Hallo liebe Forengemeinde,
heute möchte ich euch die Geschichte von Minka erzählen so wie diese mir erzählt wurde.
Diese Geschichte erzählte mir wiederrum eine Bekannte (nennen wir sie Gerda) die in Süddeutschland wohnt. Sie wohnt in direkter Nachbarschaft von einer meiner Töchter (Diese wollte unbedingt ins Ausland, darum suchte und fand sie eine Arbeitsstelle in Bayern :roll

dieser Satz stammt von meiner Tochter)) Dort spielt sich auch diese Geschichte ab.
Lassen wir nun Gerda erzählen:
Hallo, mein Name ist Gerda. Ich arbeite schon seit über 30 Jahren in unserem Orts ansässigem Tierheim. Es ist mit Sicherheit schon über 20 Jahre her, da brachten uns drei Kinder eine Katze die sie im Straßengraben gefunden hatten. Unser Tierheim ist nur 100m von der Fundstelle entfernt. Die Katze war offensichtlich von einem Auto angefahren worden. Wir brachten die Katze sofort zu unserem Tierarzt. Dieser untersuchte die Katze. Er stellte folgendes fest: Schädelbruch im Bereich des linken Auges, Trümmerbruch der rechten Hinterpfote, Trümmerbruch des Schwanzes (wahrscheinlich ist das Auto über den Schwanz und die Hinterpfote gerollt). Außerdem stellte er fest, die Katze ist weiblich, ca 6 Jahre alt und Kastriert. Der Tierarzt meinte, dass noch eine kleine Chance besteht, das die Katze das überlebt. Aber nur eine ganz kleine. Nach Rücksprache mit dem Tierheim sollte die kleine ihre Chance bekommen.
Wir nannten sie bald Minka.
Minka wurde schnell gesund und wurde eine wunderschöne Katze. Sie wurde von allen die im Tierheim arbeiteten geliebt.
Jedes mal wenn die Leute kamen um sich Katzen anzusehen und diese gleich mitzunehmen(das war damals noch möglich), rannte auch Minka zu den Leuten hin. Doch keiner wollte sie! Wer nimmt schon eine Katze der ein Bein fehlt, die auf einem Auge Blind ist und dessen Schwanz nur noch aus einem 5cm langem Stummel besteht?
Keiner!
Und so zog sich Minka immer mehr zurück. Bei Besuchen ging sie nicht mehr zu den Leuten sondern blieb auf ihrer Decke liegen. Nur ab und an hob sie den Kopf um dann resigniert diesen wieder hinzulegen.
Minka war schon fast 2 Jahre bei uns als wir einen Tag der offenen Tür veranstalteten. Dieses machten wir 2mal im Jahr. Wie immer war der Raum in dem die Katzen besichtigt werden konnten, sehr voll von Besuchen. Die Katzen wusselten herum um sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Nur Minka lag wie immer auf ihrer Decke. Viele Katzen wurden mitgenommen. Nur Minka nicht!
Es war kurz vor Feierabend als ein älteres Paar in den Raum kam. Die Frau saß im Rollstuhl den der Mann schob. Ich ging zu ihnen hin und erkundigte mich wie ich ihnen helfen kann. Das ältere Paar erzählte das vor kurzem ihre Katze gestorben war und nun ihre beiden Kumpels (beide Kater) ihrer Freundin nachtrauerten. Darum wollten sie eine etwa 8 Jahre alte Katze zu sich holen. Diese dürfe auch ein Handikap haben, da ihre beiden Jungs das auch haben.
Ich dachte sofort an Minka! Daher fragte ich das Paar ob es auch eine Katze sein darf, der ein Bein fehlt, die auf einem Auge Blind ist und der größte Teil des Schwanzes fehlte. Das war beiden egal. Daraufhin rief ich nach Minka. Normalerweise kam sie dann sofort. Nur diesmal nicht! Sie hob noch nicht mal den Kopf sondern maunzte nur vor sich hin. Sicherlich war sie wieder am weinen.
Daraufhin rief die alte Dame:“ Minka, kleines Mädchen! Komm, komm!“
Der Kopf von Minka ruckte hoch und sie schaute in die Richtung der Dame. Diese wiederholte nochmal ihre Worte. Mit einem Satz sprang Minka auf, rannte zu der Dame und sprang auf ihren Schoß. Minka schnurrte wie ein Weltmeister. Sie wurde gestreichelt und geknuddelt wie noch nie.
Das paar sagte das sie Minka nehmen werden, doch könnten sie Minka nicht sofort mitnehmen da sie keinen Tragekorb dabei haben. Daraufhin sagte ich ihnen, das ich Minka nach Feierabend bringen würde. Das Paar war einverstanden und ging wieder.
Minka ging wieder in Ihre Ecke und weinte fürchterlich. Sie hatte sich wieder zu früh gefreut. Woher sollte Minka auch wissen, das ich sie gleich zu dem Paar bringen werde.
Nach ca einer Stunde war ich mit meiner Arbeit fertig. Ich holte einen Tragekorb und ging zu Minka.
Bei ihr angekommen sagte ich zu ihr:“ Komm, Minka. Es geht nachhause!“ Als ich das gesagt hatte merkte ich erst welchen Fehler ich gemacht hatte. Denn normalerweise wurden so die Tiere angelockt die in der Transportbox zum Tierarzt gebracht wurden. Fast immer wurden die Boxen leer zurück gebracht.
Minka stand auf und ging mit hängendem Kopf in die Box. Sie meinte zu wissen was jetzt kommt.
Ich versuchte sie zu Beruhigen. Doch das gelang mir nicht. Minka legte sich ganz am Ende der Box hin und war am maunzen. Sie weinte bitterlich.
Normalerweise nahmen wir, wen es zum Arzt ging oder wir Katzen zu ihren neuen Besitzern brachten, das Auto. Ich nahm diesmal mein Fahrrad, da es bis zu dem Paar nur wenige Kilometer entfernt war. Ich machte die Box auf dem Rad fest und radelte los. Während der ganzen Fahrt hörte ich Minka weinen. Nach ca. 15 Minuten kam ich bei dem Haus des Paares an. Dort klingelte ich und der alte Herr öffnete mir die Tür. Er führte mich ins Wohnzimmer wo seine Frau auf dem Sofa lag. Ich stellte die Box auf den Tisch, so das die Öffnung zu ihr hinzeigte. Ich öffnete die Box, doch Minka lag weiterhin an ihrem Platz. Sie hatte vor lauter weinen gar nicht mitbekommen wo sie war.
Die alte Dame rief wieder: „Minka, kleines Mädchen! Komm, komm!“ So schnell ist noch nie eine Katze aus der Box gekommen. Minka sprang der alten Dame mit einem Satz auf ihre Brust und fing sofort an zu köppfeln. Sie schnurrte wie verrückt. Ach was hat Minka sich gefreut. Sie ging zu dem alten Mann und bedankte sich bei ihm, ebenso kam sie zu mir. Ich musste weinen, so hab ich mich für Minka gefreut.
Keiner hatte an die beiden Kater gedacht, die ja auch noch da waren. Diese beiden standen auf einmal im Wohnzimmer. Sie sahen wie Minka sich freute und hin und her sprang.
Einer der beiden Miaute einmal kurz und Minka stoppte in ihrem Freudentanz.
Langsam ging sie auf die beiden Kater zu. Alle drei beschnupperten sich ausgiebig. Dann liefen alle drei aus dem Zimmer. Nach kurzer Zeit kamen sie wieder und sprangen auf das Sofa. Dort legte sich die drei hin und putzten sich gegenseitig. Minka war sofort von den beiden Katern akzeptiert worden.
Nach acht Jahren erblindete Minka auch auf dem zweiten Auge. Doch die beiden Kater kümmerten sich um Minka. Immer ging mindestens einer mit Minka mit, um ihr zu helfen.
Zwei Jahre später waren die beiden Kater nach und nach über die Regenbogenbrücke gegangen und Minka war alleine mit dem alten Paar. Sie fand sich sehr gut in dem Haus zurecht. Trotz ihrer Blindheit!
Eines Abends saß das alte paar zusammen im Wohnzimmer und schaute fern. Minka lag wie immer in der Ecke des Sofas und war am Schlafen. Auf einmal ruckte ihr Kopf hoch und es sah so aus als wenn sie verstört in die Gegend schauen würde. Dann stand sie auf, ging zu dem alten Mann und schmuste mit ihm. Danach ging sie zu der alten Dame und schmuste auch mit dieser. Danach legte sie sich wieder in ihre Ecke zum Schlafen. Das alte Paar schaute sich an. Sie wussten was passiert war. Minka hatte sich bei ihnen für die 12 wunderschönen Jahre bei ihnen Bedankt und sich hingelegt zum Sterben. So war es auch! Denn als der alte Mann zu Minka ging und diese streichelte war Minka schon über die Regenbogenbrücke gegangen.
Das alte paar holte sich nie wieder Katzen. Ein paar Monate später verkauften sie ihr Haus und zogen in ein Wohn- und Pflegeheim. Dort sind zwar Katzen und auch kleine Hunde erlaubt, doch sie wollten keine Tiere mehr. Sie sagten immer:“ Wir sind beide über 90 Jahre alt. Immer hatten wir Katzen. Insgesamt 17. Doch so wie Minka war keine. So Dankbar und lieb. Nein, wir helfen lieber den Tieren die hier leben. Es sind einige dabei, wo der Besitzer nicht mehr so kann wie er gern möchte. Dann mache ich (der alte Herr) das. Das reicht völlig. Außerdem ist Minka noch bei uns. Wir haben sie ein äschern lassen und die Urne bei uns in einer Vitrine stehen.“