Hallo,
da hast du dir ja richtig Mühe gemacht
Was mir auf die Schnelle aufgefallen ist an deiner Aufstellung:
- Grünlippmuschelpulver eignet sich nicht zur Taurinsupplementierung, weil es zuwenig Taurin enthält. Du müsstest das Pulver löffelweise ans Futter kippen, um sinnvolle Taurinmengen zu bekommen, das frisst dann wahrscheinlich keine Katze mehr, und teuer wird's auch.
- Putenherzen sind auch kein wirkliches Taurinsupplement (OK, da erzählen die Prey-Barfer dir jetzt was anderes

)
- Wenn du Taurinpulver ins Futter mischst, dann musst du's nicht vorher auflösen. Das ätzt auch nicht wirklich stark, es bizzelt nur ein wenig an den Mundschleimhäuten, probier's einfach mal selber.
- Milz als Eisensupplement: Da kenn ich ausreichend hohe Werte nur von Lammmilz, aber vielleicht gibt's auch andere Werte, die ich nicht kenne.
- Vitamin D kannst du auch mit Hering supplementieren, der ist ähnlich vitamin-D-haltig wie Lachs (nach den alten Werten jedenfalls) - darf allerdings wegen des Thiaminasegehalts nicht ins Futter gemischt werden, sondern sollte einmal pro Woche als Snack zwischen den Mahlzeiten gefüttert werden. Ich mach das manchmal als Abwechslung zwischen den anderen Vitamin-D-Supplementen, meine Miezen fahren total drauf ab.
- "Vitamin B" gibt es nicht, sondern ne ganze Gruppe von B-Vitaminen, die alle wasserlöslich sind und alle über Bierhefe oder Vit-B-Komplex supplementiert werden. Mir wär nicht bekannt, dass irgendwelche Innereien besonders viele B-Vitamine enthalten, aber vielleicht bin ich da auch unterinformiert.
- Calcium: Wenn du reine Calciumsupplemente und Ca/P-Supplemente auseinanderhalten willst (was ich der Übersichtlichkeit halber tun würde), dann nimm die Knochen aus der Liste der Calciumsupplemente, denn die enthalten ja auch Phosphor. (Nur aus Prinzipienreiterei: Die chemische Abkürzung für Phosphor ist P, nicht Ph.)
- Seefische (oder auch Jodsalz) zur Jodsupplementierung würd ich nicht verwenden, weil man kaum weiß, wieviel Jod da drin ist, und es beim Jod auf kleine Mengen ankommen kann.
- Das Kalium-Natrium-Verhältnis schreibt man normalerweise umgekehrt, also K/Na = 2,1:1. (Wichtig, damit man relative Bezeichnungen - "höheres / niedrigeres Verhältnis" - richtig zuordnet.)
Dieser Wert kommt (angeblich?) von Beutetierwerten und ist etwas umstritten. In der traditionellen Literatur wird ein ideales K/Na-Verhältnis von 1,2:1 angegeben. Wenn man nach dem supplementiert, hat man deutlich mehr Salz (<- Natrium) im Futter. Deshalb sagt man, dass der dubarfst-Kalkulator - der in den Werkseinstellungen die 2,1:1 hat - von Haus aus sehr salzarm rechnet. Für nierenkranke Katzen ist das ganz gut, bei gesunden Katzen sollte man m.E. die Verhältnisse abwechseln, das kann man im Kalki ja verstellen. Das dubarfst-Grundrezept orientiert sich beim Salzgehalt auch eher an den 1,2:1, ist also "salzig".
- Vitamin E: Weizenkeimöl wird hier kaum noch verwendet - es ist pflanzlich und schon deshalb 2. Wahl, außerdem relativ teuer und wird schlecht akzeptiert.
- Für die Ballaststoffe gibt's noch ein paar Möglichkeiten mehr, ich hab jetzt z.B. passierte Tomaten aus dem Tetrapak verwendet (sollten ohne Salz, Zitronensäure oder sonstige Zusätze sein). Pastinaken hab ich hier auch schon gelesen. Verdauungs- oder geschmacksempfindliche Katzen können gut eingeweichte(!) Flohsamenschalen bekommen, die schmecken nach fast nix und wirken verdauungsregulierend. Bei Kokosflocken bin ich mir nicht sicher, ob die nicht arg stopfen, oder sollte man die auch einweichen?