Katzenbegräbnis

Diskutiere Katzenbegräbnis im Regenbogenbrücke Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo zusammen, in den letzten Tagen ist mit erneut aufgefallen, dass viele User ihre verstorbenen Tiere noch am Todestag selbst, wenige Stunden...
  • Katzenbegräbnis Beitrag #1
Seidenschnabel

Seidenschnabel

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Hallo zusammen,

in den letzten Tagen ist mit erneut aufgefallen, dass viele User ihre verstorbenen Tiere noch am Todestag selbst, wenige Stunden nach dem Tod bestatten.

Jedes Mal, wenn ich davon lese, überkommt mich ein ungutes Gefühl. Deshalb habe ich dieses Thema hier erstellt.

Wusstet Ihr, dass man früher Menschen mindestens 24 Stunden liegen ließ, bevor man sie bestattete? Heute ist der Zeitraum bei Menschen eher länger, allerdings aus anderen Gründen.

Der Grund früher war u.a. dass man annahm, die Seele brauche mindestens diese Zeit um vollständig aus dem Körper zu gehen und sich quasi zu verabschieden.

Ich bin nicht besonders religiös, auch in keiner Kirche aktiv.
Meinetwegen mag man an Seelen glauben oder auch nicht.

Ich kann nur sagen, dass ich, als ich vor der Frage stand, meinen verstorbenen Kater zu begraben, auf mein Gefühl versucht habe zu hören, wann der richtige Zeitpunkt für das Begräbnis sei. Und das war bei ihm erst am Abend des darauf folgenden Tages.

Vielleicht mögt Ihr diesen Gedanken als Anregung nehmen, im Falle des Falles auch aufmerksam zu spüren, was Euer Gefühl Euch sagt.

Alles Liebe
Seidenschnabel
 
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  • Katzenbegräbnis Beitrag #2
......

Jedes Mal, wenn ich davon lese, überkommt mich ein ungutes Gefühl. Deshalb habe ich dieses Thema hier erstellt.
........
die Seele brauche mindestens diese Zeit um vollständig aus dem Körper zu gehen und sich quasi zu verabschieden.

Ich bin nicht besonders religiös, auch in keiner Kirche aktiv.
Meinetwegen mag man an Seelen glauben oder auch nicht.

Du denkst also, man sollte sein verstorbenes Tier nicht sofort beerdigen, damit seine Seele Zeit hat? Verstehe ich das richtig?

Bei Lucyloo lagen zwischen ihrem Tod und der Beerdigung ungefähr 1,5 Stunden. Und obwohl das so wenig Zeit ist, kann ich Dir versichern dass ihre Seele gereist und an ihrem Ziel angekommen ist (bin nicht religiös aber es gibt Dinge die man nicht erklären, nur glauben kann).
 
  • Katzenbegräbnis Beitrag #3
Nein, Rovena, das denke ich nicht, jedenfalls nicht generell.

Ich möchte dazu anhalten, sensibel zu spüren, zu welchem Zeitpunkt eine Beerdigung stimmig ist.

Bei meinem Kater war es eben erst nach eineinhalb Tagen stimmig. Er war auch 16 und ihm fiel es sehr schwer zu gehen, vielleicht auch noch nach seinem Tod.

Ich möchte da keine Regel aufstellen, nur zur Aufmerksamkeit anregen.

LG Seidenschnabel
 
  • Katzenbegräbnis Beitrag #4
Dafür sollte man erst einmal an so etwas wie ein Seele glauben.

Wenn das jemand nicht tut, dann muss nur das eigene Gefühl stimmen wann die Beerdigung richtig ist und passt.
 
  • Katzenbegräbnis Beitrag #5
@Madhatter:

egal, ob man an Seelen glaubt oder nicht - das eigene Gefühl muss stimmen. Genau das meine ich.
Nur, darauf die Aufmerksamkeit zu richten, das glaube ich, tun viele nicht. Die meisten sind, verständlicherweise, zu sehr mit ihrer Trauer, ihrem Schock, Wut, Verzweiflung etc. beschäftigt.

LG
Seidenschnabel
 
  • Katzenbegräbnis Beitrag #6
Naja...Seidenschnabel rät ja dazu, in sich hineinzuhorchen, wann es stimmig ist - dass das bei einem Menschen kürzer, und bei einem länger dauern kann, ist doch dazu kein Widerspruch.

Ich selbst habe mich aus verschiedensten Gründen mal mit Sepulkralkultur (keine Klugscheisserei, das heisst einfach so - also die Bräuche in Verbindung mit Tod, Sterben und Trauer) befasst, und in gewisser Weise hat Seidenschnabel da schon Recht.

Die Geschwindigkeit in der heutzutage Leichname (egal ob von Mensch und Tier) abtransportiert, kremiert und/oder bestattet werden, ist in den hiesigen Breitengraden rasant gestiegen.

Ich denke, das hat auch ein bisschen mit dem modernen Hygieneverständnis zu tun - viele Menschen ekeln sich vor Leichen und möchten sie so schnell wie möglich aus dem Sichtfeld haben, oder erst garnicht zu Gesicht bekommen (so wird z.B. zunehmend bei Menschen, die im Krankenhaus versterben, die "Abschiednahme" verweigert) - aber ich schweife ab...

Grundsätzlich gebe ich Seidenschnabel Recht - viele Menschen würden vielleicht leichter mit Ihrer Trauer fertigwerden, wenn sie sich die Zeit zum Trauern und auch die Zeit zum Abschiednehmen geben würden, und nicht allzuschnell bestatten. Auch der Trauernde muss erstmal begreifen (und das darf man unter Umständen sogar wörtlich nehmen), dass da ein geliebtes Geschöpf gestorben ist. Unter einem Haufen Erde ist das gleich weniger greifbar, weniger real und weniger präsent.

Es hat schon seinen Sinn, dass es früher Usus war, dass alle Familienmitglieder den Verstorbenen nochmal sehen, auch in Tierherden ist es oft so, dass sich alle Mitglieder von einem verstorbenen Tier (durch Schnuppern, berühren, anstupsen) verabschieden, heute verbleiben verstorbene Tiere oft schon beim Tierarzt - meiner Meinung nach auch nicht die beste Lösung....

Aber jeder muss hierfür seinen eigenen Weg finden, man kann nur Denkanstöße liefern, und ich denke nicht mehr haben Seidenschnabel (und nun auch ich) getan....

LG
Smee
 
  • Katzenbegräbnis Beitrag #7
Lucy war erst 3 und ich glaube nicht, dass sie nicht an ihrem Leben gehangen hat bzw es ihrer Seele leicht fiel zu gehen - das nur mal eben dazu.

Es ist ein Abwägen, finde ich. Für uns hat es sich - weil wir Lu eben kannten - richtig angefühlt, sie sofort zu beerdigen. Mal ganz davon ab, was es mit Sockie angestellt hätte, wenn sie Lus Körper noch irgendwo hätte sehen oder riechen müssen nachdem sie sich verabschieden konnte.
 
  • Katzenbegräbnis Beitrag #8
Danke, Smee74, für Deinen interessanten Beitrag!

@Rovena: Als unsere Katze, mit der der erwähnte Kater zusammenlebte, gestorben war (lange vor ihm) hat er sich auch von ihr verabschiedet: Zuerst ging er dorthin, wo wir sie hingelegt hatten und stubste sie mit der Pfote an, nach dem Motto: "Los jetzt, Schluss mit dem Quatsch, steh' auf und spiel mit mir". Als er merkte, dass nichts geschah, ging er irritiert raus. Wir waren dann beide bei der Arbeit und machten die Tür zu dem Raum, wo sie lag zu.
Am Abend dann, als die Katze schon steif war, die Tür war wieder offen, ging er wieder zu ihr rein, näherte sich bis auf vielleicht 30cm, zog dann den Schwanz ein und ging, erst rückwärts, gaaaanz langsam raus. Danach ging er nicht mehr zu ihr herein, obwohl es möglich gewesen wäre.

Als er selbst dann viele Jahre später tot war, haben wir ihn auf einen seiner Schlafplätze neben unserem Bett gelegt und noch die ganze nächste Nacht, neben ihm geschlafen. Öfter als auf dem Platz neben dem Bett lag er zwar auf unserem Bett, aber ihn dorthin zu legen - das wäre dann eine vollkommen schlaflose Nacht geworden und hätte keinen Sinn gemacht.

LG
Seidenschnabel
 
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  • Katzenbegräbnis Beitrag #9
Hallo

Ich denke auch, dass das jeder selbst erfühlen muss. Hängt ja auch damit zusammen, was bzw. woran der Hinterbliebene glaubt....

Ich sehe das eher pragmatisch. Ich nehme -sofern mir die Möglichkeit besteht- meinen Abschied mit dem Sterbenden und es ist für mich sehr wichtig dabei zu sein. Bei meinem Opa konnte ich es leider nicht, meine Oma und fast alle meine Tiere habe ich beim Sterben begleitet.
Wenn jemand tot ist, ist er tot. Das soll jetzt nicht abgedroschen klingen, aber es ist leider so. Leider kommt niemand zurück und wir müssen uns früher oder eben auch später von den Leichnamen trennen, so schwer es uns auch fällt. Es ist halt etwas Endgültiges.

Einer brauch länger für den Abschied und für ihn ist die Zeit der Aufbahrung wichtig für den Abschied. Ein anderer schließt fast gleichzeitig mit dem Tode des Geliebten den Schlussstrich und lässt los. Wieder andere haben noch religiöse Hintergründe und möchte auch dem Verstorbenen Zeit für was auch immer geben.

Da gibt es kein Richtig, kein Falsch. Da gibt es nur die Gefühle der Hinterbliebenen und den Respekt für die Wünsche der Verstorbenen selbst - wobei man da bei Tieren ja nicht von deren Wünschen sprechen kann, da sie diese nicht mitteilen konnten.... Da kann man nur mutmaßen, was in ihrem Sinne wäre. Für mich ist es wichtig, dass die Tiere irgendwie etwas mit bekommen, was sie gerne hatten. Für einen anderen Tierbesitzer mag es wichtig sein, dem Tier eine letzte Nacht am Lieblingsplatz zu ermöglichen...

Meine Tiere habe ich auch schnellstmöglich beigesetzt. Das heißt nicht, dass ich sie nicht lieb hatte und sage "tot und weg damit". Wie gesagt, mein Abschied findet zuvor statt. Oder-wenn es plötzlich war- auch im Nachhinein, aber dazu muss ich persönlich nicht den Leichnam sehen oder bei mir haben. Denn das Sichtbare vergeht ohnehin. Auch wenn es schmerzt....

In diesem Sinne wünsche ich, dass sich alle von ihren Gefühlen leiten lassen. Es kann dann nur der richtige Weg sein.

LG
Jenny
 
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  • Katzenbegräbnis Beitrag #10
Hallo zusammen,

in den letzten Tagen ist mit erneut aufgefallen, dass viele User ihre verstorbenen Tiere noch am Todestag selbst, wenige Stunden nach dem Tod bestatten.

Jedes Mal, wenn ich davon lese, überkommt mich ein ungutes Gefühl. Deshalb habe ich dieses Thema hier erstellt.

Wusstet Ihr, dass man früher Menschen mindestens 24 Stunden liegen ließ, bevor man sie bestattete? Heute ist der Zeitraum bei Menschen eher länger, allerdings aus anderen Gründen.

Der Grund früher war u.a. dass man annahm, die Seele brauche mindestens diese Zeit um vollständig aus dem Körper zu gehen und sich quasi zu verabschieden.

Ich bin nicht besonders religiös, auch in keiner Kirche aktiv.
Meinetwegen mag man an Seelen glauben oder auch nicht.

Ich kann nur sagen, dass ich, als ich vor der Frage stand, meinen verstorbenen Kater zu begraben, auf mein Gefühl versucht habe zu hören, wann der richtige Zeitpunkt für das Begräbnis sei. Und das war bei ihm erst am Abend des darauf folgenden Tages.

Vielleicht mögt Ihr diesen Gedanken als Anregung nehmen, im Falle des Falles auch aufmerksam zu spüren, was Euer Gefühl Euch sagt.

Alles Liebe
Seidenschnabel


Dazu sage ich nur:
Meiner Freigänger-Coonie wurden nach langer unfallfreier Zeit letztlich vom Mähwerk eines Traktors, der gerade die Wiese mähte die Hinterbeine abgesäbelt. Die Nachbarn am Feld hörten das Tier zum Glück schreien und haben ihr, um ihr weiteres Leid zu ersparen, den Gnadenstoß verpasst. Da unsere geliebte Coonie jetzt nicht mehr gerade appetitlich aussah, bekamen wir sie - um uns den Anblick zu ersparen - in einer Tüte verpackt überreicht.
Sorry, dass ich deine Einschätzung nicht teile. Aber als ich das kleine Päckchen mit Katzenteilen entgegen nahm war mir wirklich nicht danach zumute, dieses noch 24 Stunden zu beobachten und zu warten ob da womöglich eine Seele entweicht. Also ICH für meinen Teil habe sie sofort begraben. Und zwar - Umwelt hin oder her - mitsamt der Tüte da ich sie wirklich nicht auspacken wollte.
Das klingt jetzt vielleicht hart. Aber ein Tier, das tot ist, ist tot und wird auch nicht mehr lebendig, ob man es jetzt sofort begräbt oder damit noch wartet.
 
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  • Katzenbegräbnis Beitrag #11
Ich finde auch, dass jeder eine unterschiedliche Art und Weise des Abschiednehmens hat und die Beerdigung geht bei dem einen eben schneller und bei dem anderen dauert es länger.

Als wir unseren Hund im letzten Jahr im Januar über die Regenbogenbrücke ziehen lassen mussten, hat es uns auch das Herz gebrochen. Wir haben sie in ihre Kuscheldecke gewickelt und in ihr Körbchen gelegt. So lag sie noch eine Nacht bei uns zuhause (nicht in der Wohnung, aber in der warmen Garage) und jeder der wollte, konnte sich noch von ihr verabschieden. Beerdigt haben wir sie dann am darauf folgenden Tag in unserem Garten. In ihrem Körbchen, mit Rosenköpfen bedeckt und einem kleinen Schutzengelchen für "drüben".

Man muss natürlich auch beachten wie die jeweiligen Umstände sind. Manche Tierliebhaber haben keinen Garten oder eine andere Möglichkeit sein Tier zu beerdigen und müssen es direkt beim Tierarzt lassen - deswegen finde ich sie nicht herzlos, denn sie haben ihr Tier unendlich geliebt. Und nicht jeder hat auch das nötige Kleingeld für einen Platz auf einem Tierfriedhof oder eine Einäscherung.
Deswegen bin ich glücklich, dass meine Eltern die Möglichkeit haben, einen Garten zu besitzen.
 
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  • Katzenbegräbnis Beitrag #12
Ich denke bei den Tod (von Tieren) auch immer an Temple Grandin ()

In der Verfilmung ihres Lebens gab es eine Szene wo sie dabei war wie ein Rind getötet wurde, sie fragte danach: Wo ist es hin? Gerade war das Tier noch da, und jetzt ist es bloß noch Fleisch.

Man muss dazu sagen, das sie Autistin ist und das Sterben so wie wir es sehen ganz anders sieht.
Die Frau hat auch einen Doktor in Tierwissenschaften und hat in Amerika eine Menge für die Haltung von Schlachtieren getan.
 
  • Katzenbegräbnis Beitrag #13
Ich habe meine vier Sternenkätzchen alle drei Tage im Badezimmer aufgebahrt. So konnte ich sie noch sehen und streicheln. Am vierten Tag nach ihrem Tod habe ich sie begraben bzw. einäschern lassen.
Das mag für viele nicht nachvollziehbar sein aber ich brauchte es so und werde es wieder so machen.
Hoffendlich brauche ich es noch lange nicht.
 
  • Katzenbegräbnis Beitrag #14
Meine Sternchen wurden immer erst am nächsten oder übernächsten Tag begraben. Niemals früher. Ich habe ihnen am Fenster im OG-Bad ein schönes Plätzchen gemacht und sie dort aufgebahrt. Das Fenster blieb offen, damit das Seelchen ungehindert aufsteigen konnte.

Ich bin mir sicher, daß die Seele den Körper manchmal nicht sofort verläßt. Zum Trauerritual gehört m. E. auch der alte Brauch der Aufbahrung und des ausführlichen Abschiednehmens.

So wird es mit jedem Fellchen, das mich verläßt, gehandhabt. Ob Kleintier oder Katze oder irgendwann mal die Hunde - sie alle bekommen vorher einen würdigen Platz, so daß ich mich in Ruhe verabschieden kann. Wenn die Zeit gekommen ist - das fühle ich dann - wird ein schönes Grab im Seelchengarten ausgehoben, wo das Tierchen im Kreise seiner Angehörigen, seiner Freunde, zur letzten Ruhe gebettet wird.
Dieser Teil des Gartens ist mir heilig - kein Fremder darf ihn betreten.

So verfahre ich auch mit gefundenen toten Tieren, die keinem Besitzer zuzuordnen sind. Auch einige tote Streunerles und Unfallopfer haben hier das gefunden, was sie häufig im Leben nicht hatten. Einen würdigen Platz und ein Ruhen in Würde.
 
  • Katzenbegräbnis Beitrag #15
Jeder geht mit der Trauer anderst um, und von daher auch mit dem "Abschied nehmen".

Wenn nach einem furchtbaren Unfall die Katze im Müllsack beerdigt wird, kann ich sogar das verstehen.
Hätte die TE den Sack samt Katze einfach in die Mülltonne geworfen, dann hätte ich das nicht verstehen können.

Eine meiner Ratten ist im tiefsten Winter verstorben. Die Erde war hart und gefroren, und ich hätte das Tier problemlos bis zum nächsten Tag irgendwo hinlegen können. Aber ich war so geschockt von ihrem Tod, dass ich wartete bis mein Vermieter Nachts nach Hause kommt. Den bat ich dann, mir ein Loch in unsrem Garten zu graben (was er auch tat).

Zwei andre Ratten habe ich noch stundenlang in den Händen gehalten. Dadurch haben sie natürlich nicht die Totenstarre bekommen.
Ich hatte Angst sie zu begraben, weil sie ja noch "warm" waren. Meine damaligen Freunde mussten mich regelrecht dazu überreden die Tiere zu beerdigen.
Für eine der Ratten hat mir einer der Freunde einen ganz süßen Grabstein gemacht. Dann wurde das Grundstück, wo die Ratte begraben ist, umgebaut. Mein Freund hat den Grabstein gerettet. Heute steht die Erinnerung in meinem Regal.
Der anderen Ratte hatte ich damals ein silbernes Kettchen von mir mit ins Grab gelegt.

Als mein geliebter Engel Sonic (Katze) eine OP hatte und die Tierarzt sie nicht mehr aus der Narkose zurückgeholt hat (sie war einfach schon zu krank), saß ich bei der Arbeit. Anschließend ging ich zum Tierarzt um die Transportbox abzuholen und die Rechnung zu bezahlen.
Auf die Frage, ob ich Sonic mitnehmen will, sagte ich nur abwesen: "Ich weiß nicht wo ich sie begraben kann."
Bis heute tut es mir unendlich leid, dass ich meine Süße nicht mitgenommen habe um nochmal Abschied zu nehmen. Andererseits denke ich aber auch, dass ich sie so in Erinnerung behalten wollte wie sie war. Also ohne rasierten Bauch und lauter Nähten.

Als meine Katze Gismo dann starb, habe ich alles vorbereitet. Ich habe sie vom Tierarzt bei mir zu Hause einschläfern lassen. Danach bin stundenlang noch mit ihr im Arm auf dem Sofa gesessen.
Es fiel mir Nachts dann unheimlich schwer, ihr eine Plastiktüte unterzulegen, damit keine Flüssigkeit aufs Sofa gelangt. Deshalb habe ich ihr Lieblingshandtuch dazwischen gelegt.
Am nächsten Morgen kam der Bestatter um sie abzuholen. Ihr Lieblingshandtuch habe ich ihr mitgegeben auf der letzten Reise.
Ich habe immer gesagt, dass ich keine Asche von meinen Haustieren in der Wohnung behalten werde. Doch selbst nach all den Monaten wo Gismo nun schon tot ist, habe ich ihre Asche noch immer hier. Einfach, weil ich noch immer keinen Platz gefunden habe wo ich denke, dass es ihr gefallen würde.
 
  • Katzenbegräbnis Beitrag #16
Eure Beiträge haben auch mich wieder zum nachdenken angeregt. Bisher hatte ich immer das Gefühl das wenn die toten Körper die Leichenstarre erreicht haben, dass dann auch die Seele oder das Wasauchimmercharakterdings seinen Weg gefunden hat. Felix mein erster Kater ist in meinem Arm eingeschlafen, ich konnte Abschied nehmen, es war gut. Charlie starb leider auch auf dem Op-Tisch aber auch bei ihm hatten wir genug Zeit uns zu verabschieden und unsere Trauer durch ein Bestattungsritual zu verarbeiten. Beli wurde überfahren wir fanden sie am nächsten Morgen natürlich auch schon steif. Wir begruben sie und sie hat einen wunderschönen Grabstein bekommen. Und gerade hatten wir die Trauer einigermaßen überwunden, da musste Timmi ihr in gleicher Art und Weise folgen. Ihn fand ich allerdings als er noch warm war. Wir warteten und versuchten uns zu verabschieden, nur glaube ich dass ich es nicht so ganz geschafft habe, da ich noch so fassungslos war. Länger warten wollten wir allerdings auch nicht, da es an dem Tag sehr heiß war. Als wir ihn in das Loch hineinlegten setzte die Leichenstarre zwar schon ein, aber ich habe dennoch das Gefühl dass wir ihn zu früh unter die Erde gebracht haben. Irgendwas hat gefehlt und ich habe immer noch eine Unruhe, die mich nicht los lassen lässt, in mir. Ich danke euch aber auch für den Gedankenanstoß und Erfahrungsaustausch.
 
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  • Katzenbegräbnis Beitrag #17
Ich denke, dass muss jeder mit sich selbst ausmachen. Ich glaube selbst an eine Seele, Wiedergeburt usw. Trotzdem habe ich bislang noch kein Haustier beerdigt. Obwohl ich schon zwei Hunde, eine Katze und zwei Kaninchen verloren habe.
Für mich fallen mit dem Tod die Beschränkungen der Seele. Die kann hingehen wo sie mag. Wenn sie eine Weile noch in dem Körper verweilen mag, kann sie das tun. Der Körper an sich ist nur noch eine leere, überflüssige Hülle. Das Wesen das dieses Individuum ausgemacht hat, ist weitergezogen.
Daher habe ich kein schlechtes Gewissen diese Hülle dem Tierarzt zur Entsorgung zu überlassen. Auch wenn die Hülle verbrannt wird, wenn die Seele noch dadrin ist, macht das meiner Meinung nach keinen Unterschied. Eine Seele ist nichts materielles, sondern etwas feinstoffliches. Ob aus einem Krematorium, oder unter 2 Meter Erde, eine Seele ist frei.

Aber das ist völlig individuell, jeder muss selbst entscheiden, wie er mit dem Körper eines Verstorbenen umgeht.
 
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