Liebe Forengemeinde,
ich kehre nach langer Abwesenheit zurück - leider aus einem traurigen Grund.
Meine "Zicke" Ginger hat seit letztem Frühjahr Leistenkrebs. Da ich die Tumore durch regelmäßiges Abtasten frühzeitig entdeckt habe, konnten sie in einem frühen Stadium schnell entfernt werden, ohne bisher gestreut zu haben.
Anfang diesen Jahres stellte ich einen Knubbel im Brustbereich fest. Das Ding explodierte förmlich in der letzten Zeit. Jetzt ist es Walnuss-groß und sitzt in der Achselhöhle des rechten Vorderbeins. Samstag war ich beim
Tierarzt, der "original" Doktor war nicht da, nur eine weibliche Vertretung. Diese hat jedoch falsch diagnostiziert... sie tippe erneut auf Leistentumor und setzte für gestern eine OP an. Röntgenbilder waren TOP, Herz, Lunge - alles schick und gesund. Also Miezi gestern hingeschafft unter größtem Stress... Nachmittags kam der erlösende Anruf: "Alles gut gegangen, sie wacht jetzt auf und kann heute Abend abgeholt werden."
Ich hab mich gefreut wie ein Schnitzel. Und dann komme ich abends in die Praxis, der Doktor guckt mich mit großen Augen an und sagt: "Ich habe die OP abgebrochen, es besteht Verdacht auf
Fibrosarkom."
Erstmal wusste ich nichts damit anzufangen... doch dann fiel es mir wieder ein. Ich hatte viel darüber gelesen. In dem Moment stand echt alles still und ich hatte zu kämpfen, nicht gleich loszuheulen.
Er hat gestern nur biopsiert und per EILauftrag zu Synlab geschickt. Sobald das Ergebnis da ist, wird weiteres besprochen. Er meinte nur, er müsse mich im Fall der Fälle in eine Klinik überweisen.
Und jetzt fängt das Drama an... ich habe immer gesagt, ich möchte meiner Katze einen solch monströsen Eingriff niemals antun! Die Wunde würde riesig werden... ich zitiere den
Tierarzt: "Da wird die halbe Katze weggeschnitten!" Super. Ich hab voll im Lotto gewonnen. Zwei unheilbare Krebsarten mit einer hohen Wiederkehrrate. Chemo wird an dieser Stelle nix bringen, wurde mir gesagt. Und das möchte ich meiner Katze auch nicht mehr antun. Sie ist ja auch schon älter. Wie alt, kann keiner sagen. Geschätzt wird sie auf 15 Jahre. Das schlimmste ist auch, dass das Ding auf einem Muskel sitzt. Es wird also nicht nur weiträumig Haut entfernt, sondern auch Muskelgewebe. Das heißt für mich, dass die Heilungsdauer ins Unermessliche steigt. Abgesehen davon, arbeite ich Vollzeit. Das bereitet mir Sorgen. Meine Katze ist nicht am still liegen und Wunden heilen lassen interessiert. Eigentlich müsste ich sie mit Klebeband umwickeln und in einen Käfig sperren. Denn sie reißt sich OP-Wunden sofort auf.
Viel blabla... es tut mir leid. Ich bin total fertig. Ich weiß nicht, ob es sich "lohnt" diese riesige OP machen zu lassen. Sie hat jetzt schon ständig Leisten-OPs und dann das noch. Irgendwann liegt sie nur noch im OP. Und sie hasst es, sie hasst die Box, den
Tierarzt... einfach alles. Sie ist völlig fertig. Und ich auch
Habe schon so viel im Forum gelesen, auch eure Geschichten. Aber jede Katze ist eben anders... wie würdet ihr an meiner Stelle entscheiden? Noch mal ne große OP wagen? Oder es sein lassen und der Katze noch einen schönen Lebensabend machen? Ich weiß es wirklich nicht.
Danke für's Lesen.