Hallo liebe Katzenfreunde, entschuldigt schon einmal das mein erster Post so lang wird aber ich versuche mal all die Probleme mit unseren beiden Herren einzubringen. Ich hoffe aber, wenn ich alle Aspekte aufzeigen sowie die Vorgeschichte Berichte, das ich einen guten Rat bekomme oder zumindest einen Lösungsansatz. Das Problem um es vorwegzunehmen ist die Zusammenführung zweier Katzen. Ein Thema welches hier schon häufig besprochen wurde. Auch wissen wir um den Altersunterschied von 4 Jahren. Trotzdem wird es immer schlimmer und unser alter Kater hat so massiv unter dem neuen zu leiden das wir mittlerweile keinen Rat mehr wissen. Aber ich starte meinen langen Bericht mal mit der Vorgeschichte ganz vorne.
Wir, das sind meine Partnerin und ich haben Katzen. Logisch. Ich bin vor 8 Jahren in diesen Katzhhaushalt gekommen und habe mich als ansonsten Hunde-Mensch sehr schnell in die Stubentiger verliebt. Zunächst waren dort 2 Katzen, Freigänger. Ein Kater und eine Katze, Problemlos.
Als die Katze verstarb haben wir uns ein weiteres Geschwisterpaar von einem Bauernhof geholt. Es lebten also 3 Katzen bei uns. Der junge Kater vom Bauernhof (Herr Lemm) war von Beginn an ein Wohnungskater der keine Lust hatte vor die Tür zu gehen. Dazu seine Schwester (Lilly) und der „Alte Kater“ Harvey. Harvey und Lilli waren Freigänger wobei gerade Harvey immer erst spät abends nach Hause gekommen ist. Lilli wurde relativ schnell (mit 2 Jahren) von einem Auto überfahren. Also blieben 2 Kater. Harvey, immer unterwegs und sehr ängstlich, sowie Herr Lemm, immer zuhause.
Herr Lemm ist ein unglaublich ruhiger, sanftmütiger Zeitgenosse. Der am liebsten schläft (können auch mal 15 Stunden sein), frisst, abends 10 Minuten spielen will und ansonsten aus dem Fenster schaut. Er ist dabei sehr anhänglich.
Persönliche Veränderungen sorgten dafür das meine Partnerin und ich, zwar in derselben Stadt 2 verschieden Wohnungen genommen haben und uns nur am Wochenende sehen. Wir haben also das Haus verlassen und meine Partnerin ist mit den beiden Katern 4Km dichter ins Stadtzentrum gezogen während ich, zurück, mitten in die Stadt gezogen bin (bin halt ein großstadtmensch und komme mit dem Vorstadt / Landleben nicht gut klar). Ihre Wohnung ist ausreichend groß bietet aber keine Möglichkeit mehr nach draußen zu gehen (für die Katzen). Beide Kater haben sich sehr gut damit abgefunden. Nach 1,5 Jahren ist Harvey verstorben. So blieb Herr Lemm also als einziger Kater zurück. Herr Lemm ist Mittlerweile 6 Jahre alt und ein recht großer Kater. Bei Knapp 8KG ist er nicht dick sondern sehr kräftig.
Da wir beide berufstätig sind und in anspruchsvollen Jobs, auch mal mehr als die üblichen 40 Stunden die Woche arbeiten, ich sowieso nur am Wochenende zu ihr an den Stadtrand fahre war meine Partnerin nach einiger Zeit der Meinung das Herr Lemm einen Spielkameraden braucht da er ja 10-12h am Tag alleine ist. Und damit beginnt das „Drama“.
Ich hingegen war der Meinung das Herr Lemm sich alleine sehr wohl fühlt. Er schläft den ganzen Tag oder sitzt am Fenster und beobachtet den Garten.
Herr Lemm kommt Abend ins Bett, steht morgens mit Ihr (am WE mit uns) auf, wird gefüttert, gebürstet (da legt er Wert drauf), und bespielt. Wenn Sie, wir abends von der Arbeit kommen schläft er entweder noch (wenn wir vor der üblichen Zeit kommen) oder kommt uns auf dem Flur entgegen. Dann gibt es Futter, er wird bespielt (10 Minuten max. dann verliert er die Lust – Mit diversen Fanggeräten, Seilen, Laserpointern und Bällen. Besonders den Laserpointer jagen macht ihm vergnügen – für 5 Minuten), gebürstet. Danach legt er sich dösen. Entweder bei uns auf der Couch oder in eine der diversen Kartons, Körbe oder Katzenbäume, Schränke.
Herr Lemm ist übrigens sehr wählerisch beim Fressen. Nur Felix, aus der Tüte mit Gelee. Egal was wir ihm vorsetzte. Sei es nun hochwertiges Trockenfutter, Bio-Nass Futter, er frisst nur Felix. Ist für uns kein Problem wird aber gleich noch wichtig.
So, zurück zum Ausgang. Meine Partnerin war trotzdem der Meinung Herr Lemm braucht einen Kumpel auch wenn ich mich total dagegen ausgesprochen habe, aber was weiß ich als Mann schon….
Also sind wir nach Wochen der Beobachtung der einschlägigen Seiten (Spanische Katzenhilfe, Tierheimseiten etc.) in ein Tierheim gefahren um Herren Lemm einen Kumpel zu besorgen.
Die Anforderungen an den neuen Kater waren klar. Es sollte ein kastrierter Wohnungskater sein. Der keine Probleme mit anderen Artgenossen hat.
Im Tierheim haben wir Waska kennen gelernt. Ein gut 2 Jähriger kastrierter Kater, der laut Aussage von der, sehr engagierten, Mitarbeiterin keinerlei Probleme mit anderen Katzen hat. Man muss dazu wissen, in dem Tierheim gibt es einen großen Flügel, bestehend aus mehreren Räumen mit Außenfläche in dem die Katzen zusammenleben.
Waska war immer freundlich seinen Artgenossen gegenüber, war ein Wohnungskater und machte auch im Tierheim keine Anstalten auf die Außenfläche zu gehen. Aber, Waska hat ein Problem. Seine Vorbesitzer sind mit dem kleinen Wesen nicht gut umgegangen. Angeblich hat er Angst vor Männern (konnte ich beim ersten Treffen nicht feststellen da er direkt zu mir gekommen ist um sich den Bauch kraulen zu lassen) Außerdem war das Tier sehr abgemagert.
Wie dem auch sein. Der Kater hat sofort das Herz meiner Partnerin gewonnen und somit haben wir ihn mit nach Hause genommen.
Die Zusammenführung verlief zu Beginn wie erwartet. Wir haben in Zimmer für Waska vorbereitet. Dieses Zimmer mit Körben ausgestattet in denen Decken von Herren Lemm lagen (Geruchsübertragung) und haben die Tiere langsam miteinander bekannt gemacht. Meine Partnerin hat sich eine Woche Urlaub genommen und jeden Tag, unter Aufsicht konnten die Tiere sich begegnen. Bis die Eingewöhnungsphase vorbei war und Waska sich frei in der Wohnung bewegen konnte.
Herr Lemm war nicht begeistert und hat einige Tage (10-14) Waska angefaucht. Aber das gehört ja dazu. Nach ungefähr 14 Tagen hat Herr Lemm sich beruhigt. Und alles schien gut.
Nun begann aber der kleine 3-4 Kilo Kater Waska am Rad zu drehen. Er greift Herren Lemm bei jeder Gelegenheit an. Nicht schlimm, kein Kampf bis aufs Blut aber dennoch penetrant.
Wir sitzen auf der Couch, die beiden Katzen sitzen nebeneinander auf dem Tisch und plötzlich springt Waska Herren Lemm an. Übrigens immer von Hinten. Nachdem er ihn angesprungen hat buckelt er weg. Es sah zu Beginn so aus als wolle er mit ihm spielen. So hatten Harvey und Herr Lemm auch miteinander getobt, wenn sie ihre „5 Minuten hatten“ sich durch die Wohnung gejagt. Und nach wenigen Minuten zufrieden auf die Fensterbank gelegt und sind eingeschlafen (beide zusammen).
Herr Lemm geht durch die Wohnung und irgendwo auf einer Anhöhe sitzt Waska, wartet auf Herren Lemm und springt ihn an und rennt weg. Manchmal (sehr selten) geht Lemm hinterher, zumeist schaut er nur verdattert drein. Herr Lemm liegt in seiner Lieblings Kiste und schläft. Waska geht zur Kiste, setzt sich daneben, schaut Herren Lemm eine Minute ruhig an um ihn plötzlich, ohne Vorwarnung (auch für uns) anzuspringen. Herr Lemm springt aus seiner Kiste und setzt sich unter der Tisch. Während Waska auf dem Tisch sitzt nach unten lugt und schaut wie er Herren Lemm am besten beikommt.
Zunächst hatte ich als Mann gedacht, och das sollen die mal unters sich ausmachen während meine Partnerin das von Beginn an kritisch sah.
Mittlerweile bin auch ich der Meinung dass es ein echtes Problem ist.
Herr Lemm kommt abends wie immer ins Bett. Manchmal kommt Waska dazu und legt sich auf „meine“ Bettseite während Herr Lemm bei meiner Partnerin liegt. Es ist alles gut, bis ungefähr 3 Uhr morgens. Dann springt Waska Herren Lemm an und verjagt ihn aus dem Bett. Dann ist die Nacht um 3:00 zuende. Doof für jemanden der noch 4h weiterschlafen möchte, muss.
Nun könnte mann meinen Waska ist nicht ausgelastet. Das mag sein. Aber er wird massiv bespielt. Und zwar solange bis er müde auf dem Boden liegt. Morgens ist mittlerweile eine 20 Minuten Waska Spielzeit eingeplant. Sowie abends noch einmal ein Stunde.
Das Problem ist das Herr Lemm total unentspannt ist. Erliegt in einer Kiste und seine Ohren drehen ich im Kreis da er die ganze Zeit lauscht ob Waska in der Nähe ist. Wenn er ihn hört, spannt sich sein Körper, trotz des Zusammengekugelt sein, augenblicklich an. Auch sitzt herr lemm häufig unterm Tisch oder verlässt den Raum. Ein ruhiges liegen, schlafen ist für ihn nicht mehr möglich. Er hektisch, unsicher, schaut sich ständig um. Seine Lebensqualität leidet massiv.
Kommen wir zum Fressen und das ist für uns unverständlich.
Waska frisst eigentlich alles. Es gibt 2 Futterplätze. Ein Napf mit Waska Futter, ein Napf mit Felix-Lemm Futter. Sowie eine Schale Trockenfutter über den Tag.
Herr Lemm geht ans Futter und frisst seins auf. Danach geht er an Waskas Napf und frisst auch das auf. Futter das er bis vor 4 Monaten komplett verschmäht hat. Danach frisst er auch noch das Trockenfutter. Trockenfutter! Das hat er, wenn wir es ihm früher hingestellt haben nicht mal angeschaut.
Wir müssen also Waska füttern wenn Herr Lemm gerade schläft oder sich separiert hat. Interessanterweise, obwohl Waska bei jeder Gelegenheit Herren Lemm angreift, lässt er es geschehen das Herr Lemm ihm das Futter wegfrisst. Er geht auch nicht ans Futternapf wenn Herr Lemm dort sitzt.
Natürlich gibt es auch ruhige Momente. Die Wohnung besitzt sehr große Fenster. Diese Fenster wurden mit schweren Fliegengittern, solche aus Glasfaser von außen befestigt ausgestattet damit die Fenster komplett geöffnet werden können, damit die Katzen am offenen Fenster sitzen können um das Strassenkino bei frischer Luft zu betrachten. Dann sitzen die beiden auch schon mal 10 Minuten einträchtig nebeneinander aber irgendwann bekommt Herr Lemm wieder eine vor den Latz geballert und er verzieht sich. Trotzdem, der Druck gerade für Herren Lemm bleibt.
Wir haben bereits diverses ausprobiert.
- Bachblüten
- Unendlich viel Spielzeug
- Dazwischen gehen (nicht sinnvoll eigentlich sollen die es unters ich klären)
Aber es hilft alles nichts.
Meine Vermutung ist folgende. Ich glaube das Waska zu spät oder fehlerhaft „Kastriert“ wurde da sein „von hinten anspringen“ wie ein Deckungsversuch anmutet. Er geht ihn nie von vorne an, sondern immer von hinten und verharrt auch einige Sekunden in dieser Position. Bis Herr lemm ihn abschüttelt. Ist das möglich und wenn ja wie ist das rauszufinden und zu beheben.
Weiterhin ist zu sagen das Waska uns gegenüber ein wirklich lieber, sehr verschmuster Kater ist, der sich seines Lebens freut. Leider ist die Anspannung für Herren Lemm auf Dauer nicht länger zu ertragen. Er wirkt unruhig. Sitzt häufig in der Ecke oder verlässt den Raum wenn Waska kommt.
Wir glauben übrigens nicht dass es ein territoriales Verhalten ist. Dafür spricht das Herr Lemm jede Nacht weiterhin im Bett schlafen kann sowie den erst Zugang zur Futterstelle die Waska ihm überlässt.
Tut mir leid das der Bericht so lange ausgefallen ist, aber trotzdem, wäre es schön den einen oder anderen Rat zu bekommen wie wir die Lage für unsere beiden Tiger entspannen könnten