Mein kleiner Kater...

Diskutiere Mein kleiner Kater... im Regenbogenbrücke Forum im Bereich Katzenfreunde; Möchte hier nun auch mal unsere Geschichte erzählen, da mein Kater am 13.08.13 eingeschläfert werden musste, und ich nur sehr schwer drüber...
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Bjarnexx

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Möchte hier nun auch mal unsere Geschichte erzählen, da mein Kater am 13.08.13 eingeschläfert werden musste, und ich nur sehr schwer drüber wegkomme. Aber für die ganze geschichte muss ich ein wenig ausholen, der Text könnte also länger werden.

Wir bekamen unsere Katzen Fee und Felix im jahre 1994, die beiden wurden im Mai geboren, und wir bekamen sie sehr früh, als Kitten. Von da an lebten sie bei uns als reine Wohnungskatzen, womit sie aber keine Probleme hatten (kannten es ja nicht anders). Die katze hatte sich recht schnell meinen Vater als Herrchen ausgesucht, und der Kater hatte sich für mich entschieden, obwohl ich noch ein Baby war (ich bin auch Jahrgang 1994). Wir gingen unseren Lebensweg nun also gemeinsam, wobei wir immer sehr viel Spaß hatten. Der Kater schlief als ich ein Baby war schon in meinem Babybett. Und er war jeden Tag da.

Als wir beide dann älter wurden wurde ich experimentierfreudiger, also zog ich mein kater als ich 5 oder 6 war am schwanz vom Wohnzimmer durch den flur in die Küche. Ich war natürlich noch klein und verstand nicht dass ich ihm wahrscheinlich wehgetan habe. Aber wie mein kater so ist hat er mich nicht gekratzt oder ähnliches sondern hat mich einfach nur einmal angemiaut, und ist weggegangen.

Dann sind wir umgezogen, und mein Kater hatte sich 3 wochen unter dem Bett meiner eltern versteckt, er war immer eher ängstlich, aber das hat sich gelegt. Wir mussten ihn sogar unterm Bett füttern. Als er sich dann aber auch rausgetraut hatte, haben sich die beiden eine fensterbank als ihr neues Schlafzimmer ausgesucht. Dort waren sie von einem Vorhang vor unseren nervigen händen geschützt und durch eine Heizung gut gewärmt. Dort verbrachten sie dann ihre nächte, wenn sie nicht bei meinen eltern im bett geschlafen haben. Tagsüber war der Kater dann bei mir, egal wer da war, der kater war immer bei mir, er lag auf meinem schoß, oder vorzugsweise auf meiner schulter. Dort konnte er mir dann gut die ohren sauberlutschen, oder sich mit seinen krallen in meine schulter bohren. Die Katze verbrachte ihre zeit bei meinem vater, sie war eher dünn, wahrend mein Kater doch schon ziemlich dick war, aber noch nicht gesundheitsgefährdend. Manchmal schlief der kater sogar mit seinem kopf zwischen meinen beinen.

Der Kater versbachiedete mich abends, als er nochmal eine halbe stunde zu mir kam um zu kuscheln, und weckte mich morgends auch indem er vor meiner tür stand und entweder miaute oder an der tür rumkratzte. Besonders schlimm war es wenn ich auf klassenfahrt war oder sonst länger nicht da war. dann stand er nämlich abends vor meiner tür, hat miaut oder an ihr rungekratzt, nur leider konnte ich ihm nicht aufmachen.

Das Verhältnis blieb eigentlich immer so bestehen, also es war mein Kater, und ich war sein herrchen. Im alter bekam er dann hier und da seine kleinen problemchen, zum beispieel hatte er phasen, da hat er aufs sofa gepinkelt, welches wir danach natürlich wegschmeißen konnten, aber ich habe immer zu ihm gehalten, anders als meine eltern, welche natürlich schon sauer auf ihn waren, aber ihm auch nichts getan hätten, aber ich konnte einfach nicht sauer auf ihn sein. Aber generell blieben sie von krankheiten total verschont, was bedeutet dass wir mit beiden mit 19 jahren zum ersten und letzten mal beim tierarzt waren (impfungen und so abgesehen)

Und damit wären wir auch schon beim traurigen teil meiner geschichte. Ich bin also mit diesen beiden kätchen ein leben lang groß geworden, habe nahezu jeden tag mit ihnen verbracht, und aufeinmal, hört fee auf zu fressen. Sie wurde sichtlich schwächer, und wir gingen natürlich zum tierarzt, dort bekam sie dann irgendeine lösung, die sie wieder aufpeppeln sollte, sie musste 3 tage in der klinik bleiben. 19 Jahre bei immer den kleichen leuten, und dann aufeinmal in einer tierklinik hinter gittern. Es wurde nicht besser, und so haben wi uns nach einem gespräch mit dem Tierarzt entschieden sie zu erlösen, ihre Niere hatte nicht merh gearbeitet.

Fee * Mai 1994 - März 2013 †

Mein Kater war natürlich auch dementsprechend verwirrt, er lag jetzt alleine auf seiner fensterbank, seine einzige katzengefährtin, mit der er 19 jahre seite an seite verlebt hatte war von heute auf morgen weg. Ein paar monate später fingen dann auch bei ihm die Probleme an, er fraß weniger und wurde dünner, ging aber noch normal aufs klo usw. Der Kater verkroch sich dann bei mir im zimmer, er pinkelte mir auch auf den fußboden schlief bei mir im zimmer, usw. , Dadurch dass er öfters schonmal (auch jahre vorher) woanders hingepinkelt hatte, sahen wir noch keinen grund, zum Tierarzt zu gehen, zumal er noch normal fraß, normal auf klo ging(nur halt nicht dort wo er sollte). Aber als er schließlich immer weniger fraß, sich nur noch in irgendeiner ecke verkroch, und nicht mehr da raus wollte, gingen wir doch zum tierarzt. Als wir dann beim tierarzt ankamen, und endlich dranwaren, machten wir die box auf, und der kater legte sich lustlos auf den tisch der ärztin, da wussten wir schon das wird nix mehr. Wir schilderten der Tierärztin die symptome, und sie meinte er hätte keine lust mehr. Da er einfach nur so auf dem tisch lag ( immerhin völlig fremde umgebung) und er auch zuhause nichts mehr fraß, entschieden wir uns dazu ihn zu erlösen. Allerdings traf ich daraufhin eine entscheidung, die ich bis heute nicht nachvollziehen kann, und zwar verabschiedete ich mich von meinem kater, und ging mit meinem vater raus, mein kater musste seinen letzten weg alleine gehen. Ich weiß nicht warum ich nicht dabeigeblieben bin, ich hatte mir eigentlich fest vorgenommen, bis zur letzten minute bei ihm zu bleiben, das war ich ihm schuldig, für all die Liebe, die er mir gegeben hat, in den 19 jahren, die wir zusammen verbracht haben.

Felix * Mai 1994 - 13.08.2013 †

Ich hoffe mein kater vergisst mich nicht dort wo er jetzt ist, und wir werden uns hoffentlich bald wiedersehen.

Fotos existieren von beiden leider nur auf papier, daher kann ich hier keine posten.

So nun habe ich einmal mein herz ausgeschüttet, das wollte ich immer schonmal machen, da ich einfach schon viel zu viel um ihn geweint habe.
 
  • Mein kleiner Kater... Beitrag #2
lass dich lieb drücken, wir alle hier wissen wie du dich fühlst.
 
  • Mein kleiner Kater... Beitrag #3
Hallo Bjarnexx,

eine sehr bewegende Geschichte. Ich kann gut mit dir fühlen, auch ich wurde mein ganzes bisheriges Leben von Tieren begleitet.
Mach dir keine Vorwürfe, dass du raus gegangen bist. Nun kannst du es nicht mehr ändern und womöglich hast du dir einen der traurigsten Augenblicke erspart, die man im Leben nur haben kann.

Ich hoffe sehr, deine Beiden bleiben dir auf ewig in guter Erinnerung und du bleibst den Fellbällen treu. 19 Jahre sind eine sehr lange Zeit, fühl dich gedrückt. :d038:
 
  • Mein kleiner Kater... Beitrag #4
Eine sehr bewegende Geschichte.

Fühl dich gedrückt - wir wissen leider alle hier wie sich das anfühlt..... Trauer, Leere, Schmerz....

Solch ein Verlust ist immer tragisch - in deinem Fall sicher besonders, seid ihr doch gemeinsam aufgewachsen und habt sprichwörtlich euer ganzes bisheriges Leben zusammen verbracht..... :cry:

19 Jahre sind wirklich eine sehr lange Zeit - auch wenn dir das momentan (noch) nicht weiter hilft - du kannst dich glücklich schätzen daß du eine so lange Zeit mit deinen Beiden verbringen durftest.

Du kannst sicher sein daß dein Kater in dieser Zeit deine persönliche Entwicklung beeinflusst haben wird - für immer. Einen Teil von ihm trägst du so für immer mit dir.

Nutze diese wertvolle Erfahrung und gestatte den kleinen Herzensbrechern auch weiterhin Raum in deinem Leben.

Du wirst deinen Felix nie 'ersetzen' können, er wird immer einmalig bleiben - aber du kannst einem anderen Kerlchen einen neuen Platz in deinem Herzen anbieten (ich bin sicher, dort ist noch Platz). Es wird sich lohnen.

Alles Gute und viel Kraft!

Und denk dran, daß Fee und Felix jetzt wieder im Regenbogen vereint sind; bestimmt liegen sie eng aneinandergekuschelt zusammen.

Irgend wann sehen wir uns dort alle wieder.
 
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