Meine Katzengeschichte!

Diskutiere Meine Katzengeschichte! im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; hallo ihr Lieben :) Ich schreibe momentan ein kleines Katzenbüchlein und wollte euch mal das erste Kapitel vorstellen: Wo fange ich bloß an...
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Miezizi

Miezizi

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hallo ihr Lieben :)
Ich schreibe momentan ein kleines Katzenbüchlein und wollte euch mal das erste Kapitel vorstellen:



Wo fange ich bloß an, habe ich mich gefragt. Weil ich aber bekannter Weise ein Kater bin, weiß ich das sehr gut. Es ist doch eine Sache der Höflichkeit, oder nicht? Also beginnen wir mit meiner Vorstellung. Ich heiße Marvin. Jetzt zumindest. Vor gar nicht allzu langer Zeit hieß ich mal Jan, aber zu dieser Geschichte komme ich noch. Jetzt bin ich jedenfalls Marvin. Oder Muk. So sicher bin ich mir da nicht. Die Menschen haben diese 2 Worte für mich. Dabei erkenne ich ja schon an ihrem Ton, ob ich gemeint bin oder nicht. Warum sie auf die Idee kamen, mit überhaupt einen Namen zu geben ist mir fraglich. Aber das ist eine Sache der Menschen. Ich war noch sehr klein, als mich allein, als mich eine alte Dame gefunden hat. Sie hat mir versprochen, dass mir bald nicht mehr kalt ist und ich bald zu essen bekommen würde. Als ob ich dafür nicht selbst sorgen könnte… aber zugegeben: Für die große Welt da draußen bin ich nicht besonders geschaffen. Ich weiß nicht mehr, wie ich da gelandet bin. Alles was ich noch weiß ist, dass da diese alte Frau kam. Sie nahm mich mit und ging mit mir zu einem Mann. Er stank. Er stank nach – wie nennt ihr das? – Tierarzt. Diesen Geruch kannte ich und er bedeutete nichts Gutes. Man tastete mich ab. Guckte mir in meine Ohren (geht’s noch?!). Durchstrubbelte mir mein Fell (nochmal: Geht’s noch?!). Guckte mir in meinen Mund. Leuchtete mir in meine Augen. Und tastete meine Brust mit so einem kalten Ding ab. Doch der Arzt guckte besorgt die Frau an und sagte ihr, mein Herz sei krank. Dabei schlug es doch- wie kann es da krank sein? Menschen. Aber mir war das alles egal, die alte Frau hatte mir nämlich Futter versprochen, wenn ich mich hier benehme. Sie packte mich zurück in diese kleine Box und machte die Türe zu. Dann sprach sie noch mit dem Arzt. Nur Worte. Menschen reden zu viel. Sie steckte eine kleine Flasche ein und wir gingen endlich wieder raus aus diesem Gestank. Wir fuhren nicht weit, da kamen wir in einem Wald an und ich hörte Hunde und andere Katzen. Die Frau ließ mich in einem Raum raus aus meiner Box, in welcher noch andere Katzen waren. Dann bekam ich endlich mein Futter!
Hier war ich also nun. Sie nannten es Tierheim. Hin und wieder kamen Menschen herein und nahmen einen von uns mit. Ich schmuste ihnen immer um die Beine und miaute sie an (anscheinend mögen Menschen das). Und oft dachte ich, sie würde mich auch mitnehmen, doch immer wenn die alte Frau sagte, dass mein Herz krank ist, nahmen sie jemand anderen mit. Ich habe gelernt, dass es auch Katzen gibt, die keine Menschen mögen- oder brauchen. Je nachdem. Ich wollte aber zu Menschen. Ich wollte es so sehr. Ich wollte mich auf dem Schoß eines guten Menschen zusammenrollen und schlafen. Wollte ihn in seinem Leben begleiten. Natürlich wollte ich auch ein schönes zu Hause haben- ein wenig Egoismus stecke zugegebenermaßen schon dahinter. Als ich ein halbes Jahr lang im Heim war und mich immer noch keiner wollte, kamen Menschen die mich filmten und eine viel jüngere Frau als die alte Frau spielte mit mir und erzählte ganz viel über mich. Auch, dass mein Herz krank ist und ich jeden Tag Medizin brauchte. Die Menschen suchten im ganzen Land nach einem zu Hause für mich. Aber keiner meldete sich. Keiner wollte mich. Und dann verging das nächste halbe Jahr. Es wurde langsam wieder kalt und ich hatte mich langsam damit abgefunden, dass mich niemand möchte. Ich bekam hier Futter und es war warm Das ist doch schon so viel, oder? Eines Tages kamen zwei junge Menschen herein. Eine Frau und ein Mann. Sie strahlten etwas aus, das ich haben wollte. „Noch einmal“, dachte ich mir. „Ein aller letztes Mal“. Ich schaute sie mit großen Augen an und lief ganz schnell auf sie zu. Ich schlich ihnen durch die Beine und sie bückten sich. Dem Mann sprang ich auf den Schoß und ich gab ihm mein Köpfchen. Ich weiß, dass war ganz schön riskant und so was macht man eigentlich nicht. Aber mein Gefühl sagte mir, dass es richtig war. Die Frau streichelte mich und lächelte mir liebevoll entgegen. Doch dann kamen noch zwei anderen Katzen und sie schlichen um meine Menschen herum. Sie wurden auch gekrault, aber ich blieb tapfer auf dem Schoß vom Mann sitzen! Auch, als er fast umkippte. Die Tierheim- Frau zeigte auf mich und sagte „Das ist Jan“. Genau, damals hieß ich Jan. „Eigentlich wollten wir eine Katze und keinen Kater…“, sagte der Mann. Ich blieb auf ihm sitzen und schmuste mich an seine Brust. Bum Bum Bum, erzählte sein Herz. Er hatte sich noch nicht gegen mich entschieden. „Jan ist ein ganz lieber. Er ist schon über ein Jahr bei uns“. Die junge Frau guckte mir in die Augen. Sie hatte ehrliche Augen. „Mir ist egal, ob es ein Kater oder eine Katze ist“, sagte sie dann. „Jan ist herzkrank. Er bekommt jeden Tag ein Medikament. Das kostet zwar ein wenig, aber es hält auch lange“. Ja super, wieso redet die schon wieder von meinem Herz? Es schlägt doch! Alles ok. Aber die Menschen hörten nicht auf mich. Ich sprang vom Schoß und lief durch meine Stube. Was soll’s, ich hatte es wenigstens versucht. „Und, welche möchtest du?“, fragte der Mann und dann hörte ich ihn. Meinen Namen. Die Frau sagte „Jan“. Sie erzählte, dass ihr Herz auch mal krank war und sie sich beide gut um mich kümmern würden. „Und er hat aktuell Giardien. Jedenfalls glauben wir das. Die ganze Stube ist betroffen. Dagegen bekommt er auch ein Medikament. Und ein Rotznäschen hat er“. Doch auch das schreckte meine Menschen nicht ab. Sie sagten, dass ich nur noch zwei Mal schlafen muss und dann holen sie mich ab.
Und das taten sie auch!
Es war ein Montagmittag. Ich war schon ganz aufgeregt! Und dann kamen sie. Sie hatten eine Box dabei, in die ich sofort freiwillig reinging. Immerhin wollte ich ganz schnell mein neues zu Hause sehen! Im Auto erzählte ich ihnen ganz viel. Ich erzählte ihnen, wie mein Leben bis jetzt ausgesehen hat und wie sehr ich mich freue, bei ihnen bleiben zu dürfen. Ich mochte, was sie ausstrahlten- was auch immer das war. So was kannte ich nicht. Ich hatte davon gehört, aber glaubte nicht daran. Der Mann redete auch mit mir. Er erzählte mir, wie es da aussah, wo ich hinkam. Und dass es Sachen gibt, die nur für mich ganz alleine sind! Und er gab mir den Namen Marvin. Wobei mir das eigentlich egal war. Ich entschloss mich, eh nicht darauf zu hören. Er würde es verstehen, immerhin bin ich ein Kater- ein stolzer Kater. „Wir sind da!“, rief die Frau und ehe ich mich versah war ich in einer Wohnung. Im Flur stellte man mich samt Box auf den Boden und öffnete die Türe. Die Menschen waren ganz aufgeregt, standen aber still, während ich die Räume erkundete. Es war ein unbekannter Geruch, der in der Luft lag. Das wollte ich noch ändern. Ich wollte, dass es überall nach mir roch! Aber das war durchaus eine Sache, die sich umsetzen ließ. Ich schüffelte jede Ecke ab, sprang auf das Sofa und erkundete meinen Kratzbaum. Sie Menschen zeigten mir mein Klo- ich hatte ein eigenes Klo! Und sie zeigten mir, wo sie überall Decken für mich hingelegt hatten. Sie sagten, weil ich krank bin, darf ich erstmal nur dahin, wo Decken lagen. Um ein wenig die Spannung zu nehmen: Ich war zwar wirklich abgemagert (3,8kg. Jetzt habe ich stolze 5,7kg auf den Hüften), aber diese Giardien hatte ich nicht, stelle sich heraus. Aber erkältet war ich. Sehr sogar. Die ganze Aufregung war zuviel und als ich keine Stunde in meinem neuen zu Hause war, kuschelte ich mich auf den Schoß meines neuen Dosenöffners und schlief tief ein.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Meine Katzengeschichte! Beitrag #2
Was für eine schöne Geschichte bin auf die Fortsetzung gespannt.:razz:

Bitte Bitte Bilder ;-):lol:
 
  • Meine Katzengeschichte! Beitrag #3
Danke :) Fortsetzung kommt definitiv !
Der hier ist der Erzähler:

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Das Foto entstand übrigens tatsächlich an seinem ersten Abend und er war wirklich gerade mal eine Stunde bei uns. Der Dosi hat halt irgendwas, was den Kater beruhigt :)
 
  • Meine Katzengeschichte! Beitrag #4
Ich kenne die Geschichte zwar schon durch Deine Threads, aber es ist schön geschrieben und es schlich sich auch ein Tränchen ein.

Jetzt hab ich gerade das Bild gesehen. Das ist enorm, dass eine Katze am ersten Abend schon in Dosis Armen schläft. Wow!
 
  • Meine Katzengeschichte! Beitrag #5
Die Geschichte ist so schön! Ich warte auch auf eine Fortsetzung.

Was für ein hübscher Schmusekater!
 
  • Meine Katzengeschichte! Beitrag #6
Schöne Geschichte vom wunderschönen Marvin :a098:
Freu mich darauf noch viel von Euch zu lesen!
 
  • Meine Katzengeschichte! Beitrag #7
Ich war krank. Das wusstet ihr da schon. Die Dosis sollten mir immer mal wieder mein Näschen mit warmem Wasser abputzen. Das ist unangenehm sag ich euch, und sollte unbedingt verboten werden! Macht ihr das mit euren Menschenkitten etwa auch? Na dann wundert es mich nicht, dass sie ständig schreien. Wasser ist eh so eine Sache, die ebenfalls verboten gehört. Ihr habt doch auch eine Zunge oder? Wofür also das Wasser? Ich könnte euch zeigen, wie man sich mit seiner Zunge putzt. Da müssen wir später unbedingt mal drüber reden. Aber nun zu wichtigeren Dingen: ich war krank. Und ja, ich bin ein Kerl- aber nein, ich simuliere nicht. Ich habe praktisch im Dauerlauf genießt und mir kamen- vorsicht, ekelig!- lange dicke gelbe Rotzefänden aus der Nase. Sie flogen unkontrolliert überall hin. Die Dosine ist mir ständig mit einem Tuch nachgerannt und hat mich ganz nervös gemacht. Wofür das Theater? Hauptsache meine Nase wird frei, oder? Ja gut. Die Tapeten haben gelitten und der Flurboden musste mehrmals am Tag gewischt werden. Das tut mir auch echt leid, aber was raus muss… Eines Morgens, der Dosi war nicht da, ging es mir sehr schlecht. Da war ich gerade ein paar Tage in meinem neuen zu Hause. Ich legte mich auf die Dosine und schlief- stundenlang. Manchmal legte sie mich beiseite und ging kurz weg. Ich war zu schwach, um aufzustehen. Mehrmals kam die Dosine mit Leckerchen und wollte, dass ich etwas esse, danach war mir aber gar nicht zumute. Ich wollte nur schlafen. Ich habe gespürt, dass die Dosine nicht genau wusste, was sie tun sollte. Sie war ziemlich ängstlich, ich aber auch. Sie telefonierte immer mit meinem Dosi und ich wollte, dass er endlich nach Hause kam, damit ich mich auf seinen Bauch legen konnte. Er atmet so viel ruhiger als die Dosine. Versteht ich nicht falsch, ich mag sie. Sehr sogar. Aber sie ist nicht der Dosi…und der war nicht da. Und ich war krank. Ihr erkennt mein Problem? Gut. Da lag ich also- müde, schwach… und dann stand die Dosine plötzlich auf und setze mich in meine Box. Schnell ging die Tür zu und ehe ich mich versah, saß ich wieder im Auto. Jetzt fährt sie mich sicher wieder ins Heim, dachte ich mir und erzählte ihr, dass ich da nicht wieder hin will. Ich versuchte meine Schwäche abzuschütteln und mauzte ganz viel. Das ist doch das, was die Menschen wollen oder? Ich werde jetzt ganz viel mautzen wenn es das ist, was du möchtest, versprach ich ihr, doch sie fuhr einfach weiter. Es dauerte auch nicht lange, da fing sie an zu erzählen. Sie sagte, dass sie einen großen Bus sah, der gerade an uns vorbei fuhr. Und dass Busse die Menschen von einem Ort zum anderen bringen. Ich habe doch schon immer gesagt, dass man mit 2 Beinen nicht weit kommt. Aber wer hört schon auf den Kater? Dann sagte sie, dass wir gleich da seien und dass es mir bald besser gehen würde. Sie sagte auch, dass sie mich nicht ins Heim bringt und dass ich da nie wieder hin müsste! Doch wo sie mich hinbrachte, war es auch nicht besser. Ich war beim Tierarzt! Hatte sie nicht gerade noch gesagt, dass es mir bald besser gehen würde? Leere Versprechungen, sag ich euch. Wir mussten ein wenig warten und manchmal steckte die Dosine ihre Finger durch meine Gittertür. Ich schmuste mich dann daran- vielleicht würden wir dann ja wieder gehen? Falsch gedacht. Es dauerte nicht lang, da setze man mich auf einen kalten Tisch und zog mich aus meiner Box. Dosines Herz schlug ganz doll, das spürte ich deutlich. Der Arzt war ganz nett- falls es so was gibt. Er tastete mich ab und hörte sich mein Herz und meine Lunge an, dann durfte ich ganz schnell wieder in Dosines Arm. Sie hielt mich fest und kraulte mich. Dann redeten sie wieder miteinander. Immer diese Worte. Als die Worte ende waren, setze man mich wieder auf den Tisch. Es ging alles total schnell- man piekste mich tief in meine Haut. AUA!! Das tut weh. MIIIAAAUUUUU. Dosine!! Siehst du das??“. Aber sie half mir nicht. Sie stand da und guckte. Trotzdem rannte ich auf sie zu und hielt mich an ihr fest. Ich gab ihr mein Köpfchen und sie mir ihres. Als sie mich wieder auf den Tisch setze, flüchtete ich schnell in meine Box. Sie war zwar nicht groß, aber ich habe das Talent die kleinste Ecke zu einem großen Raum zu machen. Hier holte mich keiner mehr raus! Als die Tür endlich wieder zu ging, habe ich mich ein wenig beruhigt. Ich wollte ganz schnell wieder nach Hause. Vielleicht war ja der Dosi schon da.
Das war er nicht. Ich hielt erst mal Abstand zur Dosine und legte mich in eine ruhige Ecke. Man, war das anstrengend. Sie zog sich die Schuhe an- Schuhe… was für eine Erfindung. Aber das kommt davon, wenn man sich nicht regelmäßig putzt! Dann wollte sie mich streicheln aber ich schlich schnell in die Kratzbaumbox. Und dann war ich allein…stundenlang. Das tat ganz schön gut, sage ich euch! Es war schon dunkel, als der Dosi kam. Ich bin ihm praktisch in die Arm gesprungen und habe ich sofort erzählt, was die Dosine mit mir gemacht hat! Ich habe mich eine halbe Stunde lang nur rumtragen und kuscheln lassen. Zum Glück gibt es ihn, den Dosi! Aber halt, was war das denn?! Wie bin ich auf Dosis Arm gekommen? Bin ich wirklich gesprungen? Was auch immer so wehgetan hatte beim Arztt, tat jetzt wirklich gut. Ich war gar nicht mehr so müde. Ein wenig schwach, aber ich war ja immerhin auch noch krank. So schlecht geht es dir ja gar nicht mein Kleiner, sagte Dosi. Na dem geht’s ja vielleicht gut. Man hat mir 2 Spritzen gegeben! Wer weiß, was da drin war. Vielleicht dieses Zeugs, was der Dosi manchmal trinkt. Energy, oder so. Pfui. Das stinkt echt widerlich. Aber es macht ihn wach. Habt ihr euch jemals gefragt wie Menschen es schaffen, 8 (!) Stunden durchzuschlafen und dann noch müde zu sein? Schlafen ist klasse, keine Frage. Ich schlafe auch gerne und ich schlafe auch viel. Aber 8 Stunden am Stück? Das müsst ihr euch mal auf eurer unbrauchbaren Zunge zergehen lassen. Acht. Die verschlafen die ganze Dunkelheit, dabei passiert dort doch so viel! Man hört jedes leise Geräusch, das am Tage so unbemerkt bleibt. Man wird nicht gesehen. Nicht gesehen werden ist traumhaft. Hatschi! Vielleicht schlafe ich nun auch mal so lange. Aber ich bin ja immer hin auch krank. Ich darf das. Also ließ ich mich zudecken und schloss die Augen.


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  • Meine Katzengeschichte! Beitrag #8
Armes kleines Rotznäschen! Und so tapfer!
 
  • Meine Katzengeschichte! Beitrag #9
Oh der Arme hatte ja ne ganz schlimme Rotznase!
Ich bin gespannt wie die Geschichte weiter geht.
 
  • Meine Katzengeschichte! Beitrag #10
*abonniert* :)
 
  • Meine Katzengeschichte! Beitrag #11
Schön, dass es euch gefällt :) Marvin hat nämlich noch soooo viel zu erzähen! ;)

Liebe Leser, kennt ihr das? Es ist dunkel, ihr liegt seelenruhig auf Dosines Beinen und schlaft so fest dass ihr nicht mal mitbekommt, wie sie euch zur Seite schiebt (seid ihr schon mal woanders aufgewacht als eingeschlafen? Das darf mir nie wieder passieren!!). Und dann plötzlich war es da…
Ich sollte vielleicht ein wenig ausholen. Es gibt zwei Türen, die immer zu sind. Eine davon ist die Tür wo es zum Futter geht. Ich habe mich da mal umgeschaut und zugegeben: Es ist schon ganz schön gefährlich dahinter! Mit den Menschen darf ich da nämlich rein. Da wird wie gesagt mein Futter zubereitet. Das ist immer so aufregend!! Erst höre ich im Flur, wie mein Napf hochgenommen wird und dann klimpert es ein wenig, weil sie die Reste daraus klauen. Zum Glück. Frisches Futter schmeckt ja sooo viel besser! Aber das ist mal wieder ein anderes Thema. Dieser Raum jedenfalls scheint mir sehr gefährlich zu sein. Da liegt immer dieses Silberzeugs rum, mit dem die Dosis ihre Nahrung zu sich nehmen. Das meiste davon ist ziemlich spitz. Und da steht ein großer viereckiger Kasten, wo die Menschen ihre Felle reinwerfen und die werden dann ganze rumgeschleudert, nass gemacht und wieder geschleudert. Ich sollte die Dosis irgendwann mal fragen, ob ihnen das nicht wehtut, wenn sie sich das Fell abziehen… Und wie ich dann so über den kalten Boden lief, fiel mir fast meine Futterdose auf den Kopf! Mensch Dosine, pass doch mal auf… Und manchmal dreht einer der Menschen an einem Knopf und dann geht das Licht in einem anderen Kasten an. Ich gehe immer ganz nah dran und schaue, was da drin passiert. Aber irgendwann wird es immer heißer, dann gehe ich schnell weg! Das ist mir alles nicht geheuer… aber es gibt auch etwas Gutes an dem Raum: Da steht eine Wäschebox, die nur mir gehört! Ich lege mich dann oft da drauf, wiege mich in Sicherheit und schaue zu, wie die Dosine arbeitet. Manchmal tobe ich auch, kippe den Wäschekorb um und krieche hinein. Mit ein wenig Glück sind da auch Dosis Felle drin, da kann man sich super drunter verstecken. Nun gut, das also zu dem ersten verbotenem Raum. Der andere Raum liegt am anderen Ende des Flures. Vor dieser Tür bekomme ich immer mein Futter. Die ist wirklich immer zu. Abends höre ich manchmal, wie die Dosine schnell reinhuscht, etwas werkelt und dann kommt sie wieder zu mir.
In der besagten Nacht- als ich langsam wieder fit und aufmerksam war- passierte aber etwas Komisches. Alles schlief… nur aus dem Raum kamen Geräusche. Geräusche, die ich nicht kannte, die aber definitiv da waren. Ich drehte mich um und schlich zu Dosis Kopf hoch, um mich dort wieder zusammen zu rollen. Aber das Geräusch verschwand nicht. Rappel rappel rappel. Meine Ohren gerieten völlig außer Kontrolle und mir blieb gar nichts anderes übrig, als aufzustehen, mich zu recken und zu strecken und vom Bett zu hüpfen. Leise tapste ich durch den Flur, bis ich vor der zweiten verbotenen Tür stand. Was macht die Dosine wohl immer dahinter? Rappen rappel rappel. Was kann das sein? Mau?, fragte ich die Tür und plötzlich…Stille. Also blieb ich auch still. Bis es wieder begann: rappel, rappel, rappel. Und ich versuchte es nochmal: Maauu?. Stille. Oder doch nicht? Ohje, ich hörte die Dosine. Sie seufzte und dann stand sie schon vor mir. Ich versuchte lieb zu gucken- richtig lieb. In der kurzen Zeit in der ich hier bin habe ich nämlich schon gelernt, dass die Menschen gerne schlafen. Die Sache mit der Dunkelheit… ich denke, das muss ich nicht näher drauf eingehen. Nachts hört die Dosine sich komisch an. Irgendwie… na komisch halt. Ihr fehlt irgendein Ton in der Stimme, den sie tagsüber sonst gut drauf hat. Nachts ist sie leise. Tagsüber ist sie laut. Nachts ist sie irgendwie auf Sparflamme. Also nuschelte sie nur Muk, komm wir gehen wieder schlafen. Nachts ist Gizmos Zeit. Gizmo?? Wer oder was ist ein Gizmo? In dieser Nacht erfuhr ich es nicht mehr. Aber der Tag würde kommen…Und der Tag kam.
Die Dosine kam eines Tages aus dem Raum und machte die Tür auch wieder hinter sich zu. Nur nicht zu genug. Ich schlich leise hinein, schnüffelte den Boden und alle Ecken ab. Ich sprang auf die Fensterbank und ließ meinen Blick durch den Raum schweifen. Und dann sah ich ihn. Ein riesengroßer Holzkasten, der irgendwie nach Leben roch. Lautlos sprang ich von der Fensterbank und mit schlagendem Schwanz und geduckt nährte ich mich dem Holzkasten. Nichts bewegte sich, aber irgendetwas war da. Ein Herzschlag. Ein ganz leichter aber aufgeregter Herzschlag. Mit einem Hops sprang ich auf den Kasten. Was auch immer da drin war- ich bekomme es! Ich glaub‘, ich sehe nicht richtig!. Auch so eine Aussage, die ich nie verstehen werde. Entweder ich sehe etwas- oder ichs ehe etwas nicht… Plötzlich stand die Dosine in der Tür. Sie schaute mich mit einem Blick an, der alles sagte. Er sagte Runter! Sofort! Und wenn ich Das noch einmal sagen muss Freundchen, dann darfst du nicht mehr im Bett schlafen!. Weil ich im Bett schlafen wollte, sprang ich ganz schnell vom Kasten, flüchtete in den Flur und ehe ich mich versah, war die Tür wieder verschlossen.
Als es das nächste Mal dunkel wurde nahm der Dosi mich auf dem Arm. Das ist nichts ungewöhnliches, ich weiß. Aber er ging mit mir zu der Tür und öffnete sie. Rappel rappel rappel. Der Dosi zeigte auf eine Stelle, auf ein Etwas, dass sich nicht mehr bewegte. Doch das Herz schlug. Ich blieb ganz ruhig und guckte mir das Ding an. Ich schnüffelte an der Scheibe, aber ich roch nichts. Und dann- schneller, als ich gucken konnte verschwand er. Gizmo. Gizmo war eine Schneeflocke und Schneeflocken sind da, um gefressen zu werden. Aber wussten das die Menschen nicht? Sie wussten doch, was da in unserem zu Hause war. Die Tür ist seitdem immer verschlossen gewesen. Nur manchmal, da darf ich unter Aufsicht in das Zimmer, doch dann ist Gizmo nicht da. Ein wenig klug ist er ja doch- wach sein in der Dunkelheit. Schade für ihn, dass er so verdammt lecker aussieht!

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  • Meine Katzengeschichte! Beitrag #12
Och wie süss ist das denn. Ich hab mir sonstwas vorgestellt wer gizmo ist.:mrgreen:
 
  • Meine Katzengeschichte! Beitrag #13
Gizmo ist ja auch süß!
 
  • Meine Katzengeschichte! Beitrag #14
Da hat Marvin ja ein echt aufregendes Leben bei seinen Dosis, er entdeckt geheimnisvolle Gizmos und studiert das Verhalten der Dosis.
 
  • Meine Katzengeschichte! Beitrag #15
Morgen kommt eine neue Geschichte :) Marvin ist viel zu sehr damit beschäftigt hier durch die Gegend zu wetzen- da bleibt keine Zeit für ihn zum Schreiben ;)
 
  • Meine Katzengeschichte! Beitrag #16
  • Meine Katzengeschichte! Beitrag #17
Und es geht weiter! :)

Ist das Leben nicht schön, wenn man so ein tolles zu Hause gefunden hat wie ich? Dafür, dass meine Menschen das erste Mal in ihrem Leben Dosis waren, schlugen sie sich ganz gut. 3x am Tag Futter, ganz viel spielen, ganz viel schmusen … man, ich war der glücklichste Kater der Welt. In der Zwischenzeit war es Dezember 2013 geworden und ganz langsam lebte ich mich ein. Ich legte an Gewicht zu, mein Fell war nicht mehr so struppig und ich wurde ein richtig hübscher Kater, muss ich zugeben. Ja, ich hatte alles was ich brauchte! Aber die Dosine sah das anders. Sie sagte, beruflich würde sich etwas bei ihr ändern- was auch immer das hieße. Der Dosi war immer zu regelmäßigen Zeiten weg, aber die Dosine kam und ging, wie sie es anscheinend gerade wollte. So war ich nie wirklich lange allein. Ich spürte, dass sich dadurch auch für mich etwas ändern würde…sie dachte viel nach und saß ganz viel vor ihrem Laptop und schaute sich andere Katzen an. Ich habe mich gefragt warum…auf das was sie vorhatte wäre ich niemals gekommen! Wir brauchen jemanden, mit dem unser Muk spielen kann, wenn ich dann auch wieder lange weg bin am Tag, sagte sie eines Tages zum Dosi. Doch der war dagegen- was ein Glück! Aber was soll er denn 8 Stunden am Tag alleine machen??“, fragte die Dosine tagelang. Manchmal zeigte sie dem Dosi Fotos von Katzen und erzählte ihm, wie schlecht es ihnen geht und dass sie ein zu Hause suchen. Ey Dosine, aber dieses zu Hause hier gehört doch schon jemandem, erzählte ich ihr. Doch sie strich mir über den Kopf und sagte nur Ja genau, du findest auch, dass wir noch eine Katze aufnehmen sollten, oder?“. Ne, also wirklich nicht… Ich hatte gehofft, der Dosi hält Stand, aber eines Abends griff er nach seinem Telefon und rief jemanden an. Ich erkannte die Stimme sofort- es war die alte Frau, die mich gefunden hatte! Es geht um Jan, sagte er. Die Frau wusste noch nichts von meinem neuen Namen. Bei uns verändert sich beruflich etwas. Meine Freundin geht von der Selbstständigkeit wieder in eine Vollzeitanstellung. Die Frau am anderen Ende sagte nur Oh, und schien ein wenig enttäuscht. Na schau, sie wollte also auch nicht, dass noch jemand zu mir kommt. Also, wir wollen ihn nicht wieder abgeben, wir würden gerne noch eine Katze aus eurem Tierheim aufnehmen. Ich sprang von Dosis Schoß auf, als ich den Stein vom Herzen der alten Frau fallen hörte. Noch am selben Tag fuhren die Dosis ins Tierheim. Als sie wiederkamen waren sie total glücklich, nahmen mich auf den Arm und erzählten mir, dass ich in nur wenigen Tagen eine Spielgefährtin bekommen. Ja, ihr hört richtig: ein Mädel. Anscheinend sind Mädels nicht so wild und ich kann ja wegen meinem Herz nicht sooo viel toben und spielen. Ich lege mich nach ein paar Minuten dann hin und hole Luft. Das kann ja was werden. Ich seufzte und legte mich schlafen.
Es war Montag. Irgendetwas war anders. Der Dosi ging nicht weg. Er hatte jemanden angerufen und gesagt, dass er heute zu Hause bleiben würde. So ganz stimmte das aber nicht. Nach meinem Frühstück stellten sie noch ein Klo und noch einen Napf auf. Dann verließen die Dosis die Wohnung. Wenn ich gewusst hätte, dass das mein letzter Tag allein sein würde… ja, dann hätte ich ihn um einiges anders gestaltet, als ihn zu verschlafen. Ich hätte irgendetwas zerstört und mein Klo nochmal ausgiebig benutzt. Ich hätte mich nochmal auf alle meine Lieblingsplätz gelegt, die ich heute kaum noch benutzen kann, weil diese Göre da immer drauf liegt. Aber jetzt ist sie da und ich muss mit der Situation leben. So ist das Leben als Kater.
Ich hörte den Schlüssel in der Tür und sah die Dosis reinkommen. Sie stellten eine Box im Flur ab. Schnell lief ich auf die Box zu und zu schauen, was sie mir da also nun mitgebracht haben. Ich schnüffelte am Gitter und guckte hindurch. Das war sie also. Sie war niedlich, muss ich zugeben. Sie war kleiner als ich, aber ein wenig älter. Der Fleck auf ihrer Nase sah aus wie hingepinselt. Sie hatte große wachsame Augen und hatte ganz viel Angst. Ich sagte ihr, dass sie keine Angst haben muss, aber das half nicht. Schau mal Marvin, das ist Lizzy. Sie wohnt jetzt hier, sagte die Dosine. Lizzy zog sich ins hinterste der Box zurück und war ganz still. Dann nahm der Dosi mich hoch und brachte ich ins Wohnzimmer. Er machte die Tür hinter sich zu und ließ mich allein. Ich kratze an der Tür und miaute ganz viel. Ich wollte doch gucken, was Lizzy macht! Und dann hörte ich sie. Sie lief durch meinen Flur. Nein, sie lief nicht, sie trampelte. Wie kann eine Katze nur SO trampeln?? Ich werde wohl nie wieder meine Ruhe haben… Es dauerte ein wenig, bis ich wieder raus durfte. Lizzy saß in einem Regal und starrte mich und die Dosis an. Sie hatte einen vollen Napf vor sich, aber aß keinen Bissen. Und immer noch diese Angst. Ich spürte sie in meinem ganzen zu Hause. Du musst keine Angst mehr haben, versprach ich ihr und ging auf sie zu. Doch plötzlich haute sie mir ihr Krallen durch das Gesicht und fauchte laut! Ich sprang zurück. Was sollte das denn jetzt?? Noch ein Versuch. Langsam schlich ich auf das Regal zu, in dem Lizzy saß. Und wieder fauchte sie und legte sich auf die Seite. Ich blieb stehen und legte mich vor das Regal. Irgendwann musste sie ja da runter kommen…

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  • Meine Katzengeschichte! Beitrag #18
Danke :)...

Muk ist aber echt lieb zum Neuzugang, ich bin gespannt wie's weitergeht :)
 
  • Meine Katzengeschichte! Beitrag #19
Ich bin gerade erst zum lesen gekommen und schon gespannt wie es weiter geht.
 
  • Meine Katzengeschichte! Beitrag #20
Marvin hat euch nicht vergessen! Er musste in der letzten Woche seine Dosine gesund pflegen, aber es geht bald weiter :)
 
Thema:

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