbeholfenen Fingerchen, und ich hielt bei all dem geduldig still.

Ich liebte alles an den Kindern, besonders ihre Berührungen, weil deine so selten wurden. Ich war bereit, die Kinder notfalls mit meinem Leben zu verteidigen. Ich war bereit, in ihre Bettchen zu schlüpfen, um ihre Sorgen und Träume anzuhören. Und zusammen mit ihnen erwartungsvoll auf das Motorengeräusch deines Autos zu hören, wenn du in unsere Auffahrt einbogst.

Vor langer Zeit, als man dich fragte, ob du ein Haustier hättest, zogst du aus deiner Tasche ein Foto von mir und erzähltest so liebevoll von mir.

Die letzten Jahre gabst du nur noch ein knappes “Ja” zur Antwort und du wechseltest dann das Thema. Ich war früher “deine Samtpfote” und bin heute “nur eine Katze”.

Dann hattet ihr eine neue Karrieregelegenheit in einer anderen Stadt. Du und eine Familie zogen in eine Wohnung, in der Haustiere nicht erlaubt waren.

Ein Mann hat euch das extra noch gesagt, und ihr habt ohne zu Zögern unterschrieben. Beide. Du hattest für dich und deine Familie eine Entscheidung zu finden, die richtig war. Obwohl einmal ich auch deine Familie war.

Die Autofahrt machte Spass, weil auch die Kinder mitfuhren. Als ich merkte, wo wir angekommen waren, war der Spass zu Ende. Es roch nach Hunden und nach meinen Artgenossen, nach Angst, Desinfektionsmitteln und Hoffnungslosigkeit.

Du fülltest Papiere aus und sagtest, dass du wissen würdest, dass man ein gutes Heim für mich finden würde.

Die beiden Damen hinter dem Schreibtisch zuckten mit den Achseln und betrachteten dich merkwürdig.

Sie verstanden die Wirklichkeit, der eine Katze über die fünfzehn Jahre gegenüberstand.

Du hattest die Finger deiner jüngsten Tochter aus meinem Fell lösen müssen, während sie weinte und schrie “Nein, nein nehmt mir meine liebe Katze nicht weg!” Ich wunderte mich noch, wie du ihr ausgerechnet in diesem Moment etwas von Freundschaft, Verantwortung und Loyalität vermitteln wolltest. Zum Abschied tipptest du leicht auf meinen Kopf, vermiedest dabei tunlichst mir in die Augen zu sehen, und lehntest es höflich ab meine offen daneben stehende Transportbox wieder mitzunehmen.

Du hattest einen wichtigen Termin einzuhalten, nun habe ich auch einen.

Kurz nachdem du weg warst, sagte eine der netten Damen, du hättest mit Sicherheit schon Monate vorher vom Umzug gewusst, und somit wäre Zeit gewesen, einen “guten Platz” für mich zu finden. Sie schüttelten bedrückt den Kopf und fragten leise: “Wie konntest du?”

Die Damen widmeten sich uns, wann immer es ihre Zeit zuliess. Wir bekamen gute und reichliche Mahlzeiten, aber ich verlor meinen Appetit schon vor vielen Tagen.

Anfangs hoffte ich unentwegt, dass du zurückkämest, und mich hier rausholen würdest. Dass alles nur ein böser Traum gewesen wäre und ich aufwachen würde .... bei dir zu Hause .....

Aber du kamst nie. Und dann, wann immer jemand an “meinem” Vermittlungszimmer vorbei ging, presste ich bittend meine Pfoten durch jeden möglichen Spalt. Gab es niemanden, der mich mochte? Niemanden, dem ich all meine Liebe, Dankbarkeit und zärtliche Treue schenken durfte?

Die Wahrheit war, dass ich es nicht mit den süßen kleinen knuddeligen Katzenkindern aufnehmen konnte. Unbeachtet, von allen übersehen und vergessen, zog ich mich in eine Ecke zurück, stand nicht mehr auf.

Eines Tages, am Nachmittag, hörte ich Schritte. Man hob mich auf, trug mich über einen langen Korridor, der in einen Raum mündete. Es war ein seliger, ruhiger Raum. Die Frau legte mich auf den Tisch, streichelte behutsam über meinen Kopf und erklärte mir, dass ich mich nicht sorgen solle.

Mein Herz schlug voller Erwartung auf das, was nun kommen sollte. Gleichzeitig hatte ich ein Gefühl des Loslösens.

Mir, der Gefangenen der Liebe, gingen die Tage aus. Ich war mehr um die nette Frau besorgt als um mich selbst. Ich erkannte, dass sie an einer Last tragen müsse, die Tonnen wog. Sie band leicht etwas um meine Vorderpfote, während eine Träne ihre Wange hinunter kullerte. Ich schob meinen Kopf in ihre Hand so wie ich es immer bei dir getan hatte, um dir meine Liebe zu zeigen. Ich spürte einen leichten Einstich und eine kühle Flüssigkeit, die in mich hinein floss. Ich streckte mich schläfrig aus, schaute dabei in die freundlichen Augen der Frau und murmelte:” Wie konntest du?”

Möglicherweise verstand sie mein leises Miauen, denn sie sagte:” Es tut mir leid!” Sie umarmte mich hastig und erklärte, dass es ihr Job sei, mir einen besseren Platz zu verschaffen, wo ich nicht missbraucht, ignoriert und verlassen sein würde. Einen Platz, an dem ich mich nicht verkriechen müsse, einen Platz der Liebe und des Lichts, der so anders sei als auf Erden. Mit meinem letzten Funken Energie öffnete ich weit meine Augen und sah sie unverwandt an, versuchte ihr so zu sagen, dass mein “Wie konntest du?” nicht an sie gerichtet war.

Ich dachte an dich, du mein geliebter Mensch.

Ich werde immer an dich denken und auf dich warten. Mein letzter Atemzug ist mein Wunsch, dass dir in deinem Leben immer diese Loyalität widerfährt ....



Einige Worte des Autors:
Wenn “Wie konntest du?” Tränen in Ihre Augen trieb, dann erging es Ihnen genauso wie mir, als ich dies schrieb. Jedermann ist es erlaubt, diese Geschichte weiterzugeben, solange es einem nicht kommerziellen Zweck dient. Erklären Sie der Öffentlichkeit, dass die Entscheidung, ein Haustier aufzunehmen, in eine Familie zu integrieren, eine wichtige für das Leben ist, dass Tiere unsere Liebe und unseren Respekt verdienen.
 
  • Wie konntest du? Beitrag #2
:-:)-:)-:)-:)-:)-:)-:)-:)-(


....mir fehlen die Worte.

LG
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Wie konntest du? Beitrag #3
Schlimm sowas... :sad:
 
  • Wie konntest du? Beitrag #4
Sehr traurige Geschichte :sad:, in der leider auch die Wahrheit durchstrahlt, wenn man mal wieder daran denkt wieviele Tiere in den Tierheimen sitzen, ausgesetzt, weil der Sommerurlaub wichtiger ist oder aus schlechter Haltung....Es gibt leider noch viel zu viele Menschen, die sich über die Anschaffung eines Tieres zu wenig Gedanken machen und in den weiteren Verlauf ihres Lebens passt das kleine (inzwischen große), süße Kätzchen nicht mehr rein! :cry:
 
  • Wie konntest du? Beitrag #5
wie unsagbar traurig. nie könnte ich das einem tier antun. eher würde ich auf vieles verzichten.
lg
 
  • Wie konntest du? Beitrag #6
:cry: :cry: :cry:
Leider viel zu oft Realität
:cry: :cry: :cry: :cry: :cry: :cry:

Ganz schlimm finde ich auch die,
die ihre Katzen in der Schwangerschaft wegwerfen!
 
  • Wie konntest du? Beitrag #7
man sollte es sich zum projekt machen und JEDEM, einfach jedem der hier seine ein oder zwei jährigen katzen zum verkauf anbietet diesen text per pm schreiben:


einfach nur schrecklich wie die leute ihre katzen weggeben sobald die nicht mehr klein und niedlich sind
 
  • Wie konntest du? Beitrag #8
:cry: :cry: :cry:
Leider viel zu oft Realität
:cry: :cry: :cry: :cry: :cry: :cry:

Ganz schlimm finde ich auch die,
die ihre Katzen in der Schwangerschaft wegwerfen!

das finde ich auch furchtbar, schließlich ist das absolut übertrieben...
aber es gibt leider so viele menschen, die ihre tiere nicht als lebewesen mit gefühlen sehen...:sad:
 
  • Wie konntest du? Beitrag #9
Oh je...schlimm sowas.
 
  • Wie konntest du? Beitrag #10
Ein unglaublich trauriger, und so wahrheitstreuer Text. Mir standen wirklich Tränen in den Augen.

man sollte es sich zum projekt machen und JEDEM, einfach jedem der hier seine ein oder zwei jährigen katzen zum verkauf anbietet diesen text per pm schreiben:


einfach nur schrecklich wie die leute ihre katzen weggeben sobald die nicht mehr klein und niedlich sind
Eine gute Idee, diesen Text Leuten direkt unter die Nase zu schieben.
Nur leider hilft es nix. Denn diese Leute wollen einfach nur Geld machen oder ihre Tiere schnell los werden.
Aber ich werde mal auf ein paar solcher Anzeigen reagieren. Mal schauen, wieviele Hass-Mails ich zurück bekomme :mrgreen:
 
  • Wie konntest du? Beitrag #11
man sollte es sich zum projekt machen und JEDEM, einfach jedem der hier seine ein oder zwei jährigen katzen zum verkauf anbietet diesen text per pm schreiben:


einfach nur schrecklich wie die leute ihre katzen weggeben sobald die nicht mehr klein und niedlich sind

Finde es ehrlich gesagt auch schade, dass meine Fellis so schnell groß geworden sind...aber süß sind sie immer noch und auch wenn sie es irgendwann nicht mehr sind...ich werde sie nicht wegen so etwas weggeben. Da müsste ich schon schwer krank werden, dass ich mich nicht mehr um sie kümmern kann und keiner, dem ich das zutraue. Aber nicht wegen nem Umzug oder nem Job...oder anderen bekloppten Gründen.
 
  • Wie konntest du? Beitrag #12
Tränen in den Augen??
Mir laufen gerade ganze Sturzbaeche die Wangen runter.
Ich habe vor einiger Zeit mal der Krabbe versprochen, dass ihr so etwas nie nie passieren wird. Dass ich bis zum letzten Atemzug über sie wachen werde. Dieses Versprechen werde ich heute noch einmal wiederholen...
 
  • Wie konntest du? Beitrag #13
Tränen in den Augen??
Mir laufen gerade ganze Sturzbaeche die Wangen runter.
Ich habe vor einiger Zeit mal der Krabbe versprochen, dass ihr so etwas nie nie passieren wird. Dass ich bis zum letzten Atemzug über sie wachen werde. Dieses Versprechen werde ich heute noch einmal wiederholen...

Jetzt treibst Du mir noch die Tränen in die Augen vor Rührung!
Recht Du hast! Diese Versprechen gebe ich auch meinen Fellnasen ab.
Danke für die Geschichte. :sad:
 
  • Wie konntest du? Beitrag #14
Jetzt treibst Du mir noch die Tränen in die Augen vor Rührung!
Recht Du hast! Diese Versprechen gebe ich auch meinen Fellnasen ab.
Danke für die Geschichte. :sad:

Sorry, aber bei solchen Themen bin ich übersensibel! :-(
 
  • Wie konntest du? Beitrag #15
... Ich hab die Geschichte gar nicht richtig gelesen, als ich realisiert habe, dass es kein Happy End gibt :sad: der Titel ist sehr treffend.

Sowas macht einem nur sprachlos. Ich bewundere die Menschen, die im Tierschutz arbeiten und fast täglich solche Geschichten erleben. Ich könnte damit glaub nicht umgehen... Würde wohl alle nach Hause nehmen... Was dann wohl auch nicht mehr artgerecht für die Fellnasen wäre...
Aber Du hast so schöne Worte gefunden... Hat mich sehr berührt.
 
  • Wie konntest du? Beitrag #16
  • Wie konntest du? Beitrag #17
:lol:
Ja über die Jahre wird sicher die eine oder andere Geschichte doppelt gepostet :lol:
 
  • Wie konntest du? Beitrag #18
Eine wundervolle Geschichte zum Nachdenken und ein bisschen zu verstehen wie unsere Wollkneule fühlen & denken...
 
  • Wie konntest du? Beitrag #19
:cry:

Ohje... und gerade heute fahre ich ins Tierheim und wollte nach so einem Tier schauen...
 
  • Wie konntest du? Beitrag #20
Ich kannte den Text schon. Einfach schrecklich, dass Leute ihre Tiere einfach abschieben. Bei mir gehören sie zur Familie. Ich geb doch auch nicht meine Kinder weg. Als ich damals schwanger wurde hatte ich Wüstenrennmäuse und 2 Katzen (waren vom Vater der Kids). Meine Oma hat gleich gefragt, ob denn auch die Tiere abgegeben werden. Nein...niemals.
Meine Tiere bleiben bei mir, bis sie irgendwann über die Regenbogenbrücke gehen. Wenn das soweit ist (dauert hoffentlich noch gaaaanz lange), werde ich einer alten Katze aus dem Tierheim ein neues zuhause geben.
 
Thema:

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