Ja, sehe und mache ich genauso - aber das gilt nicht nur in den Vereinen sondern insgesamt - es gibt auch genug "Einzelkämpfer" die nicht wissen wo Schluß ist - in jeder Hinsicht.
Es gibt immer alles. ;-) Bei Einzelkämpfern habe ich es bisher noch nicht so stark erlebt, wie in den Vereinen, aber sicherlich hast du Recht, das kann auch einem Einzelkämpfer widerfahren. Wichtig ist halt, dass man, wie die Autorin schreibt, sich wirklich regelmässig fragt, ob es einem noch gut geht mit dem Tierschutz den man betreibt. Ich denke, das ist das Hauptproblem, dadurch dass viele so überfordert sind, haben sie keine Zeit mehr sich diese Frage zu stellen und dann geht es bergab und der Teufelskreis entsteht.
Ich hab mir das Dokument noch mehrmals durchgelesen und dann aber doch festgestellt, dass in dieser ganzen Darstellung noch ein Aspekt fehlt, der auch dazu beiträgt, dass die Menschen da nicht mehr rauskommen, egal mit welcher Rechtfertigung. Was ich bei den Vereinen oft erlebt habe ist, dass da viele Alteingesessene arbeiteten, d.h. Menschen, die das schon seit 20 oder mehr Jahren machen. Das kann zum einen die Konsequenzen haben, die in dem Text beschrieben werden, aber es hat auch was positives. Denn diese Tierschützer haben Erfahrung, die sich auf die Rettung der Tiere auch wieder positiv auswirken kann. Beispiel: ein Verein, der noch sehr jung ist und nicht so viel Erfahrung hat, wird ganz anderen Tierschutz machen als einer, der auf 20-jähriger Erfahrung bauen kann. Hinzu kommt die ganze Geschichte mit den Tierärzten. In keinem Verein, wo ich tätig war, hat sich der Verein vollkommen auf die Kompetenz des Tierarztes verlassen. Stattdessen, egal was war, sind sie mit dem Tier zum Tierarzt und haben dem Tierarzt erklärt, wie die Tiere behandelt werden müssen. Einfach weil sie die Erfahrung haben und der Tierarzt nicht. Tierschutz ist speziell, vor allem die ganzen Krankheiten, die sie mitbringen können.
Ich will nicht jedem Tierarzt seine Kompetenz absprechen (bitte nciht falsch verstehen!), aber auch meine Erfahrung ist, dass die meisten Tierärzte einen gutes Allgemeinwissen haben, aber sobald es speziell wird, überfordert sind und falsch behandeln. Ich habe sogar schon eine Tierärztin gefunden, die mir das bestätigt hat. :-? Zurück zu den Tierschützern: dieses Wissen, wie man welches Problem medizinisch behandelt ohne gleich hunderte von Euro an Tierarztkosten zu bezahlen, ist unbezahlbar und wird in den Vereinen auch immer weitergegeben. Manch einer von diesen Tierschützern könnte auch das Gefühl haben, der Verein brauche ihn und seine Erfahrung und steigt deswegen nicht aus. Wie gesagt, es kommt immer darauf an, aus welchen Gründen sich jemand überhaupt in dieser Hinsicht engagiert. Ist es aus dem Grund, Tieren zu helfen und denen die arm dran sind ein besseres Leben zu ermöglichen, dann kann sowas schnell mal als Grund und Rechtfertigung ausreichen.
Fazit: Tierschutz ist wirklich ein heisses Pflaster. Je länger ich das mache, desto mehr spüre ich es am eigenen Leibe...und ich muss ehrlich gestehen, ich bin schon an der einen oder anderen Stelle ins Grübeln gekommen....ob ich das alles wirklich so weitermachen will.