Schön, dass es euch gefällt

Marvin hat nämlich noch soooo viel zu erzähen!
Liebe Leser, kennt ihr das? Es ist dunkel, ihr liegt seelenruhig auf Dosines Beinen und schlaft so fest dass ihr nicht mal mitbekommt, wie sie euch zur Seite schiebt (seid ihr schon mal woanders aufgewacht als eingeschlafen? Das darf mir nie wieder passieren!!). Und dann plötzlich war es da…
Ich sollte vielleicht ein wenig ausholen. Es gibt zwei Türen, die immer zu sind. Eine davon ist die Tür wo es zum Futter geht. Ich habe mich da mal umgeschaut und zugegeben: Es ist schon ganz schön gefährlich dahinter! Mit den Menschen darf ich da nämlich rein. Da wird wie gesagt mein Futter zubereitet. Das ist immer so aufregend!! Erst höre ich im Flur, wie mein Napf hochgenommen wird und dann klimpert es ein wenig, weil sie die Reste daraus klauen. Zum Glück. Frisches Futter schmeckt ja sooo viel besser! Aber das ist mal wieder ein anderes Thema. Dieser Raum jedenfalls scheint mir sehr gefährlich zu sein. Da liegt immer dieses Silberzeugs rum, mit dem die Dosis ihre Nahrung zu sich nehmen. Das meiste davon ist ziemlich spitz. Und da steht ein großer viereckiger Kasten, wo die Menschen ihre Felle reinwerfen und die werden dann ganze rumgeschleudert, nass gemacht und wieder geschleudert. Ich sollte die Dosis irgendwann mal fragen, ob ihnen das nicht wehtut, wenn sie sich das Fell abziehen… Und wie ich dann so über den kalten Boden lief, fiel mir fast meine Futterdose auf den Kopf! Mensch Dosine, pass doch mal auf… Und manchmal dreht einer der Menschen an einem Knopf und dann geht das Licht in einem anderen Kasten an. Ich gehe immer ganz nah dran und schaue, was da drin passiert. Aber irgendwann wird es immer heißer, dann gehe ich schnell weg! Das ist mir alles nicht geheuer… aber es gibt auch etwas Gutes an dem Raum: Da steht eine Wäschebox, die nur mir gehört! Ich lege mich dann oft da drauf, wiege mich in Sicherheit und schaue zu, wie die Dosine arbeitet. Manchmal tobe ich auch, kippe den Wäschekorb um und krieche hinein. Mit ein wenig Glück sind da auch Dosis Felle drin, da kann man sich super drunter verstecken. Nun gut, das also zu dem ersten verbotenem Raum. Der andere Raum liegt am anderen Ende des Flures. Vor dieser Tür bekomme ich immer mein Futter. Die ist wirklich immer zu. Abends höre ich manchmal, wie die Dosine schnell reinhuscht, etwas werkelt und dann kommt sie wieder zu mir.
In der besagten Nacht- als ich langsam wieder fit und aufmerksam war- passierte aber etwas Komisches. Alles schlief… nur aus dem Raum kamen Geräusche. Geräusche, die ich nicht kannte, die aber definitiv da waren. Ich drehte mich um und schlich zu Dosis Kopf hoch, um mich dort wieder zusammen zu rollen. Aber das Geräusch verschwand nicht.
Rappel rappel rappel. Meine Ohren gerieten völlig außer Kontrolle und mir blieb gar nichts anderes übrig, als aufzustehen, mich zu recken und zu strecken und vom Bett zu hüpfen. Leise tapste ich durch den Flur, bis ich vor der zweiten verbotenen Tür stand. Was macht die Dosine wohl immer dahinter?
Rappen rappel rappel. Was kann das sein?
Mau?, fragte ich die Tür und plötzlich…Stille. Also blieb ich auch still. Bis es wieder begann:
rappel, rappel, rappel. Und ich versuchte es nochmal:
Maauu?. Stille. Oder doch nicht? Ohje, ich hörte die Dosine. Sie seufzte und dann stand sie schon vor mir. Ich versuchte lieb zu gucken- richtig lieb. In der kurzen Zeit in der ich hier bin habe ich nämlich schon gelernt, dass die Menschen gerne schlafen. Die Sache mit der Dunkelheit… ich denke, das muss ich nicht näher drauf eingehen. Nachts hört die Dosine sich komisch an. Irgendwie… na komisch halt. Ihr fehlt irgendein Ton in der Stimme, den sie tagsüber sonst gut drauf hat. Nachts ist sie leise. Tagsüber ist sie laut. Nachts ist sie irgendwie auf Sparflamme. Also nuschelte sie nur
Muk, komm wir gehen wieder schlafen. Nachts ist Gizmos Zeit. Gizmo?? Wer oder was ist ein Gizmo? In dieser Nacht erfuhr ich es nicht mehr. Aber der Tag würde kommen…Und der Tag kam.
Die Dosine kam eines Tages aus dem Raum und machte die Tür auch wieder hinter sich zu. Nur nicht zu genug. Ich schlich leise hinein, schnüffelte den Boden und alle Ecken ab. Ich sprang auf die Fensterbank und ließ meinen Blick durch den Raum schweifen. Und dann sah ich ihn. Ein riesengroßer Holzkasten, der irgendwie nach Leben roch. Lautlos sprang ich von der Fensterbank und mit schlagendem Schwanz und geduckt nährte ich mich dem Holzkasten. Nichts bewegte sich, aber irgendetwas war da. Ein Herzschlag. Ein ganz leichter aber aufgeregter Herzschlag. Mit einem Hops sprang ich auf den Kasten. Was auch immer da drin war- ich bekomme es!
Ich glaub‘, ich sehe nicht richtig!. Auch so eine Aussage, die ich nie verstehen werde. Entweder ich sehe etwas- oder ichs ehe etwas nicht… Plötzlich stand die Dosine in der Tür. Sie schaute mich mit einem Blick an, der alles sagte. Er sagte
Runter! Sofort! Und wenn ich Das noch einmal sagen muss Freundchen, dann darfst du nicht mehr im Bett schlafen!. Weil ich im Bett schlafen wollte, sprang ich ganz schnell vom Kasten, flüchtete in den Flur und ehe ich mich versah, war die Tür wieder verschlossen.
Als es das nächste Mal dunkel wurde nahm der Dosi mich auf dem Arm. Das ist nichts ungewöhnliches, ich weiß. Aber er ging mit mir zu der Tür und öffnete sie.
Rappel rappel rappel. Der Dosi zeigte auf eine Stelle, auf ein Etwas, dass sich nicht mehr bewegte. Doch das Herz schlug. Ich blieb ganz ruhig und guckte mir das Ding an. Ich schnüffelte an der Scheibe, aber ich roch nichts. Und dann- schneller, als ich gucken konnte verschwand er. Gizmo. Gizmo war eine Schneeflocke und Schneeflocken sind da, um gefressen zu werden. Aber wussten das die Menschen nicht? Sie wussten doch, was da in unserem zu Hause war. Die Tür ist seitdem immer verschlossen gewesen. Nur manchmal, da darf ich unter Aufsicht in das Zimmer, doch dann ist Gizmo nicht da. Ein wenig klug ist er ja doch- wach sein in der Dunkelheit. Schade für ihn, dass er so verdammt lecker aussieht!