Ich habe zwei Fellnasen - Fussel und Lilly.
Lilly:
Sie war im Alter von 6 Monaten schon ein Trennungskätzchen und musste nun schnell ein neues Zuhause finden, da keiner von beiden sie behalten wollte. Es wurde ein Foto von ihr bei Facebook gepostet, woraufhin ich mich direkt in sie verliebte. Drei Tage später zog sie bei uns ein.
Damals war sie namenlos. Die Kleine wurde im Alter von 6-7 Wochen von ihrer Mama weggenommen und fristete seitdem ein Leben allein unter Menschen, die einfach keine Ahnung von der Katzenhaltung hatten. Es schien, als sei sie nur zur Deko dagewesen, ohne Namen, ohne richtiges Spielzeug, ohne Spielgefährten, nicht sozialisiert.
Wir gaben ihr einen Namen - Lilly. Die Freude über die neue Mitbewohnerin verging, als sich Lillys unsozialisierte Seite zeigte und sie uns gegenüber aggressiv wurde und die Grenzen beim Spielen überschritt. Sie war mit uns das erste Mal beim Tierarzt und ihr Gesundheitszustand war bis auf ein bisschen Untergewicht in Ordnung, daraufhin wurde sie kastriert. Wir beschäftigten uns viel mit ihr und dann zog bald eine Spielgefährtin für sie ein. Leider ist Lilly so unsozialisiert, dass sie mit der Zweitkatze nichts anfangen kann. Sie respektieren sich, doch dicke Freunde werden sie leider nicht. Nun sind wir am Überlegen, eine Katzentherapeutin hinzuzuziehen, die uns vielleicht hier und da helfen kann.
Im Dezember 2013 wurde bei Lilly eine Blutanämie festgestellt, mit 36° Körpertemperatur und einer Gelbsucht kam ich mit ihr beim Tierarzt an. Der Hämoglobinwert von ihr lag bei 7,3 (Normalwert liegt bei 27-47).Es ging ihr so schlecht, dass man ihr nur noch eine Überlebenschance von 20% gab. Die hat sie genutzt

Mit viel Zeit und Kraft haben wir sie wieder aufgepeppelt. Die Dosierung des Cortisons wurde nach und nach gesenkt bis sie vor einem Monat für 2 Wochen abgesetzt wurden und sich ihr Zustand verschlechterte. Mit 40° Fieber und einer bakteriellen Infektion waren wir beim Tierarzt, sie musste wieder tägliche Infusionen und Antibiotika über sich ergehen lassen. Woher die Infektion kam, wissen wir leider nicht, doch sie legte das komplette geschwächte Immunsystem lahm. Unsere Tierärztin gibt alles für Lilly, wofür ich ihr unglaublich dankbar bin. Nach 5 Tagen wurde sie stabiler, wir mussten sie nicht mehr mit Spritzen füttern und der Hämoglobinwert ist auch wieder gestiegen. Doch was dann kam, setzte dem ganzen noch die Krone auf ...
Lillys Haut starb ab! Das Antibiotika, das gespritzt wurde - Doxycyclin -, hat ihr auf beiden Seiten die Haut weggeätzt. So musste Lilly operiert werden, innerlich nahm ich schon Abschied, denn eine OP bei Katzen mit einer Blutanämie und täglicher Cortisongabe ist um einiges riskanter als bei einer gesunden Katze. Alles ging gut, die Tierärztin musste auf beiden Seiten die abgestorbene Haut und teilweise sogar Muskelgewebe wegschneiden und die gesunde Haut zusammenflicken. Nun läuft Lilly rum wie Frankensteins Monster. Nach der OP habe ich zwei Nächte mit ihr auf der Couch geschlafen, so lag sie dort auf meiner Brust und kam zur Ruhe. Ihr Zustand stabilisierte sich. Die Wunden verheilen gut, doch leider können die Fäden nicht gezogen werden, da die Narben nicht so schnell heilen. Das Antibiotika wurde gestern abgesetzt und die Cortisongabe wurde wieder reduziert. Nun hoffen wir, dass alles gut verläuft, die Wunden bald verheilt und vergessen sind und Lilly gesund bleibt. Sie wird nur ihr Leben lang Cortison bekommen, da sie ohne nicht leben kann
Viele Menschen fragen, warum wir das alles mitmachen und sie nicht einschläfern, der Grund dafür ist, dass diese Katze leben will, sonst hätte sie schon längst aufgegeben. Wir haben sehr viel Zeit, Nerven und Geld für die Katze verloren, doch hoffen wir, dass es sich gelohnt hat und sie uns noch ein paar Jahre begleitet.
Ich möchte mich hier mit euch über diese Krankheit und Lillys Verhaltensstörungen austauschen und hoffe, einige Tipps von euch zu bekommen
Fussel:
Fussel stammt aus einem Mehrkatzenhaushalt und suchte deshalb ein neues Zuhause, die Vermieter der ehemaligen Besitzer drängten darauf, da 5 Katzen in einer recht kleinen Wohnung lebten. Wir wollten Fussel erstmal auf Probe zu uns aufnehmen, um zu schauen, ob es denn überhaupt mit Lilly klappt. Die Besitzer waren jedoch nach kurzer Zeit nicht mehr zu erreichen, so behielten wir Fussel.
Fussel ist älter als Lilly und ein Maine-Coon Mix mit flauschigem Fell und unbeschreiblich hübsch. Sie möchte am liebsten den ganzen Tag spielen und schmusen.
Fussel bereitete uns ebenfalls im Dezember 2013 Sorgen, da sie ein langes Stück Geschenkband gefressen hat, sie musste daraufhin operiert werden, seitdem gibt es keine Geschenkbänder mehr um die Geschenke
