Wie groß ist die Wohnung denn?
Das Thema Fiv und wie ist das später ist bestimmt nicht OT, da es ja Lani betrifft und es sicher auch andere interessieren könnte die ähnlich überlegen wie du.
Also es ist so, daß man es im Alltag erstmal gar nicht merkt. Man sollte nur im Hinterkopf haben, daß man bei Krankheitsanzeichen schneller zum Tierarzt geht als bei einer Mietz ohne Fiv, da halt die Selbstheilungskräfte nicht unbedingt die besten sind und somit Unterstützung brauchen. Cortison sollten Fivies nur in Ausnahmefällen kriegen, da es das Immunsystem runtersetzt und somit dem Fiv Vorschub gibt. Irgendwelche Immunsystemunterstützungen im Alltag ohne Krankheitsanzeichen sollte man ebenfalls sein lassen, da ein pushen des Immunsystems auch ein pushen des Virus bedeutet - solange die Mietz als fit ist muß man gar nichts beachten - und derzeit ist Lani topfit.
Meist geht es dann so ab 10 Jahre aufwärts los, daß das Immunsystem schwächer wird und die Mietz sich gegen normale Infektionen nicht mehr so gut wehren kann und deshalb einfach häufiger kränkelt - also sogenannte Sekundärinfektionen bekommt. Das sind oft Schnupfenschübe oder typisch sind auch Zahnfleischprobleme bis hin zu unschönen Tumorartigen Geschwülsten im Maul, manchmal auch immer wieder aufplatzende Pfotenballen - halt unschöne Sachen, die aber nicht lebensbedrohlich sind und mit entsprechender Behandlung immer wieder in den Griff zu kriegen sind. Oft kann man so mit recht einfachen Maßnahmen für das Tier noch viele Jahre rausschlagen. Irgendwann nehmen aber die Sekundärinfektionen so überhand, daß die Lebensqualität nicht mehr gegeben ist und dann muß man dem Tier den letzten Dienst erweisen. Als Beispiel führe ich gern meinen Streuner Linciko an, wegen dem meine Pflegestelle hier begonnen hat: Linciko war ein unzähmbarer Streuner, er war bereits über 10 Jahre alt, Fiv positiv und wäre an den Sekundärinfektionen beinahe zugrunde gegangen. Ich hab ihn eingefangen, er bekam die Maulwucherungen entfernt, sein aufgrund zu weit fortgeschrittenem Schnupfen erblindetes Auge konnten wir nicht mehr retten, aber durch AB die Ausbreitung auf das andere Auge verhindern. Er hat 3 Monate bei mir drin gesessen zum auskurieren und päppeln und danach durfte er wieder in seine Freiheit. Diese 3 Monatige Aktion hat ihm 4 Jahre Streunerleben geschenkt. Er war bei Wind und Wetter draußen, Winter mit - 20 Grad, kein Thema...
Nach 4 Jahren - im geschätzten Alter von 16-17 Jahren - flammten die Infektionen wieder so heftig auf, daß es keinen Weg mehr gab. Er konnte wegen der Maulwucherungen nicht mehr fressen, ich holte ihn rein und wir versuchten noch verschiedenes, aber es gab keine Chance mehr, schließlich erblindete er ganz und dann hab ich ihn gehen lassen. Aber zeigt mir den Streuner ohne Fiv, der so ein hohes Alter erreicht hat, das ist sehr selten. Er ist für mich das beste Beispiel, wie Widerstandsfähig Fivies trotzdem sind. Und Lani hat das ja auch eindrucksvoll belegt mit der Parvigeschichte - ihre Fiv-negative Zimmergefährtin Arcana wäre an der Parvo fast gestorben, während Lani fast unbeeindruckt davon das Ding einfach ausgesessen hat mit minimalen Anzeichen...
Aktuell hab ich einen ähnlichen Fall wie Linciko auch hier: Jonny ist ebenfalls Fiv positiv, geschätzte 9 Jahre alt (ich kenne ihn seit 7 Jahren) und bei ihm ist es jetzt die Pododermatites - also die aufplatzende Pfotenballen - die zum Problem wurden, weswegen er sein Streunerleben jetzt zwangsweise aufgeben mußte. Als ich ihn einfing war er im schlechtem Allgemeinzustand und die Pfotenballen waren nur noch blutige Klumpen. Er bekam AB und verschiedene Homöopathische Mittel und jetzt ist er wieder fit und in guter Allgemeinverfassung, die Pfoten platzen nur noch ganz selten und ganz wenig auf. Er wird jetzt noch ein paar gute Jahre haben können.
Das ist halt das worauf man sich einstellen muß. Keine Intensivmedizin oder großartig komplizierte Dinge, einfach nur vermehrte Infektionen in verschiedenen möglichen Varianten - unschön, aber behandelbar