Frühkastration wird vom TS abgelehnt

Diskutiere Frühkastration wird vom TS abgelehnt im Tierschutz Forum im Bereich Katzenfreunde; Aso ich kann da aus meiner mittlerweile dreijährigen Betreuung einer Katzenkolonie ganz andere Schlüsse ziehen. Es ist keine wissenschaftliche...
  • Frühkastration wird vom TS abgelehnt Beitrag #21
Aso ich kann da aus meiner mittlerweile dreijährigen Betreuung einer Katzenkolonie ganz andere Schlüsse ziehen. Es ist keine wissenschaftliche Studie, nur eine Beobachtung.

In dieser Streunerkolonie befanden sich 2011 ein unkastrierter Altkater und viele Jungkater, die zum Teil dort geboren wurden. Es gab dort viel weniger weibliche Tiere als Kater. Die Kater wurden bis auf zwei alle von mir eingefangen und ich habe sie kastrieren lassen. Der Altkater Malik hat es immer wieder geschafft aus der Falle zu entkommen und ist vor ca. einem Jahr verschwunden, ich denke er hat sich zum Sterben zurück gezogen, weil er ganz sicher nierenkrank war. Er hat nur Trockenfutter und Selbstgekochtes gefressen und sehr viel getrunken. Er war immer sehr sozial zu den anderen jungen Katern und ein friedliches Tier.

Der zweite unkastrierte Kater ist Mirco, er ist über den Winter oft an der Futterstelle und nutzt auch die Schlafhütten, aber im Sommer sehe ich ihn so gut wie nie. Deswegen ist das Einfangen auch so schwierig, er taucht mal auf und ist dann wieder für Wochen weg. Wenn er zur Futterstelle kommt, wartet er bis die kastrierten Tiere gefressen haben und frisst erst dann. Er wird auch von den anwesenden Katzen verjagt, so viel zur Dominanz. Im Winter ist er aber auch der letzte, der fressen darf.

Ich hatte in einem anderen Forum schon mal über die Thesen von Udo Gansloser gelesen und halte sie schlicht für realitätsfremd. Wenn die weiblichen Katzen in der Kolonie nicht kastriert werden kommt garantiert ein Freigängerkater und deckt sie. Es gab auch an meiner Futterstelle trotz unkastrierten Katern immer wieder Zulauf von fremden unkastrierten Katern, die geblieben sind und die ich kastrieren lassen musste. Ich fütter ja nicht nur und lasse kastrieren sondern beobachte auch das Sozialverhalten der Katzen untereinander, weil es mich einfach interessiert.
 
  • Frühkastration wird vom TS abgelehnt Beitrag #22
Aso ich kann da aus meiner mittlerweile dreijährigen Betreuung einer Katzenkolonie ganz andere Schlüsse ziehen. Es ist keine wissenschaftliche Studie, nur eine Beobachtung.

In dieser Streunerkolonie befanden sich 2011 ein unkastrierter Altkater und viele Jungkater, die zum Teil dort geboren wurden. Es gab dort viel weniger weibliche Tiere als Kater. Die Kater wurden bis auf zwei alle von mir eingefangen und ich habe sie kastrieren lassen. Der Altkater Malik hat es immer wieder geschafft aus der Falle zu entkommen und ist vor ca. einem Jahr verschwunden, ich denke er hat sich zum Sterben zurück gezogen, weil er ganz sicher nierenkrank war. Er hat nur Trockenfutter und Selbstgekochtes gefressen und sehr viel getrunken. Er war immer sehr sozial zu den anderen jungen Katern und ein friedliches Tier.

Der zweite unkastrierte Kater ist Mirco, er ist über den Winter oft an der Futterstelle und nutzt auch die Schlafhütten, aber im Sommer sehe ich ihn so gut wie nie. Deswegen ist das Einfangen auch so schwierig, er taucht mal auf und ist dann wieder für Wochen weg. Wenn er zur Futterstelle kommt, wartet er bis die kastrierten Tiere gefressen haben und frisst erst dann. Er wird auch von den anwesenden Katzen verjagt, so viel zur Dominanz. Im Winter ist er aber auch der letzte, der fressen darf.

Ich hatte in einem anderen Forum schon mal über die Thesen von Udo Gansloser gelesen und halte sie schlicht für realitätsfremd. Wenn die weiblichen Katzen in der Kolonie nicht kastriert werden kommt garantiert ein Freigängerkater und deckt sie. Es gab auch an meiner Futterstelle trotz unkastrierten Katern immer wieder Zulauf von fremden unkastrierten Katern, die geblieben sind und die ich kastrieren lassen musste. Ich fütter ja nicht nur und lasse kastrieren sondern beobachte auch das Sozialverhalten der Katzen untereinander, weil es mich einfach interessiert.

Diese Beobachtungen kann ich aus meiner - kleinen - Erfahrung bestätigen.

In meiner Kolonie war ein unkastrierter älterer Kater (Loup). Er kam immer als letzter zum Fressen, hat sich nie dominant verhalten. Bevor er fraß, hat er erst mal alle jüngeren Tiere (Katzen und Kater) gekuschelt / Köpfchen gegeben usw.

Überhaupt ging es in dieser Kolonie ganz unglaublich friedlich zu - und da waren alle noch unkastriert. Ich hab sie dann alle nach und nach gefangen, kastriert, untergebracht und einige eben auch behalten.
 
  • Frühkastration wird vom TS abgelehnt Beitrag #23
[...] Er kam immer als letzter zum Fressen, hat sich nie dominant verhalten. [...]
Dann war er aber eben auch nicht der "Chef" - bei Katzen gibt es ja (je nach Zusammensetzung der Gruppen) Matria- und Patriachate, zumindest meine ich, das gelesen zu haben.

Mit Streunern bin ich jedoch nicht ganz fit, daher kann ich nicht einschätzen, inwiweit stimmt, was hier geschrieben wurde, fand die Ausführungen damals aber sehr einleuchtend.
 
  • Frühkastration wird vom TS abgelehnt Beitrag #24
In meiner Streunerkolonie war Malik der Chef, es gab nur jüngere Kätzinnen und Kater. Diese Rolle hat jetzt Mona übernommen, die alle anderen Katzen verjagt wenn sie an der Futterstelle ist.

"Untersuchungen an Katzen ergaben, dass alle Sexualhormone die Jagdleidenschaft "dämpfen"."

"Noch schlimmer ist eine vorzeitige Frühkastration - die vor der Pubertät geschieht. Hier wird, meist aus humansexualfeindlichen Motiven, zweifelsfrei tierschändlich gehandelt: Eine Entwicklung zur Erwachsenenreife wird verhindert! Manche Amerikaner tun dies, um Hunde und Katzen sich nicht aus dem "Tierbabyalter" weiter entwickeln zu lassen (Mammophilie). "



Diese Thesen finde ich aber sehr gewagt, mein Kater Marlon, der mit fünf Monaten kastriert wurde, also noch vor der Geschlechtsreife, ist mehr Kater als Preto, der mit sieben Monaten nicht vollständig kastriert zu mir zurück kam, Preto ist trotz später Kastration ein großer Kindskopf und sehr verspielt. Eine Frühkastration ist nicht sexualfeindlich und schon gar nicht tierschändlich, da kann ich nur den Kopf schütteln. Was ist denn eigentlich anders an einer Frühkastration mit sechszehn Wochen und einer Kastration mit zwanzig Wochen (fünf Monaten) wie es üblich ist.
 
  • Frühkastration wird vom TS abgelehnt Beitrag #25
Ich kann Maschas Beobachtungen hier ebenfalls bestätigen. Ich hab ja meine Streunerfutterstelle direkt am Haus und somit stehen die Streuner auch immer in Interaktion mit meinen eigenen Katzen, die natürlich alle kastriert sind. Chef ist hier ein kastrierter roter Nachbarskater. Wenn der kommt flitzen alle - inklusive der unkastrierten. Ich hab hier ebenso wie Mascha "Saisonkater", die deshalb schwer zu fangen sind, da zu unregelmäßig da und somit teilweise eben bereits kastriert und teilweise nicht.
Aber da gibt es trotzdem kein Rangfolgeproblem um die Futterstelle, sondern vielmehr wird die Futterbox hier fair geteilt und es gibt keinen Streit darum. Wer drin ist darf in Ruhe zu ende fressen. Die anderen warten so lang im umliegenden Gebüsch und gehen erst dann rein, wenn die Box wieder frei ist. Es läuft alles friedlich ab.

Und zum Thema kastrieren und kittenhaftigkeit: Mein Ömchen Brille ist in meiner Katzengruppe mit Abstand die kindsköpfigste. Sie verhält sich wie ein Jungspund, hüpft wie ein Kitten gurrend und kopfschlagend durch die Gegend und tatzelt nach allem was ihr in den Weg kommt. Brille ist ca. 16 Jahre und wurde vor 4 Jahren kastriert.... also von Frühkastra kann man da nun nicht unbedingt sprechen... ;D
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Frühkastration wird vom TS abgelehnt Beitrag #26
Man kann Katzen einfach nicht mit Hunden vergleichen, bei Hunden wird dieses Chefverhalten im Rudel stimmen. Katzen haben keine feste Rangordnung, da gibt es nicht den Rudelchef. Das wechselt immer mal wieder, auch in meiner mittlerweile siebenköpfigen Gruppe gibt es keine feste Rangordnung. Mascha ist die älteste und erste Katze, von daher bekommt sie von mir immer alles zuerst, ich könnte aber nicht behaupten, dass sie die Chefin ist und die Kater sind es schon gar nicht.

Ich habe die Abhandlungen von Udo Ganslosser nicht gelesen, darüber gab es nur mal eine Diskussion in einem anderen Forum. Aber ich versteh nicht was es bringen soll einen Kater in einer Katzenkolonie nur zu sterilisieren. Er wird seinen Geschlechtstrieb weiter ausleben und damit evtl. auch Krankheiten verbreiten und auch selbst mehr gefährdet sein. Die Zuwanderung anderer unkastrierter Kater verhindert es auch nicht.

Ich würde auch Jungkatzen nur frühkastriert abgeben, wenn ich einen Tierarzt finden würde der das macht. Mit frühkastriert meine ich zwölf bis sechzehn Wochen. Hier kastrieren die Tierärzte erst ab 2kg Gewicht, das entspricht ungefähr fünf bis sechs Monaten. Es gibt Katzen, die dann schon tragend werden können.
 
  • Frühkastration wird vom TS abgelehnt Beitrag #27
Bin 100% mit dir einverstanden!
Meine Goliath-Biester wogen allerdings mit 3 Monaten schon über 3kg :mrgreen: aber das sind einfach Riesenviecher.
Normal ist das ja eher nicht.
Auch hier gibt es keinen "Chef"; die Funktion "Chef" hat für Katzen einfach keinen Sinn.
Es gibt mehr oder weniger agressive Exemplare, aber das hat nichts mit einer Hierarchie zu tun.
 
  • Frühkastration wird vom TS abgelehnt Beitrag #28
Es gibt mehr oder weniger agressive Exemplare, aber das hat nichts mit einer Hierarchie zu tun.

Yep, sehe ich auch so.

Ich arbeite ja viel mit Futterstellen- und Hofkatzen, da ich ja oft die Fälle die aus verschiedenen Gründen (meist Krankheit/Verletzung oder Räumung des Platzes) nicht wieder rauskönnen übernehme und zähme. Und meine Erfahrung ist da, daß gerade diese dann gezähmten Tiere sehr sozial mit anderen Katzen sind und sich sehr kittenhaft verhalten - wie als wenn sie ihre verpasste Kindheit nachholen wollen. Aus meinen Erfahrungen hat das Verhalten der Tiere deshalb nichts damit zu tun, wann sie kastriert wurden, sondern damit, was für einen Charakter das Tier hat und was für Erfahrungen es in seinem Leben gesammelt hat. Der Zeitpunkt der Kastra ist da in keinster Weise ausschlaggebend.

Vielleicht sollten sich die "Streunerleute" mal zusammentun und selbst eine Studie über das Verhalten der Tiere an ihren Futterstellen herausgeben ;-)
 
  • Frühkastration wird vom TS abgelehnt Beitrag #29
Vielleicht sollten sich die "Streunerleute" mal zusammentun und selbst eine Studie über das Verhalten der Tiere an ihren Futterstellen herausgeben ;-)


Das ist eine super Idee!

Und ja, das gleiche Verhalten kenne ich auch mit meinen "Wilden" - sehr verträglich und sozial. Alle sehr spät kastriert, da erwachsen gefangen.
 
  • Frühkastration wird vom TS abgelehnt Beitrag #30
Ich habe im Bezug auf Wechsel eine andere Erfahrung gemacht. Die Gruppe Minden hat einen Dauerführer .

Miss Molly hat die Hosen an, sie war die erste Katze die ich vor 7 Jahren hier kastriert habe. Da wechselt nichts, sie ist der Boss und sie entscheidet auch ob ein Gastfresser ans Futter kann.
Meine feste Truppe ist zurzeit 9 Katzen stark, 3 Kater, 3 letztjährige(meine Peergroup sozusagen) und 3 ältere Katzen.

Nun Frühkastration ist für mich der Zeitraum zwischen der 8 Woche und 14 Woche.

Wenn die Tierheime keine nicht kastrierten Jungtiere abgeben würden, die guten Züchter ihre Tiere erst mit 16 Wochen kastriert abgeben dürften, wäre auch schon mal ein vorbildlicher Schritt in eine gute Richtung.

lg
Verena
PS mein jüngstes Kitten war 9 Wochen!
 
  • Frühkastration wird vom TS abgelehnt Beitrag #31
Aus meinen Erfahrungen hat das Verhalten der Tiere deshalb nichts damit zu tun, wann sie kastriert wurden, sondern damit, was für einen Charakter das Tier hat und was für Erfahrungen es in seinem Leben gesammelt hat. Der Zeitpunkt der Kastra ist da in keinster Weise ausschlaggebend. ;-)

Ich finde die Diskussion hier und eure Erfahrungen mit den Streunern sehr interessant.

Was ich noch gerne wüsste: Es wird ja oft behauptet, dass innerhalb einer Katzengruppe die Stellung einer Katze nach ihrer Kastration sinkt, nicht weil sie ihr Verhalten ändert, sondern weil die anderen sie als "bedeutungslosen" Kastraten quasi riechen, wahrnehmen und behandeln.

Auf Züchterseiten steht z. B. oft, dass frühere Zuchtkatzen, die jetzt Kastraten sind, von den anderen potenten Tieren gemobbt werden. Oder ist das nur eine Ausrede, um Kastraten abzugeben?
 
  • Frühkastration wird vom TS abgelehnt Beitrag #32
Wenn die Tierheime keine nicht kastrierten Jungtiere abgeben würden, die guten Züchter ihre Tiere erst mit 16 Wochen kastriert abgeben dürften, wäre auch schon mal ein vorbildlicher Schritt in eine gute Richtung.

Würden wir auch gerne machen, aber es gibt hier leider keinen Tierarzt der vor fünf Monaten kastriert. Also können wir nur eine Verpflichtung zur Kastration im Schutzvertrag festschreiben.

Ich finde die Diskussion hier und eure Erfahrungen mit den Streunern sehr interessant.

Was ich noch gerne wüsste: Es wird ja oft behauptet, dass innerhalb einer Katzengruppe die Stellung einer Katze nach ihrer Kastration sinkt, nicht weil sie ihr Verhalten ändert, sondern weil die anderen sie als "bedeutungslosen" Kastraten quasi riechen, wahrnehmen und behandeln.

Auf Züchterseiten steht z. B. oft, dass frühere Zuchtkatzen, die jetzt Kastraten sind, von den anderen potenten Tieren gemobbt werden. Oder ist das nur eine Ausrede, um Kastraten abzugeben?

Es kann schon sein, dass die kastrierten Tiere von den potenten Tieren beim Züchter gemobbt werden, die leben da ja auch auf viel engerem Raum zusammen. Bei den frei lebenden Katzen konnte ich das bisher nicht feststellen, die angestammten Katzen dürfen dort zuerst fressen, dann kommen die Neuzugänge. Gemobbt werden ganz eindeutig kranke oder behinderte Katzen, wie der Monty oder damals die dreibeinige Madita.
 
  • Frühkastration wird vom TS abgelehnt Beitrag #33
Es kann schon sein, dass die kastrierten Tiere von den potenten Tieren beim Züchter gemobbt werden, die leben da ja auch auf viel engerem Raum zusammen. Bei den frei lebenden Katzen konnte ich das bisher nicht feststellen, die angestammten Katzen dürfen dort zuerst fressen, dann kommen die Neuzugänge. Gemobbt werden ganz eindeutig kranke oder behinderte Katzen, wie der Monty oder damals die dreibeinige Madita.

Und die werden aus dem eigenen Überlebenstrieb heraus gemobbt, richtig? Denn eine kranke Katze, könnte "das Rudel" anstecken und somit alle in Gefahr bringen, oder?
 
  • Frühkastration wird vom TS abgelehnt Beitrag #34
[...] Auch hier gibt es keinen "Chef"; die Funktion "Chef" hat für Katzen einfach keinen Sinn.
Es gibt mehr oder weniger agressive Exemplare, aber das hat nichts mit einer Hierarchie zu tun.
Ja, das kenne ich bei meinen Katzen aber auch so.
[...] Auf Züchterseiten steht z. B. oft, dass frühere Zuchtkatzen, die jetzt Kastraten sind, von den anderen potenten Tieren gemobbt werden. Oder ist das nur eine Ausrede, um Kastraten abzugeben?
I.d.R. ist das keine Ausrede - es wohl eher so, wie Mascha04 schrieb, es ist mitunter ein Raumproblem ist und es kommt wohl auch ein bisschen auf das Temperament der Katzen/Rassen an.
 
  • Frühkastration wird vom TS abgelehnt Beitrag #35
Meine Gedanken/Feststellungen dazu sind, daß potente Tiere schlicht aggressiver sind - also nicht dominanter in Sinne von "ich bin der Chef", sondern aggressiver beim durchsetzen ihrer Bedürfnisse, da sie eben hormonell gesteuert sind. Das hört auf, wenn sie kastriert sind. Dadurch können sie in einer Gruppe natürlich in der Rangfolge sinken, wenn andere aggressive/potente noch da sind. Aber wie schon gesagt wurde ist das sicher auch oft eine Platzsache und eben auch Charaktersache. Ein charakterlich dominantes Tier wird auch nach der Kastra dominant bleiben und somit seine bisherige Position in der Gruppe weiterhin verteidigen - auch gegen unkastrierte (s. z.B. das, was Verena über Miss Holly sagt). Ein charakterlich aber eher ruhigeres Tier hat nach der Kastra keine Notwendigkeit mehr so vehement zu sein und kann somit innerhalb der Gruppe an Position verlieren - kann es aufgrund von Platzproblemen den Aggressoren nicht aus dem Weg gehen, dann gibt es natürlich Probleme. An der Futterstelle kann es aber ausweichen, gibt dann halt nur seinen Rang an den Aggressor ab.
Deshalb denke ich, daß es bei Katzen keine zwingende ultimative Rangfolge gibt, sondern das je nach Situation und Gruppendynamik sehr stark variiert. In der einen Gruppe gibt es seit je her eine "Oberchef/in", der die Gruppe vielleicht sogar gegründet und die Mitglieder von klein auf entsprechend erzogen hat und in anderen Gruppen gibt es eine Riege von gleichwertigen sich in der Rangfolge untereinander auswechselnde Mitglieder, die als ganzes nach außen agieren ohne innerlich eine bestimmte Führungskatze zu haben. Und wieder andere sind eher ein loser Verband aus Einzelgängertieren, die sich gegenseitig respektieren und aus dem Weg gehen. Und dann gibt's dazwischen noch diverse Graustufen - halt je nach beteiligten Charakteren und äußeren Gegebenheiten.

Der Mensch will immer gern pauschalisieren, katalogisieren, den Dingen eine feste Struktur geben und versucht dies auch auf die Tiere zu übertragen. Aber meine Feststellung je mehr ich mit den Tieren arbeite ist, daß es individuelle Wesen sind, die genauso wie wir Menschen auch in ihrem Verhalten sich stark unterscheiden. Und somit auch ihr Sozialverhalten untereinander stark variieren kann und zwar sogar so stark, daß in Gruppen eigene "Sprachen" sich ausbilden, die von anderen Gruppen dann nicht mehr verstanden werden.
Würde der Mensch mal aufhören alles auf einen Nenner runterbrechen zu wollen, dann könnte er viel sehen und finden - und wäre sicher sehr überrascht ;-)

Zurück zum Thema Frühkastra: ich sehe auch das sehr individuell. Habe ich nen Winzling vor mir, unterernährt, minderwüchsig oder kränklich, dann ist wohl erstmal das Gesundwerden vordringlich, sonst kippt das Kleine während der Narkose nachher weg. Habe ich nen kräftiges kerngesundes Tier, dann spricht nix dagegen. Da sehe ich persönlich die Gefahr bei frühen Frühkastras bei den Streunerkitten - das die halt oft nen gutes Paket an Problemen erstmal mitbringen, wenn man sie reinholt und somit lieber erstmal gewartet werden sollte, bis sie wirklich fit sind. Denn oft holt man die Kleinen rein und erst ein paar Tage später zeigt sich, was da alles an Baustellen lauert. Diese Zeit sollte daher aus meiner Sicht auf jeden Fall abgewartet werden bei den Kleinen. Oft ergibt sich dann dadurch dynamisch von selbst der Kastrazeitpunkt - bei dem einem früher, bei dem anderen eben später.
 
  • Frühkastration wird vom TS abgelehnt Beitrag #36
Alltagswissen und tatsächlich wissenschaftliche Beweise gehen weit auseinander. Und das sich ein Mensch nicht eingestehen möchte, dass er seiner geliebten Katze etwas schlechtes angetan hat führt natürlich zur selektiven Wahrnehmung.
 
  • Frühkastration wird vom TS abgelehnt Beitrag #37
Alltagswissen und tatsächlich wissenschaftliche Beweise gehen weit auseinander.

Ja, aber das finde ich traurig, denn eigentlich sollten sie sich ergänzen. Jede graue Theorie ist doch nix wert, wenn sie in der Praxis sich als Unsinn herausstellt. Da wäre es dann doch viel sinnvoller statt auf seiner Theorie zu beharren zu gucken, warum bzw. welche Faktoren dazu führen, daß es in der Praxis dann doch anders funktioniert, als man in der Theorie gedacht hat. So wird dann ein Gesamtbild daraus.

...
führt natürlich zur selektiven Wahrnehmung

Ja, aber die gibt es genauso in der Wissenschaft. Da gibt's ja diesen Spruch: Trau keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast ;-)
Nicht selten hat der Auftraggeber ein nicht unerheblichen Einfluß auf den Ausgang der Forschung - selbst wenn es nicht geplant ist, so aber doch allein durch die Art der Fragestellung und den Untersuchungsaufbau.
 
  • Frühkastration wird vom TS abgelehnt Beitrag #38
Ja, aber die gibt es genauso in der Wissenschaft. Da gibt's ja diesen Spruch: Trau keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast ;-)
Nicht selten hat der Auftraggeber ein nicht unerheblichen Einfluß auf den Ausgang der Forschung - selbst wenn es nicht geplant ist, so aber doch allein durch die Art der Fragestellung und den Untersuchungsaufbau.

Als Experte kann ich das nur unterschreiben. Es gibt keine "objektive" Forschung, da allein die Erstellung des Forschungsdesign schon subjektiv geprägt ist und das wiederum beeinflusst den gesamten Forschungsprozess inkl. der Ergebnisse. Die Fälschung der Ergebnisse betrifft vor allem den statistischen Teil. Man kann statistische Forschung perfekt verbiegen und somit verfälschen und leider ist dies auch nicht unüblich in der Wissenschaft, weil am Ende jeder Forschung die Ergebnisse repräsentativ sein müssen. Und erst Recht ist es so, wenn Geld mit ihm Spiel ist, je nachdem wer das Forschungsprojekt bezahlt, müssen dann auch signifikante Ergebnisse auf dem Tisch liegen. Aus wissenschaftlicher Sicht wäre dies nicht "unbedingt" notwendig, da keine Signifikanz ja im Grunde auch ein Ergebnis ist. Ich weiss aber, dass dies vielen Disziplinen nicht ausreicht obwohl es streng genommen zulässig ist.
 
  • Frühkastration wird vom TS abgelehnt Beitrag #39
Alltagswissen und tatsächlich wissenschaftliche Beweise gehen weit auseinander. Und das sich ein Mensch nicht eingestehen möchte, dass er seiner geliebten Katze etwas schlechtes angetan hat führt natürlich zur selektiven Wahrnehmung.


Es tut derjenige seiner Katze etwas "schlechtes" an, der sie gar nicht oder zu spät kastrieren lässt.
Noch mehr Katzenelend braucht die Welt wirklich nicht.

Auf den richtigen Moment warten? Hier im Forum haben wir genug Beispiele wie "ich hätte nicht gedacht, dass meine Katze schon mit 7 Monaten rollig werden kann..." oder "mein Kater ist doch erst 9 Monate alt, wir waren total überrascht..." :twisted:
 
  • Frühkastration wird vom TS abgelehnt Beitrag #40
Gerade den Artikel wiedergefunden, der schuld war an meiner schrägen bis ablehnenden Sicht auf die (möglichst frühe) Frühkastration. ;-)

Finde ihn weder ganz überzeugend (Hunde -> Katzen), noch ganz von der Hand zu weisen.


(unter Erwachsenwerden/Kastration)
 
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