Als wir unser Haus gerade bezogen hatten stellten wir fest, dass im Holzschuppen eine Ratte lebt.
Bei jedem anderen Tier wäre mir das ja egal gewesen, aber ich hasse Ratten!
Also mussten wir uns mit der Problematik notgedrungen auseinandersetzen. Einfangen und woanders aussetzen kam für mich nicht in Frage, blieb also nur noch die Tötung.
Da wir keinen Kater wie mein Opa haben (Rommel hat jede Ratte gefangen und getötet), waren wir wohl oder übel auf Hausmittel angewiesen, und anscheinend hat jeder so seine ganz eigene Art mit Ratten auf dem Grundstück fertig zu werden:
Die Tipps reichten von "Backstein druff und Schluß", über "Luftgewehr", bis hin zu "eine Schüssel mit Zucker/Gips Gemisch + 1 Schale Wasser daneben."
Backsteine hatten wir nicht, ein Luftgewehr erschien mir vom Kaliber her als nicht zielführend, und das Zucker/Gips-Gemisch hielt ich für Verschwendung, den Gips brauchte ich noch fürs Haus.
Also auf in den Baumarkt und das Problem geschildert. Wir erstanden eine Packung Giftköder, die als Blutgerinnungsmittel bei Ratten wirken. Soll laut Packungsbeilage superschnell und total schmerzlos funktionieren. Da ich nicht unbedingt Gift auslegen wollte wegen unserer Katzen, erstand ich eine Rattenfalle. Laut Baumarkt das neueste Modell, komplett aus Plastik und mit integriertem Köder. Sobald die Ratte den Köder fressen will, schlägt der Deckel runter und das Rattengenick ist durch. Angeblich absolut wirkungsvoll und effektiv. Ich testete das im Baumarkt mit meinem Finger, und fand das Teil absolut ausreichend für ein Rattengenick. Also auf nach Hause, das Gift erstmal ganz tief im Schrank verbuddelt, und die Falle aufgestellt.
6 Tage lang passierte nichts.
Ich hatte schon angefangen unseren Percy für Ratten zu begeistern. Jedesmal wenn er auf dem Hof herumlief, sagte ich zu ihm: "Wo ist die Ratz?" - Sein Interesse hätte geringer gar nicht sein können.
Am 7. Tag kam ich mittags nach Hause und hörte Geräusche aus dem Schuppen. Die Ratte war in der Falle, aber nicht tot. Die Falle hatte zwar zugeschnappt, aber das Genick war offensichtlich nicht gebrochen und die Ratte steckte jetzt mit dem Kopf da drin und kam nicht mehr raus.
Naiv wie ich war dachte ich, dass sich das innerhalb der nächten 15 Minuten erledigen würde, für mich waren das die letzten Zuckungen.
Doch abends lebte sie immer noch, auch wenn sie sich schon wesentlich weniger als mittags bewegte.
(Ja, ja, steinigt mich, aber ich gebe zu, dass ich tief in mir drin zwischendurch gar nicht nachschauen wollte - ich finde Ratten einfach eklig.)
Abends nahm ich dann schließlich die Schaufel, und mit einem festen Hieb war die Ratte dann tot.
Ich hoffe nur, dass ich niemals wieder eine Ratte auf meinem Grundstück sehen oder gar töten muss.