Momentan gehen mir viele Gedanken über unsere beiden Katzensenioren durch den Kopf. Am Montag war die Dame nicht mehr wie sonst. Etwas matt, viel gerotzt, teils mit Blut (chronischer Katzenschnupfen), schlechter Luft bekommen. In diesem Sommer werden sie und ihr Bruder volljährig. Ich bin nur sechs Jahre älter.
Tierarztbesuch. Sie sieht gerade echt nicht fit aus, hatte vorher auch schon kleine Problemchen mit den Nieren. Temperatur etwas zu niedrig, Blutprobe, ok, Antibiotikum, Paste zum Päppeln. Am selben Abend dachte ich schon das Ende naht. Zusammen fern geschaut, Katze war völlig fertig, hatte den ganzen Tag nichts gefressen, wenig getrunken. Einfach fertig. Auf den Beinen auch nicht mehr so sicher.
Abgewartet. Freitags dann Gott sei Dank Besserung, das Antibiotikum hat endlich angeschlagen, Katze fraß wieder, trank gut, war allgemein wieder etwas fitter. Trotzdem nicht wie noch vor ein paar Wochen.
Vielleicht liegt es auch nun wirklich daran, dass sie schon ein stolzes Alter erreicht hat...
Jetzt sitzt sie gerade auf meinem Schoß, während ich das schreibe. Sie genießt die Nähe total. Kuschelt leidschaftlich gerne und schmeißt dabei ihren Motor an, dass jeder Corvette-Besitzer neidisch dreinschaut!
Soweit geht es ihr wieder besser. Wie gesagt 100% so wie sonst ist sie nicht, aber sie frisst, sie schläft, sie kuschelt.
Ich weiß, dass der Zeitpunkt an dem ich sie gehen lassen muss vielleicht bald da ist. Aber ich habe große Angst davor. Ich habe Angst davor, nicht gut genug für sie zu sein.
Letztes Jahr haben wir unseren Kater an einen Tumor verloren. Da war klar, wenn er aufhört zu fressen oder der Tumor aufplatzt müssen wir ihn gehen lassen. Vorher gab es keine Anzeichen, dass es ihm schlecht ging. Der Moment war einfach da und wir wussten es. Sogar ich.
Aber jetzt kommt scheinbar alles so schleichend. Ich habe Angst den Moment zu verpassen, wenn meine Katze mir sagt: es ist soweit. Ich möchte sie nicht "nur am Leben erhalten". Auf keinen Fall um unseret Willen.
Plötzlich fallen mir diese ganzen Kleinigkeiten auf, die mir vor einer Woche bei ihr noch nie aufgefallen sind. Sie springt noch -ziemlich elegant für ihr Alter- auf Bett und Couch, ist aber manchmal auf den Beinen etwas wackelig. Ebenso ihr Bruder. Auch er ist derzeit sehr unter seinem Gewicht (chronische Pangreatitis) und wird mit Sondernahrung gepäppelt. Heute wollte sie die Paste nicht essen. Nach etwas Diskussion hatte sie sie dann teils im, teils am Maul. Richtig sauber gemacht hat sie sich bis jetzt nicht. Sie ist taub, schläft viel. Das Fell ist derzeit ziemlich stumpf und es wäre schön, wenn sie wieder ein paar hundert Gramm mehr auf den Rippen hätte.
Eine gibt es noch in unserem Haushalt. Noch nicht ganz zwei Jahre jung und Gott sei Dank bis jetzt kerngesund. Etwas zu gesund was die Körpermitte angeht, aber angesichts unsere Magermodels...
In einem Punkt bezüglich des ganzen Themas bin ich mir gerade aber sicher: jetzt ist der Zeitpunkt zum Abschied nehmen noch nicht gekommen!
Ich weiß nicht, ob jemand diesen Thread liest, darauf antwortet oder vielleicht versteht, was ich damit sagen wollte. Ich wollte mir hier gerade einfach einmal meine Sorgen von der Seele schreiben und ich muss sagen, dass es mir schon besser geht. Danke!
Katniss und drei Fellnasen