Hallo Ihr Lieben
Ich habe in den letzten Wochen versucht mich von dem schlechten Gewissen zu lösen, dass ich Jay Jay in seiner letzten Stunden nicht in meinem Arm halten konnte.
Manchmal ging es – oft aber auch nicht.
Aber ich war auf dem Weg.
SANTINO hat aber mit seinem Eintrag RECHT.
Lassen wir unsere Senioren in ihrer gewohnten und geliebten Umgebung in Ruhe sterben. Sie zeigen uns wann es soweit ist und geben uns dementsprechend ein Zeichen.
Leider habe ich dieses Zeichen von Dir, lieber Jay Jay, nicht verstanden.
SORRY MEIN KLEINER JAY JAY.
Ich war der Meinung, dass ich mit unserem Tierarzt einen normalen denkenden, geradlinigen Menschen vor mir hatte. Einen, der ein großes Herz für seine Patienten hat. Dem ist leider nicht so - er ist wie ein eiskalter Geschäftsmann.
Ich war der Meinung, ich hätte mit dieser Praxis die richtige Wahl getroffen.
HABE ICH ABER NICHT.
Ich habe die Rechnung erhalten.
Darin gibt der Tierarzt an, dass ich Jay Jay am Montag den 04.08.2014 um 7 Uhr morgens in die Praxis gebracht hatte. Er stellt 2,5 Behandlungstage und 2 Nächte in Rechnung.
Dies ist definitiv nicht richtig. Ich habe Jay Jay am Dienstag, den 05.08.2014 um 7 gebracht und ihn am Mittwoch, den 06.08.2014 in der Mittagszeit tot aus der Praxis abgeholt. Also 1,5 Behandlungstage
Dieses wollte ich persönlich mit dem Tierarzt besprechen, da ich die Vermutung hatte, dass versehentlich die Behandlung eines anderen Tieres, auf meine Rechnung geschrieben worden ist. Oder ob, es vielleicht um einen Irrtum oder um einen Schreibfehler wandelt.
Die Reaktion des Tierarztes war unglaublich. Er war sofort wütend, stinksauer und zeigte mir die Karteikarte auf der er handschriftlich den 04.08.2014, als Behandlungsbeginn eingetragen hat und dieses sei definitiv richtig, so seine Aussage.
Daraufhin nannte der Tierarzt es eine Unverschämtheit, dass ich seine Rechnung in Frage stellen würde.
Ich sollte mir gefälligst einen neuen Tierarzt suchen.
Ich wollte noch in Ruhe erklären, dass ich Zeugen habe, die Jay Jay noch am 04.08.2014 bei mir Zuhause gesehen haben und dass mein Sohn und ich, den Kater am 04.08.2014 abends noch lange in unserem Garten gesucht haben. Aber er ließ mich überhaupt nicht zu Wort kommen. Auch die SMS, die ich mit meinem EX (eigentlicher Besitzer von Jay Jay) am 05.08.2014 bezüglich Einlieferung und Behandlung/Einschläferung geführt habe, wollte er nicht sehen.
Er meinte, dass man diese Daten auf meinem Handy könnten auch manipulieren sein.
Auch war die Rechnung nicht detailliert. Ich habe wirklich vorsichtig - schon massiv eingeschüchtert -, gefragt, was genau die Positionen bedeuten sollen. Jay Jay hat lt. Rechnung 8 Tropfinfusionen bekommen. Die einzelne Infusion für 14,50 Euro netto. Ich wollte gerne wissen (was genau: Elektrolyte? 250 ml oder 500 ml ?).
Es wäre eine Frechheit von mir, nachzufragen und er wolle über diese Rechnung nicht mehr diskutierenden. PUNKT AUS BASTA.
Außerdem hätte er jetzt keine Zeit mehr, mit mir über diese Rechnung zu sprechen. Komisch war nur: Er hatte gerade Sprechstunde und keine Patienten.
Ich habe dann fluchtartig und unter Tränen die Praxis verlassen.
Die Rechnung beläuft sich auf 420,00 Euro
Darin enthalt sind
1 x Bereitschaft 7 Uhr,
1 x Auffrischungsimpfung meiner 2. Katze und die
Behandlung von Jay Jay (ca. 30 Stunden). Jay Jay war definitiv nur vom 05.08.2014 7.00 bis 06.08.2014 12.15 Uhr in der Praxis.
Zu beachten ist, dass Jay Jay nicht kontinuierlich dort unter Beobachtung und Behandlung stand. Dieser Tierarzt ist seit Kurzem allein praktizierend und versorgt hier in der Umgebung auch noch viele Stunden am Tag, das Nutzvieh auf den Bauernhöfen.
Ich bin bereit, die Tierarztkosten für meine Tiere zu zahlen. Das habe ich in den letzten 15 Jahren immer gemacht - ohne irgendwas zu beanstanden und zu meckern. Ich bin alleinerziehend, habe 2 Kinder, gehe Vollzeit arbeiten und habe noch einen 2. Job, damit ich Alle über die Runden bekomme.
Aber ich zahle nicht für Leistungen, die nicht erbracht worden sind und ich lasse mich nicht so behandeln.
Ich habe am Mittwoch, den 06.08.2014 mehrmals telefonisch (1 x seine Frau und 2 x seine Sprechstundenhilfe) gesagt, dass ich keine Behandlung mehr wünsche und das ich Jay Jay abholen werde, damit er bei mir Zuhause in Ruhe sterben kann.
(Leider ohne Zeugen).
Trotz allem hat Jay Jay lt. Rechnung an diesem Morgen noch 2 Infusionen bekommen. Außerdem hat sich der Tierarzt vehement dagegen gewehrt, dass ich meinen Kater abholen kann. Er wollte mir meinen Tier nicht geben.
Ich wollte Jay Jay schon am 05.08.2014 abends in der Sprechstunde, als keine Besserung ersichtlich war, mit nach Hause nehmen und dort einschläfern lassen.
Aber der Tierarzt wollte dieses absolut nicht und mache mir noch Hoffnung auf eine Besserung über Nacht. Dem stimmte ich zu. Abgemacht war dann, dass ich mich Mittwochmorgen 06.08.2014 gegen 8.00 Uhr melde, und meine Entscheidung mitteile.
Diesen unnatürlichen Zorn und diese Kälte des Arztes, erzeugt in mir eine starke Übelkeit.
Ferner regt sich in mich ein furchtbarer Verdacht, bezügl. der Herausgabe meines Katers.
Ich wollte den Kater dann Mittwochmittag unbedingt abholen. Ich sagte, dass ich mich nicht mehr vertrösten lasse.
Als der Arzt das hörte, sagte er mir, dass Jay Jay seit 30 Minuten tot sei. Ich holte meinen Jay Jay sofort ab. Ich brauche von meiner Arbeitsstelle ca. 20 Minuten. Also war Jay Jay 50 Minuten tot, als ich ihn in sein Körbchen legte.
Aber Jay Jay war noch warm, seine Beinchen beweglich und - vor allen Dingen - seine Augen ganz klar. So als wenn er mir anschaut.
Zuhause legte Jay Jay noch auf seine Lieblingsdecke und konnte die minütliche Veränderung in seinen Augen sehen.
Ich komme mit der Weigerung und mit der Aussage über den Todeszeitpunkt nicht klar. Irgendwas stimmt nicht.
Das Alles wühlt mich so wieder auf. Ich dachte, ich könnte jetzt so langsam mein Gewissen beruhigen. ABER DEM IST NICHT SO.
Mein Kater war ein ganz besonderer Kater. So lieb, so einfühlsam. Halt für uns was ganz ganz Besonderes.
MANO - so was hat er nicht verdient. Mein armer Jay Jay.
Wie heißt es manchmal: Alles war so schön, nur das Ende nicht
Ist es nun soweit, dass man nur unter Zeugen seine Tiere in die Behandlung geben kann?
Ich werde jetzt viel weitere Wege fahren müssen, um meine Tiere zu versorgen. Aber es ist auch gut so. Da gehe ich NIE WIEDER hin. Ich hoffe inständig, dass ich keinen Notfall haben werde, der mich zwingt, nochmals diese Praxis aufzusuchen.
Ich suche nach einer Lösung - immer im besten Sinne meiner Tiere.
In Menschen kann man sich täuschen – in Tiere nicht.
Liebe Grüße,
Nefertari
(die immer noch traurig und enttäuscht ist)