Ich habe auch schon erlebt, dass es leider noch einen anderen dringende Notfall gab und deshalb eine Katze, welche eingeschläfert wurde, nach der erste Narkosespritze auf dem Arm ihres Frauchens zurück in den Warteraum musste. Dann kam das andere Tier (Hund) auf den Behandlungstisch und der
Tierarzt ist zwischen dieser anderen Behandlung dann noch kurz raus, hat Herztöne abgehört und musste die zweite Spritze gar nicht mehr setzen.... Die Besitzerin hat das Tier gut rübergebracht, dass Tier ist ganz ruhig und friedlich auf ihrem Schoß eingeschlafen, sie war relativ gefasst und nicht so aufgewühlt, dass es unangenehm war.(für sie aber auch für uns) Der
Tierarzt hatte sie extra gefragt, ob sie das schafft und ob das für sie ok ist... Ihr Tier war auch schon alt, sie war vorbereitet und sie fand es auch wichtig, dass der
Tierarzt schnell dem anderen Notfall helfen kann. War ein Drahtseilakt, aber am Ende war es für alle Beteiligten wohl ok und wahrscheinlich das Beste was unter den Umständen möglich war.
Und ist es nicht so, dass unser Tierschutzgesetzt da sehr schwammig formuliert ist und ein
Tierarzt ein Tier nur nicht "ohne vernünftigen Grund" einschläfern darf? Also wenn man ein gesundes Tier loswerden will, dann ist das sicher kein vernünftiger Grund, aber sobald das Tier ein paar Zipperlein hat, dann geht es ganz schnell in den zumindest rechtlich legitimen Bereich. Da kommt es auf die Auslegung von
Tierarzt und Besitzer an, ob z.B ein Kater mit Beckenbruch oder bei einer nötigen Pfotenamputation behandelt oder eben eingeschläfert wird. Da gab es auch schon einige Gerichtsurteile. Mal postiv fürs Tier, mal negativ. Einmal hat ein
Tierarzt auch schon mal die Kommune verklagt, weil er ein Fundtier reinbekommen hat welches einer teuren Behandlung bedurfte, die Kommune hat dann auch knallhart gesagt wir zahlen nur die Einschläferung, der
Tierarzt hat aber trotzdem behandelt und dann auf sein Geld geklagt.....Und bei Menschen, Tiere und Doctoren habe ich auch einmal so heulen müssen, als die mobilien Notärzte zu einem wunderschönen großen Mischlingshund gerufen wurden, der sich ständig übergab. Die Tierärzte wollten ihn dann in die TK bringen um zu sehen was los ist, ihn evtl röntgen, weil der Hund sich wirklich stark und sehr häufig übergab...Der Besitzer wollte er sein Tier lieber einschläfern lassen, da das Tier ja leidet, man nicht ohne TK weiterkommt,weil es Geld kostet.... Die Fersehtierärzte haben sich geweigert, weil der Hund noch so jung war und weil es keine sichere Diagnose gab, er einfach nur eine normale Magendarmentzündung haben könnte... Sie haben Medis dagelassen in der Hoffnung dass sie wirken und haben dem Besitzer gebeten, sich alles noch einmal zu überlegenund mit ihnen morgen zu telefonieren und dann weiter zu sehen. Am nächsten Tag haben sie noch mal im Beisein der Kamera den Besitzer angerufen und sich nach dem Hund erkundigt, da der sich nicht mehr gemeldet hatte und der Hund sie nicht losließ. Ein anderer Kollege hatte ihn noch den Abend eingeschläfert und die beiden Fersehtierärzte waren dann auch unendlich wütend und traurig und voller Empörung, aber haben halt auch gesagt, dass man dagegen nichts tun kann...
Man sollte meiner Meinung nach dann aber auch nicht immer dem
Tierarzt einen Vorwurf machen. Letzendlich ist es halt ein Job. Ein Job, bei dem man häufig wür Notälle aus dem Schlaf gerissen wird, der auch emotional belastend ist.... Und bietet man keinen 24 Studen Service oder versucht sich sonst wie etwas Freizeit zu behalten, ist man schnell weg vom Fenster. in vielen Gegenden gibt es so viele Tierärzte...
Er hat ja seinen Grund, warum die Minimalgebühren festgelegt sind. Man will vermeiden, dass sich der Konkurrenzkampf noch mehr verhärtet und die
Tierarzt dann gar nichts mehr verdienen, weil sie sich so stark unterbieten würden...
Meine
Tierarzt meinte zu mir, dass es die letzten Jahre so schlimm geworden ist. Sie hätte ständig Besitzer die nicht zahlen können. Auch sie versucht zu helfen wo es geht und es so günstig wie möglich zu machen, aber sie muss halt auch ihre Familie versorgen und kann auch nicht bei jedem Tier für umsonst arbeiten. Ja und bei wem machst du es dann, und wen lässt du quasi im Stick. Das ist ja auch Ungerecht. Irgendwann muss man dann einfach auch so abgebrüht sein und ein Tier dann auch einschläfern, wenn die Besitzer nicht zahlen wollen und/oder können. Egal ob es unter anderen Umständen anders enden würde. Ein 7 Wochen altes Kitten hat in einem
Tierarzt sehr schlechte Chancen. Besonders wenn es schon krank ist. Die Trennung von Mutter und Geschwistern, die neue ungewohnte Umgebung mit einem enormen Infektionspotental, da das Kleine ja dann auf die eh schon völlig überfüllten Quarantänestation käme und garantiert irgendwo sich noch was einfängt.
Da war es vielleicht wirklich besser, die Kleine einzuschläfern. Ist halt wie bei uns Menschen auch. Ein Kind aus Afrika, Syrien, Afghanistan.... hat im Leben ja auch die größere Arschkarte gezogen als "unsere" Kinder. Da ist es nichts anderes. Man versucht was man kann und alles andere ist halt eben so. Alles hat seine Grenzen.
