Liebe Katzen-Liebhaber,
meine Mama hat Anfang November zwei Bauernkatzen adoptiert. Lilli und Maxi waren zu dem Zeitpunkt vermutlich 10 – 12 Wochen alt. Also sind sie jetzt vermutlich 5 Monate. Außer den üblichen Läusen und Würmern waren die beiden fit, wurden gleich vom Tierarzt aufgepeppt und durften dann ein riesiges Katzenparadies mit noch größerem Garten beziehen. Die einzige Info: Eine der beiden hatte wohl schon immer etwas Verdauungsschwierigkeiten (sie sind beide kohlenschwarz, die Bauern konnten sie deshalb nicht unterscheiden) und sie bekamen bis dato nur Felix-Trockenfutter und zwar kein kittengerechtes.
Mitte November bin ich dann extra nach Hause geflogen, um die beiden kennenzulernen und sie zum Impfen zu begleiten. Bereits da ist mir aufgefallen, dass Lilli einen dicken Bauch hat und unter Verstopfung zu leiden scheint. Sie war zwar putzmunter und hat viel gespielt, aber manchmal hat sie sich zum schlafen etwas verzogen, um ehrlich zu sein so, wie wir Menschenmädels eben auch, wenn wir mal Verdauungsschwierigkeiten haben. Damals hat uns der Tierarzt noch beruhigt und meinte ein paar Tropfen Milch sollten das Problem lösen. Sie wurden dann beide geimpft, entwurmt und gechipt und dann passierte das, was eigentlich nicht passieren sollte: Die beiden Wesen, vor allem aber Lilli, haben sich daraufhin tagelang übergeben und hatten teilweise Durchfall, was dann aber vom Tierarzt auch begleitend behandelt wurde.
Ein paar Tage später war der Spuk aber vorbei und erst mal alles normal.
Nun kam ich kurz vor Weihnachten wieder heim und mir viel sofort auf, dass der Bauch von Lilli weiterhin dick ist und die kleine auch noch immer wie eine Babykatze aussieht, während ihre Schwester bereits eine kleine Teenagern zu sein scheint. Also wieder zum Tierarzt. An diesem Tag mussten wir eine Stunde warten, worauf hin unsere Katzen aus Aufregung beide zu hecheln begannen. Als wir dann dran waren hatte Lilli natürlich gute 39 Grad, was mich aber nicht verwunderte, wegen dem Stress. Was besorgniserregender war: Maxi wog bereits 2 kg, Lilli lag noch immer bei 1,5 kg. Der Tierarzt meinte dann dass sähe arg nach
FIP aus, wir sollen am nächsten Tag noch mal VOR der Sprechstunde zum fiebermessen kommen, um die Aufregung zu vermeiden.
Am nächsten Tag hatte sie dann kein Fieber und nach langem Rumüberlegen und einer Ultraschalluntersuchung, die ergab, dass Lilli einen völlig vollgefüllten Darm hat, aber keine Wassereinlagerungen außerhalb des Darms, meinte der Tierarzt es könnten auch (ich glaube)
Giardien sein, die man mit einer 5-tägigen Kur behandeln könnte. Ich habe das dann im Internet recherchiert und ALLE Symptome haben 1A dazu gepasst. Bereits am Abend konnte man sehen, dass ihr Bauch etwas dünner wurde, die Tage darauf war der Bauch annähernd normal schlank und sie schien auch wieder erleichtert zu sein. Wir haben uns sogar eingebildet, dass sie 2 cm gewachsen wäre. Danach haben wir dann eine Stuhlprobe abgegeben, deren Ergebnis heute kam. Der Tierarzt sagt nun es wäre doch der Coronavirus!
Zu Lilli an sich:
Sie ist eine sehr fröhliche, liebe und liebesbedürftige Katze. Sie spielt und schläft nicht mehr und nicht weniger wie Maxi. Die beiden leben wie schon erwähnt in einem großen Haus und fetzen wie wild durch die Gegend, jagen sich, jagen alles was sich bewegt, springen herum und schlafen dann todmüde beide ein. Sie gehen schon beide in den Garten und klettern fleißig Bäume hoch- und runter. Der Garten ist riesig, wir haben also nachts viel Laserpointerspaß
Wenn ich zuhause bin, krabbelt Lilli nachts zu mir ins Bett und möchte sich so eng wie möglich an mich legen, am liebsten auf mir drauf schlafen, oder zumindest ihr Köpfchen auf meine Wange legen. Sie ist fast so flink wie Maxi, aber durch ihre Größe bedingt seltener der Sieger im Spiel. Sie geht jeden Tag ganz oft in den Garten und hat sich sogar an Silvester das Feuerwerk vom Wintergarten aus angesehen. Sie ist also total entspannt. Nur wenn der Gärtner kommt sitzt sie ganz aufgeregt hinter dem schützenden Fenster
Sie frisst nach wie vor wie ein Scheunendrescher, immer mehr als ihre Schwester. Sie frisst auch alles gern, hauptsächlich bekommt sie Nassfutter, ein Schälchen mit Trockenfutter steht aber immer bereit und meine Mama lebt allein, deshalb gibt es auch das berühmte "2. Frühstück" mit Schinken. Und sie pupst immer mal wieder fröhlich vor sich hin (um sie herum liegt manchmal so eine kleine Duftwolke

. Wenn man sie hochhebt hat sie keine Schmerzen, man kann sie kraulen und tragen und alles mit ihr machen. Ihr Bauch grummelt halt immer mal etwas vor sich hin, vor allem wenn man sie krault. Momentan zahnen beide Katzen, aber das scheint ihnen keine Probleme zu bereiten.
Irgendwie kommt mir diese Diagnose deshalb etwas verwirrt vor. Müsste sie nicht schon längst (den Bauch hat sie ja seit min. Mitte November) in der Ecke liegen uns sich nicht mehr rühren, geschweige denn fressen? Sollte man sie nicht lieber doch noch mal auf andere Krankheiten untersuchen, falls sie vielleicht doch etwas hat, was man behandeln kann/muss? Der
Tierarzt meint es gäbe bei Katzen in dem Alter halt nicht viele Möglichkeiten, was sie haben könnte, deshalb vermutet er
FIP.
Der Plan meiner Mama ist nun morgen noch mal zum Tierarzt zum Fiebermessen und so lange es ihr so gut geht wie jetzt ganz normal weiter machen. Wenn es dann schlechter wird kann man sie anscheinend noch ein wenig behandeln und wenn es dann nicht mehr geht, dann würde sie sie einschläfern lassen.
Der Tierarzt meinte man sollte 2 mal die Woche Fieber messen, meine Mama kann das aber nicht, deshalb möchte sie nun 2 mal die Woche zum Tierarzt fahren, ich würde ihr das am liebsten ausreden, denn der Stress ist ja noch schlimmer für die Kleine und ändern würde das doch auch nichts mehr, oder?
Unser Tierarzt ist eigentlich ganz gut. Er macht keine unnötigen Untersuchungen (verlangt auch nie viel Geld für die Untersuchungen), schätzt die Situationen immer sehr ausgewogen zwischen "was ist nun nötig" und "was stresst die Katze nur unnötig" ab, man kann jederzeit zu ihm kommen und bei unserem Tiger ist er sogar zu uns nach Hause gekommen, als wir ihn einschläfern lassen mussten. Ich hab nur manchmal den Eindruck, dass er mit seinen vielen kleinen Haustieren, die er täglich untersucht, manchmal etwas unfokussiert ist.
Ich weiß, dass keiner von euch Diagnosen stellen kann, aber vielleicht habt ihr Erfahrungen mit
FIP und den Symptomen dazu und könnt diese mit mir Teilen, vokalem im Bezug darauf, dass sie so einen fitten fröhlichen Eindruck macht.
Ich bin gerade so traurig, die Kleine ist so hübsch, sie hat bernsteinfarbene Augen und ein wunderschönes Gesichtchen. Ich würde so gerne sehen, wie sie aussieht, wenn sie erwachsen ist. Sie ist so unglaublich nett und lieb und zärtlich, sie passt einfach perfekt zu uns …