Hallo liebe Forumsmitglieder!
Ich bin neu hier. Meine Katze Lissy habe ich vor 8 Jahren aus dem Tierheim geholt, da war sie bereits geschätzte 7 Jahre alt. Sie wurde als Streunerin in einer Wohnsiedlung gefunden und es wurde vermutet, dass sie ausgesetzt worden ist. Im Tierheim galt sie als "schwer vermittelbar", weil sie aus einer Vermittlung wegen "angeblicher Unsauberkeit" wieder zurückgekommen ist. Das Tierheimpersonal versicherte, dass das nicht stimmen würde.
Leider stellte sich heraus, dass meine liebe Lissy unter Darmträgheit leidet. Habe schon alles ausprobiert (Lactulose, Massagen etc.), es aber letztendlich akzeptiert, dass sie ab und an wie ein Häschen durch die Gegend köttelt, weil es halt nicht rauskommen will.
Ein paar Jahre später wurde bei ihr eine chronische
Niereninsuffizienz und eine
Hyperthyreose diagnostiziert.
Ich habe mich intensiv damit beschäftigt und alles getan, um es aufzuhalten (auch mit Homöopathie), bisher auch erfolgreich.
Dann einige Zeit später konnte sie plötzlich nicht mehr richtig laufen, die Hinterbeine knickten immer weg. Diagnose:
Spondylose!
Vor einem Jahr dann ein Knubbel an der rechten Hinterseite. Nach der histologischen Untersuchung die Diagnose:
Fibrosarkom!
Es wurde zwei mal operiert und jedes Mal großzügig geschnitten. Es kam jedoch nach kürzester Zeit wieder.
Nachdem jetzt wieder ein Knubbel an der Narbe tastbar war, sagte der Tierarzt, wir sollten jetzt die Katze Katze sein lassen und sie nicht weiter quälen und abwarten.
Tja, das "Ding" wächst vor sich hin. Lissy kann schlecht laufen, aber das eher wegen der
Spondylose. Aber ich habe schon den Eindruck, dass es durch den Knoten immer schlechter wird.
Ich werde fast verrückt bei dem Gedanken, nichts mehr zu machen und einfach nur zuzusehen, wie es mit meiner lieben Lissy zu Ende geht.
Da habe ich mir letzte Woche eine zweite Meinung eingeholt. Es war schrecklich! Der Tierarzt nahm meine Hand und drückte sie in Lissy`s Seite und schnauzte mich an: "Fühlen Sie das? Der ganze Bauchraum ist voller Tumore! Was wollen sie der Katze da noch antun?"
Mein vorheriger Tierarzt (der leider vor kurzem verstorben ist, hat noch vor ca. 2 Monaten nichts dergleichen gesagt, hatte sogar noch ein Ultraschall der Blase gemacht, weil Lissy mittlerweile auch durch die Gegend pieselt. Aber die Blase war tumorfrei. Auch der Bauchraum.
Naja, es ist eigentlich auch mittlerweile egal. Aufgrund ihres Gesamtzustandes und ihrer Vorerkrankungen würde ich Lissy auch keine weitere Operation mehr zumuten!
Aber ich habe jetzt Angst, schreckliche Angst! Wann ist der Zeitpunkt, wo ein Weiterleben für sie nicht mehr vertretbar ist?
Sie frisst "wie ein Scheunendrescher", kommt Schmusen, schläft bei mir im Bett. Sie hat an ihren Lieblingsplätzen Tiertreppen stehen, die sie auch fleißig nutzt.
Ich habe nicht den Eindruck, dass sie nicht mehr leben will.
Ich habe Lissy sooooo lieb!!! Und ich finde es so ungerecht, dass sie in den letzten Jahren ständig neue Krankheiten bekommen hat.
Sie wird gehegt und gepflegt und unendlich geliebt. Sie bekommt seit Jahren sehr gutes Futter und ich habe mir immer sehr viele Gedanken gemacht und vieles ausprobiert, um ihre Gesundheit zu fördern bzw. die Erkrankungen zu mildern.
Aber jetzt ist der Zeitpunkt erreicht, wo es keine Hoffnung mehr gibt.
Der Abschied naht. Ich könnte nur noch heulen!
Auf die Frage, ob er denn auch zum Einschläfern nach Hause kommen würde, weil ich nicht möchte, dass Lissy`s letzte Erinnerung das Behandlungszimmer ist, antwortete der Tierarzt: "Wenn er das bei jedem machen würde, hätte er keine Zeit mehr zum arbeiten. Außerdem, wer soll das bezahlen, das würde richtig teuer werden!"
Der wird Lissy bestimmt nicht über die Regenbogenbrücke begleiten, so viel steht schon mal fest!
Gibt es wirklich keinen Tierarzt, der nach Hause kommt und ist das wirklich so teuer?
Sorry, mein Text ist jetzt doch ziemlich lang geworden
Liebe Grüße
Mona-Lisa