Ja, wenn ich das hier so lese, kommen mir gleich wieder die Tränen. Wie weh es doch immer noch tut.
Ich hatte ja Glück, dass Tiga immer so gesund war.. bis zur Mitte November letzten Jahres. Er bekam ein dickes Hinterpfötchen und ich nahm an, dass er es sich wohl verstaucht hat. Mit seinen 18 Jahren war er etwas paddelig geworden. Aber das Pfötchen schwoll in den nächsten 2 Tagen nicht ab, sondern es wurden auch die anderen dick, so dass ich mit ihm gleich in die Tierklinik fuhr.
Ich hatte das Gefühl, es ist was schlimmes und dort kann man ihn sofort mit allen Mitteln untersuchen. Die Diagnose war niederschmetternd: akutes Herzversagen, Niereninsuffizienz und Bauchwassersucht, was gar nicht zu erkennen war. Nach vielen Untersuchungen an dem Morgen stand ich vor der Entscheidung, ihn einschläfern zu lassen oder einen Therapieversuch zu starten.
Da stand ich nun und schaute Tiga zu, wie er über den Rand des Untersuchungskäfigs die Umgebung im Untersuchungszimmer anschaute und das Näschen witternd in die Luft streckte. Nein, er war doch noch so interessiert am Leben! Ich konnte ihn nicht dort lassen, ich entschloss mich zum Therapieversuch. Das Wasser bekamen wir sehr gut weg und ich war sehr stolz auf meinen kleinen Kämpfer, bei der Nachuntersuchung eine Woche später. Nun sollte er die Herzmedikamente bekommen.
Doch als wir zurück nach Hause kamen, verweigerte er zum ersten Mal seine Leckerchen, mit denen er sonst die Medikamente bekam. Er aß auch sonst nichts. In der Nacht schlief er unter ständigem sehr lauten Schnurren vor meinem Bett. Ich habe ihn immer wieder gestreichelt und habe inständig gehofft, dass mein Gefühl, Weihnachten ist er nicht mehr da, falsch ist. Aber am nächsten Morgen konnte er schon nicht mehr richtig laufen, knickte in den Hinterbeinen immer wieder ein. Er schaffte den Weg nicht mehr zum Klo und lag nur noch stumpf vor der Balkontür. Gegen Mittag war mir dann klar, dass er gehen wird. Er atmete nur noch mühsam und lag auf der Seite, alle Viere nach vorn von sich gestreckt. Ich saß die ganze Zeit bei ihm, bis er kurz vor 3 Uhr einmal tief aufschnaufte. Es war mir klar er stirbt jetzt und ich schickte ihn fort: „ Du mußt jetzt gehen, Deine Mama kann Dir nicht mehr helfen. Geh auf die himmlische Wiese und spiel mit den Schmetterlingen.“ Ein sanftes Zittern lief durch seinen Körper, er tat seinen letzten Atemzug und ich bekam einen Heulkrampf. Es dauerte über eine Stunde bis ich mich beruhigte.
Es freut mich, dass so viele von Euch bereits eine neue Fellnase gefunden haben. Ich suche noch nach der neuen Seele für mich.
Tigamama