Hallo liebe Forumsmitglieder,
nachdem ich seit 4 Tagen hier immer wieder Beiträge lese, habe ich mich eben entschieden, mich anzumelden und mir "kurz" mein Leid von der Seele zu schreiben.
Die furchtbare Diagnose Darmkrebs, ohne die Möglichkeit einer OP, kam im Grunde aus dem Nichts. Meine kleine Vicky ist 8, war nie ernsthaft krank, war immer übervorsichtig und ging auch nur im Sommer manchmal raus - allerdings nie außerhalb unseres Grundstücks. Und jetzt sowas!?
Seit vorgestern haben wir nach einer "Zweitmeinung" und entsprechenden Untersuchung also nun die schreckliche Gewissheit. Die Tierärztin meinte, es blieben nur noch Tage... Mein "Haustierarzt" meinte, unter Umständen könnten es noch ein paar Wochen werden. Sie läuft hier rum wie immer, spielt, putzt sich, frißt. Ich kann und will einfach nicht glauben, dass sie todkrank ist! Seit 3 Tagen bin ich fast ununterbrochen am Heulen, was für die Kleine sicher auch nicht gut ist. Ich möchte ihr so gerne die restliche Zeit so schön und normal wie möglich machen, aber das ist so furchtbar schwer. Wenn ich sie anschaue, fange ich wieder an zu weinen, obwohl ich doch eigentlich froh sein sollte, dass ich sie noch einige Zeit hier haben kann und sollte ihr mein Geheule nicht antun. Auf meine Frage, ob es denn möglich wäre, dass sie doch einfach einschläft, meinte der Tierarzt, das wäre sehr unwahrscheinlich, weil sie dafür organisch viel zu gesund ist! Wie paradox ist das denn? Die Blutwerte sind bestens, der Darm ist jedoch komplett übersät mit Geschwüren. Der Tierarzt sagt, wenn ich merke, dass es ihr schlecht geht, sollte man sie erlösen und diese Entscheidung zu treffen, davor habe ich den größten Horror...
Habe mir momentan Urlaub genommen und weiß auch gar nicht, wie ich es schaffen soll, am Montag wieder in die Arbeit zu gehen. Selbst die normalsten Dinge des Alltags bekomme ich nicht hin, ich kann mich dazu nicht aufraffen, will nicht aus dem Haus gehen, will meine kleine Vicky nicht alleine lassen, weil ich eigentlich die letzte Zeit mit ihr verbringen möchte und Angst habe, dass niemand hier ist, falls es ihr dann plötzlich schlecht gehen sollte.
Ihre beiden Fellnasen-Freunde und sie selbst merken von alldem scheinbar nichts, was sicher auch gut so ist.
Auch wenn ich hoffe, dass das niemand durchmachen muss, ist evtl. doch der eine oder andere hier, der bereits einen solchen langen, leidvollen Abschied hinter sich hat und kann mir sagen, was habt Ihr noch gemacht oder nicht gemacht? Was habt Ihr hinterher womöglich bereut? Ich versuche irgendwie jeden Moment auf Film oder Foto festzuhalten, was die Sache auch nicht erträglicher macht. Man ist einfach so hilflos.
Traurige Grüße
Canuma