Hallo zusammen
Bis jetzt war ich nur stille Mitleserin in diesem Forum, doch jetzt muss ich mich selbst einmal zu Wort melden und mir den Kummer von der Seele schreiben.
Mein 1-jähriger Kater Rocky wurde am Sonntag Morgen 03.08.14 von einem Auto angefahren. Wir haben es leider nicht gesehen, jedoch hat unsere Nachbarin bemerkt, dass er sich bei ihr im Garten versteckt hat.
Sie ist zum Glück sofort zu uns gelaufen und hat uns Bescheid gesagt. Wir natürlich sofort da hoch gesprintet und da sah ich meinen Rocky stark hechelnd und total unter Schock da liegen. Er konnte die Hinterbeine nicht bewegen und hat sich nur mit den Vorderbeinen weggezogen.
Äusserliche Verletzungen konnte man ansonsten keine erkennen.
Ich habe Rocky natürlich sofort hochgenommen, bin mit ihm auf den Beifahrersitz gesessen und mein Freund fuhr uns zum Tierarzt. Dort angekommen wurde Rocky sofort ein Schmerz- und Beruhigungsmittel verabreicht und er wurde an den Tropf gehängt, damit sich sein Kreislauf stabilisieren kann. Unsere Tierärztin hat uns dann erstmal ein wenig beruhigt, da wir doch ein wenig durch den Wind waren. Sie meinte man werde jetzt zuerst den Kreislauf stabilisieren, ihn beobachten und dann ein Röntgenbild machen, damit man sieht was genau kaputt ist.
Sie hat uns dann nach Hause geschickt und gesagt sie werde sich im Verlauf des Nachmittags melden
Zu Hause hatten wir natürlich keine Ruhe und sassen wie auf Nadeln bis die Tierärztin anrief.
Die Diagnose lautete: Das Becken habe sich um einen ganzen Wirbel nach vorne geschoben, gebrochen sei aber nichts. Ob die Nerven stark beschädigt sind, konnte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen, Tiefenreflexe hat Rocky aber gezeigt.
Da unsere Tierärztin keine solchen komplizierten Operationen macht, hat sie uns vorgeschlagen Rocky am Montagabend in die Tierklinik zu bringen, mit welcher sie sehr eng in Kontakt stehen und die einen guten Ruf hat (Der Hund meiner Eltern hatte dort auch eine komplizierte OP nach einem Autounfall, er hat sich wieder super erholt und auch sonst habe ich nur Gutes gehört)
Wir haben uns natürlich dafür entschieden und Rocky wurde sogleich auch am Dienstag Morgen operiert. Der operierende Arzt hat mich nach der OP angerufen und gesagt, dass er alles genau so reponieren konnte, wie er es sich vorgestellt hat und die OP gut lief.
Rocky erwachte später auch problemlos aus der Narkose.
Sie behielten ihn dann noch bis Freitag, um alles zu überprüfen und informierten mich täglich. Er frass und trank selbständig und setzte auch problemlos Urin und Kot ab. Und Rocky konnte sogar schon wieder ein paar Schritte wackelig aber selbständig gehen, die Nerven waren also nicht zu stark beschädigt.
So ging ich ihn dann am Freitag Nachmittag abholen. Rocky war ziemlich fit, aufmerksam und freute sich mich zu sehen.
Zu Hause habe ich ihm einen kuschligen Käfig (Meerschweinchen Freilaufgehege mit Abdecknetz) eingerichtet, da er nirgends hochspringen sollte und auch nicht zu viel bewegen.
Er inspizierte alles, legte sich dann hin und schlief ein wenig. Als später dann meine anderen beiden Katzen auch reinkamen, ist er wieder erwacht und hat versucht auf die Toilette zu gehen. Urin absetzen hat super funktioniert, jedoch hatte er beim Kot absetzen Probleme. Er drückte nur und es kam gar nichts raus.
Ich beobachtete das mal weiter und rief Samstag Morgen früh gleich meine Tierärztin an (die über alles Bescheid wusste von der Klinik), sie meinte wir sollen später gleich vorbeikommen.
Als wir da waren, tastete sie Rocky ab und stellte fest, dass ca. 3-4cm Kot im Dickdarm sind. Sie gab uns Lactulose Sirup mit, von welchem wir ihm 3x2ml pro Tag geben sollten. Zudem auch noch so eine Paste, welche den Kot gleitfähiger machen soll.
Zusätzlich sollten wir schauen, dass er möglichst viel trinkt (Wasser auch ins Futter mischen), Öl ins Futter mischen und auch etwas Milch oder Butter geben.
So sollten wir bis Montag verfahren und uns dann wieder melden.
Leider hat nichts von alldem geholfen und er hat nur ein paar Mal ganz wenig flüssigen Kot abgesetzt.
Ich habe Montag also wieder bei der Tierärztin angerufen und sie meinte wir müssen da jetzt Geduld haben (was auch der operierende Arzt gemeint hat). Aufgrund dieser komplizierten Operation des Beckens sei alles noch stark geschwollen und würde ihm auch Schmerzen bereiten (er bekommt noch Metacam als Schmerzmittel) und man darf auch nicht zu fest manipulieren wegen dem (noch) etwas instabilem Becken so frisch nach der OP.
Solange er noch munter sei und auch fressen und trinken tue, sollen wir noch ein wenig abwarten mit Lactulose und Co. weitermachen und uns jeden Tag melden. Rocky war munter und auch sehr aufmerksam und bewegte sich immer noch ein wenig. Er frass und trank auch selbständig.
Dienstag Abend hat er dann nicht mehr fressen und trinken wollen, egal was ich ihm angeboten habe und wir haben ihn dann auf Rat der Tierärztin bei Ihnen stationär aufnehmen lassen.
Sie haben ihm dann zwei Einläufe gemacht, wobei aber auch nichts grossartig rauskam. Bei ihnen hat er aber wieder sehr viel gefressen und auch viel getrunken (habe ich selbst gesehen beim Besuch)
Sie hat dann aber gemeint wir sollen ihn besser nochmals in die Tierklinik bringen (nach Absprache mit denen), weil zusätzlich noch sein linkes Hinterbein angeschwollen war und die dort mehr Erfahrung und auch bessere Möglichkeiten haben.
Nun ist Rocky seit Mittwoch wieder in der Klinik und hat immer noch keinen Kot abgesetzt. In der Klinik wurde nochmals ein Röntgenbild und Ultraschall gemacht.
Darauf war zu sehen das der Darm gefüllt ist und drum herum ist alles noch von der OP geschwollen (deswegen auch das dicke Bein, da es ein „Stau“ gab).
Sie haben ihm nochmals Einläufe gemacht und warten jetzt erst ab, da sie möglichst wenig manipulieren wollen wegen dem frisch operierten Becken.
Kurz vor dem Mittag ruft mich der Doktor nochmals an und informiert mich zum aktuellen Stand.
Hat einer von euch Erfahrung damit und kann mir eventuell Tipps geben oder aus Erfahrung sprechen? Ich mache mir soooo grosse Sorgen….
Vor allem hat die OP so gut funktioniert und er ist auch sonst munter und aufmerksam, da muss man doch etwas machen können.
Sorry für den langen Text.
Liebe Grüsse & vielen Dank
Nadine