Hallo,
Ich bin neu hier und bin beim stöbern durchs Internet auf dieses Forum hier gestoßen und fand auch recht zügig zu diesem Bereich wo man von seinen liebsten erzählen kann die man verloren hat.
Meine Geschichte begann am 10.10.1996 wo ein kleiner Kater die Welt erblickte und nach einigen Wochen auch ein Zuhause fand. Jedoch konnte diese Person den kleinen Racker nicht halten da sie beruflich zu viel zu ruhen hatte. So fragte sie meine Mutter ob wir "Janusch" aufnehmen möchten. Ich war damit nicht einverstanden, da vor kurzem unser Hund gestorben ist und ich noch etwas trauerte.
Anfangs ignorierte ich den kleinen Kater also aber das sollte sich noch als unmöglich herausstellen.
Er war Anfangs noch ein echter Rabauke, da er den Leuten immer an die Waden sprang, weswegen sich meine beste Freundin sich schon garnicht mehr zu mir traute.
Aber bei mir hat er dies nie getan und dies legte sich auch mit der Zeit. Er folgte mir auf Schritt und tritt überall hin ich hatte nirgend in der Wohnung meine Ruhe. Er saß nur immer da und schaute mich mit seinen Kulleraugen an.
Dann kam noch der Tag seiner Kastration.
Er Kahm nach Hause und konnte kaum laufen und trotzdem kletterte er abends als ich schlafen ging die senkrechte Leiter nach oben um wie immer bei mir schlafen zu können.
Letztendlich erweichte er mein Herz und wir wurden ein Herz und eine Seele.
Ja man kann sagen ich habe ihn vermenschlicht.
Zum Beispiel habe ich alles mit ihm geteilt sei es ein Joghurt (er dürfte es auslecken) oder ein Eis an dem er mal lecken durfte.
Selbst wenn ich baden ging blieb ich nie unbeobachtet.
Dann ca 1999 im Sommer fiel er in einem unbeobachteten Moment vom Balkon (er lag immer in den Blumenkästen) Wahrscheinlich weil er etwas fangen wollte oder so.
Wir suchten ihn wie blöde und ich fuhr mit meinem Rad den ganzen Wald ab, aber letztendlich hockte er direkt unter dem Balkon im Kellerabgang und wartete das wir ihn hoch holten.
Ich war erstaunt das er nicht abgehauen ist. Danach haben wir direkt ein Kaninchenzaun am Geländer befestigt das es nicht noch einmal passieren konnte.
Zwei Wochen später hatte sich ein Vogel in unser Wohnzimmer verirrt der als ich dann mir auch vor die Füße gelegt wurde. Der Vogel tat mir leid aber ich habe ihn natürlich gelobt.
Er hatte viel Unsinn im Kopf vor allem wenn frische Schnittblumen auf dem Tisch standen ging schonmal die ein oder andere Vase zu Bruch.
Auch vor einem Braten der so schwer war wie er machte er keinen halt und schleifte ihn durch die halbe Wohnung bis wir es bemerkten.
Aber sein größter Clou war die neu gekaufte riesendose käserollis die er wo wir nicht da waren öffnete und sich einverleibte.
Er hatte immer Spaß daran durch die Wohnung zu rennen wenn der Boden noch feucht und glatt war.
Naja mit dem alter kamen auch so Macken wie: beachtest du mich nicht wenn ich es will, Damm kratze ich an der Couch oder Räume den Mülleimer aus.
Nicht das ihr denkt das mit dem Mülleimer machte er weil er Hunger hatte, denn er war immer gut genährt.
Er war auch ein großes Plappermaul. Immer wenn ich Heim kam oder auch ab und zu musste er mir erzählen was er erlebt hat. Ja manchmal war es sogar so das wir uns unterhielten und jeder gab dem anderen Antwort.
Viele tolle Jahre haben wir miteinander verbracht und ich konnte nicht mehr ohne ihn einschlafen (ähnlich wie ein Kind uns sein Stofftier

)
Naja schließlich hat er Im August 2012 nicht mehr richtig gegessen und die Ärztin meinte er hätte Zahnschmerzen und es müssten ihm 3 gezogen werden.
Da er nicht mehr der Jüngste war ließen wir ein Blutbild anfertigen. Da es ok war machte die Ärztin am 11.09.2012 den Eingriff.
Von da an ging es stark Berg ab.
Da er am 14.09 immernoch nichts essen mochte (auch mit einspritzen nicht) fuhren wir zum Arzt und ließen sie darüberschauen. Sie meinte es kann normal sein wir sollten ihn doch damit fütter was er gerne mag.
Also holten wir vom Metzger Fisch (grätenfrei) und Huhn und kochten es.
Es ging auch gut bis ca zum 21.09.
Von da an verschlimmerte es sich wieder und er war nicht mehr er selbst.
Er versteckte sich immer in eine dunkle Ecke und taumelte wenn er mal ging.
Wir gingen also wieder zum Arzt wo er aufbauspritzen bekam. Sie sagte jedoch immernoch das es Nachwirkungen sein könnten..
Ich verließ mich dadrauf.
Am 05.10.2012 hatte mich jede Hoffnung verlassen das er wieder auf die Beine kommt und wir fuhren abermals zum
Tierarzt wo die Ärztin meine schlimmste Befürchtung bestätigte. Sie sagte die Nickhaut sei schon sehr gelb und er hätte sehr viel sehr schnell abgebaut was sie auf das Versagen der Leber geschoben hatte.
Sie sagte man könnte ihn in die Klinik bringen aber sie hätte nicht mehr viel Hoffnung.
Also entschied ich mich den Kater meines Lebens (der wie mein eigener Sohn für mich geworden war) zu erlösen.
Ich weiß bis heute nicht ob es ein Fehler war, ob ich hätte mehr versuchen können oder müssen.
Oft mache ich mir auch Vorwürfe dann auch wieder der Ärztin, da sie es nicht eher erkannt hatte.
Und noch nie habe ich einem Lebewesen so lange nachgetrauert wie ihm.
Er war für mich das beste und wird es auch immer bleiben......