Das ganze ist für mich höchst emotional, falls hier was falsch rüberkommt, dann ist das auf keinen Fall bös gemeint!
Ich glaube, ich verstehe alles richtig

, aber magst Du schreiben, warum das Thema Pflegestelle für Dich so arg emotional besetzt ist?
Ich meine, klar, eine neue (Pflege)Katze ist immer ein bisschen wie Weihnachten. ;-) Aber es wird weder Dir noch Deinen Katzen irgendwas passieren, wenn Du alles mit Umsicht und Bedacht angehst.
Also:
Mein Plan war, dass ich so eine Pflegestelle werde, in der die Pflegis bei mir ganz normal im Haushalt mitleben. Vielleicht nach 1-2 Tagen Quarantäne, um Krankheiten abzuchecken. Danach wollte ich das Gitter entfernen und den Pflegi integrieren. Das war der Plan.
Woher kommen denn deine Pfleglinge?
Ich frage, weil kaum eine Krankheit eine so kurze Inkubationszeit hat, dass sie sich in 1-2 Tagen Separierung zeigen würde. Viele brechen innerhalb von 7-14 Tagen aus, aber einige, wie
FeLV zum Beispiel, brauchen 21 Tage von der Ansteckung bis zur Nachweisbarkeit.
Ich selbst setze zum Beispiel auch keine unkastrierte Katze zu meinen kastrierten Katzen, also muss, falls unkastriert, vorher kastriert werden und dazu muss der Gesundheitszustand gut genug sein, das braucht möglicherweise etwas Zeit.
Bist Du private Pflegestelle oder machst Du das vom Verein aus? Willst Du auf
FIV und
FeLV testen oder nicht? Sind Deine Katzen geimpft und wenn ja, gegen was? Das sind Fragen, die Du für Dich geklärt haben solltest (Du musst sie hier nicht beantworten.

).
Ich finde bei Deiner räumlichen Situation eine Zusammenführungssituation an der Gittertür auf einer Treppe (habe ich das richtig verstanden?) ungünstig. Weil das auch gleich ein Hierarchiegefälle mit reinbringt und Unsicherheiten verstärkt.
Ich halte es außerdem für gut, wenn der Raum mit Gittertür einigermaßen zentral in der Wohnung liegt, denn so wie es jetzt ist, kann Deine Katze der Situation aus dem Weg gehen; die separierte Katze wird nicht mit einbezogen und die ganze Gittertürerei erfüllt so nicht ihren Zweck.
1-2 Tage Gittertür finde ich für Deine ängstliche Katze auch nicht ausreichend, sie wird zumindest bei den ersten Pfleglingen sicher mehr Zeit brauchen. Ich habe meistens die Zimmertür ca. 2 Wochen geschlossen (meine Pfleglinge kommen direkt von der Straße und müssen gesundheitlich grundsaniert werden, sind auch meistens einfach fertig) und die Gittertür ist ca. 1 Woche drin. Sie kommt erst auf, wenn alle Katzen am Gitter sich Nasenstupser geben und es ganz ohne Fauchen abgeht. Das hat den Vorteil, dass die eigentlichen Zusammenführungen sehr entspannt sind und der Neue einfach mit bei den anderen rumschlendert.
Später gibt es ein paar Grenzsetzungen und ein bisschen Faucherei, aber üblicherweise ist hier nach 3-4 Tagen Normalzustand. Oskar zum Beispiel ist schon nach 2 Stunden mit meiner Fluse durch die Wohnung geflitzt.
Ich finde es wegen möglichen Krankheitsübertragungen auch gut, wenn es eine echte Zimmertür gibt, die geschlossen werden kann. Stell Dir vor, ein Pflegling bringt einen Pilz mit, dessen Sporen sich über die Luft verbreiten.
Hast Du solche Situationen mal gedanklich durchgespielt?
Wie würdest Du damit umgehen?
Ich will nicht abschrecken; ich finde es gut, wenn Menschen sich Pflegestellen zutrauen. Ich selbst habe es mich erst getraut, als ich musste, weil mir eine Katze mitten in der Nacht gebracht wurde. :-D Was hab ich da vorher rumgeeiert...! Meine Sorge war damals eher, dass ich dachte, was, wenn meine Katzen sich anstecken und was, wenn ich zeitlich einfach total überfordert bin... Die Erfahrung zeigt, dass ich Ansteckungen vorbeugen kann und dass ich es zeitlich hinbekomme, weil die Grundstruktur da ist. (Auch wenn es viel Arbeit ist, aber es ist eben auch superschön die positive Entwicklung der Katzen mitzuverfolgen.)
Falls etwas schwierige Situationen auftauchen - denk mal an den hartnäckigen Giardienbefall bei Starfairy :? - muss man damit auch umgehen können.
Und eine gute räumliche Situation macht es - für mich - einfach so viel einfacher und entspannter.
Aber das ist nur meine Darstellung. Andere handhaben das völlig anders und viele trennen auch nicht so lange.
Zu Deinen Fragen - Pflegestelle ist immer ein bisschen der Sprung ins kalte Wasser. Vielleicht wird es Dir leicht fallen, den jetzigen Kater abzugeben, aber an eine andere Katze hängst Du Dich sehr. Oder Deine Katzen kommen mit einer Katze besonders gut aus und andere mögen sich nicht so gerne. Vielleicht verstehen sie sich mit einer jungen, ruhigen Katze, aber nicht mit einem jungen Katerflegel.
Vielleicht machst Du Dir zu viele Gedanken. Wenn Du ein Seil am Fuß hast, spring! :-D