Hallo,
ich bin neu hier und weiß eigentlich icht genau was ich fragen soll.
Ich weiß schon eine Menge, bin aber mit der Situation überfordert und es macht mich alles ziemlich fertig.
Bei meinem Tiger, 13 Jahre, wurde vor einigen Wochen eine CNI festgestellt. Dann haben wir ihn über den Berg gebracht und dann hat ihn irgendein Tier böse gebissen. Das hat sich entzündet und einen Abzess am Knie entwickelt.
Also sind wir mit ihm in die Tierklinik gefahren. Dort wurde er operiert und intensiv durchgecheckt.
Das ergab einen Nierenverlust von 2/3, einen veränderten Darm und eine Herzwandverdickung.
Aufgrund des Antibiotikas und des Stresses dort wurden seine Werte immer schlechter.
Bis man uns riet ihn einzuschläfern. Besonders schlimm waren seine Schmerzen. Er hat geschrien wie ein Verrückter. Das war kaum auszuhalten.
Wir haben uns aber gegen das Einschläfern entschieden.
Die Klinik hat meine Haustierärztin angerufen und von den schlechten Werten berichtet.
Weil wir wissen, dass Ärzte oft nur die Werte sehen aber nicht das Tier, wollten wir ihn erstmal nach Hause holen. Aus dem Stress raus und in seine gewohnte Umgebung.
Schlimm finde ich, dass sie ihn töten wollten, obwohl er frisst, trinkt, Urin und Kot absetzt. Er ist aufmerksam, sehr schmusig aber er hat die Schnauze auch gestrichen voll.
Ich denke, dass der Stress und die Wundbehandlung ihn unglaublich viel Energie gekostet hat.
Er ist sehr müde und erschöpft.
Unsere Tierärztin hat auch gesagt, dass die Wunde und er wirklich gut aussehen. Trotz der enorm schlechten Werte. Sie fand es auch unmöglich, dass die uns das Einschläfern empfohlen haben.
Jetzt bekommt er bei ihr jeden Tag Infusionen und homöophatische Mittel.
Es besteht die Möglichkeit, dass die Werte sich wieder verbessern.
Die Pflege hier daheim ist anstrengend. Ich kann das kaum aushalten und bin nur am heulen.
Er hat von der Klinik einen so üblen großen Verband bekommen, dass er überhaupt nicht in der Lage war aufzustehen. Er ist immer von einer Seite auf die andere gefallen. Den Verband haben wir abgemacht und durch einen kleineren ersetzt. Aber Laufen und Gleichgewicht halten fällt ihm schwer. Er hat wahrscheinlich die ganze Zeit nur auf einer Seite gelegen und sich eingenässt. Furchtbar!!!
Aber jetzt kann er auf seine Toilette, buddelt ordentlich rum und das Laufen verbessert sich.
Letzte Nacht hat er sich trotz Schwanken am Kratzbaum hoch gezogen und die Krallen gewetzt!
Ich glaube auch, dass er die ganze Zeit so gut wie gar nicht geschlafen hat. Wegen Stress und Schmerzen. Heute atmet er schon viel ruhiger und döst. Er genießt jedes Kraulen und Streicheln und das Bürsten.
Er frisst die Nierendiät von Royal Canin, Bäbygläschen mit Biorind und ein Katzenfutter mit 90% Fleischanteil Rind und Elch. Er hat einen Kragen um, den wir manchmal ab machen, damit er besser entspannen kann.
Außerdem bekommt er Novalgin gegen die Schmerzen und einen Tee per Spritze ins Maul gespritzt. Immer 5ml alle paar Stunden.
Und Semintra schon seit der Erstdiagnosestellung.
Jetzt bete ich ständig, dass alles besser wird und er noch einmal durch kommt.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen ihn zu verlieren. Die Entscheidung zu treffen ihn einschläfern zu lassen, kann ich gar nicht. Aber ich bin ja zum Glück nicht allein.
Ich reagiere auf die Situation extrem psychosomatisch. Bin total kaputt und möchte am liebsten weglaufen.
Kann ich noch etwas Gutes für ihn tun?
Gibt es was, das ich vergessen habe?
Wenn ihr einen Rat habt, würde ich mich sehr freuen!
Gruß
die
tigertulpe