Leb wohl, kleine Freundin der Nacht
Am 25 Dezember 1997 bist Du seinen Menschen zu gelaufen, Du lagst auf einem Tisch auf der Terrasse und warst am schlafen. Als deine Menschin dich fand hast Du geschnurrt wie ein Motor. Da konnte sie Dich nicht verjagen. Du hast Futter (kein Katzenfutter) bekommen und dieses mit Genuss gegessen. Jeder der kam durfte dich streicheln, Auch bist Du mit ins Haus gegangen. Da deine Menschen kein Katzenfutter hatten, sind sie zu einem Nachbarn und haben sich dort welches geliehen damit Du über Weihnachten was zu futtern hast.
Du wurdest als Fundkatze angemeldet, doch keiner wollte dich haben. Darum durftest Du dort bleiben bei deinen Menschen. Du wurdest zum Tierarzt gebracht und genau untersucht. Auch kastriert wurdest Du von ihm. Als deine Menschen ein Gartenhäuschen bauten, wolltest Du nicht mehr im Haus bleiben. Du zogst in dieses Gartenhäuschen ein. Dort warst Du in Deinem Reich und warst glücklich.
Du hast danach nur noch auf der Terrasse dein Futter zu dir genommen, nur wenn es kalt war, bist Du ins Haus um dort zu futtern. Danach bist Du wieder in dein Gartenhaus. Deine Menschen haben dieses Gartenhaus isoliert, damit es wärmer darin wurde. Wenn es sehr kalt war, wurde eine Heizung in das Gartenhaus gestellt, denn ins Wohnhaus wolltest Du nicht.
Man hat dir etliche Namen gegeben, doch anscheinend wolltest Du keinen haben. Denn nur wenn Du „Katze“ gerufen wurdest, kamst Du sofort angelaufen. Also blieb es dabei. Warst Du krank, gingen deine Menschen mit dir zum Arzt. Anschließend bliebst Du immer für ein paar Tage im Wohnhaus, bis Du wieder raus wolltest. Deine Menschen haben dich immer dann wieder raus gelassen.
Streicheleinheiten bekamst Du immer. Du hast fast jeden Tag auf der Terrasse gelegen und dich von den Menschen verwöhnen lassen. Nie wurde gesagt es ist keine Zeit. Auch kamen die Menschen sehr oft zur dir in deine Gartenhütte um dich zu streicheln.
Eigentlich war die Gartenhütte gedacht um dort Geräte zu lagern. Nachdem Du aber dort eingezogen warst, ist es dein reich geworden. Keine Geräte, sondern nur das was Du wolltest. Kratzbaum, eine Unmenge an gepolsterten Liegeflächen bauten deine Menschen für Dich in die Hütte und Du danktest es ihnen mit deiner Liebe.
Dich lernte ich im November 2011 kennen. Ich lieferte die Zeitung bei deinen Menschen aus. Du kamst sofort als ich zu dir sagte: „Hallo kleine Katze! Wartest Du auf mich?“ Natürlich durfte ich dich streicheln und von da an sahen wir uns mindestens einmal in der Woche. Immer kamst Du um gestreichelt zu werden. Oder waren es die Leckerli die Du von mir bekommen hast? Das glaube ich aber nicht, denn Du bist auch gekommen wenn es kein Leckerli gab. Denn ich war dein großer Freund und Du meine kleine Freundin.
Sehr oft habe ich gedacht, dass Du die Schwester von Tiger sein könntest. Denn Du hast genau so ausgesehen wie sie. Alles stimmte. Aber dann dachte ich wieder daran, dass Tiger, als sie damals entführt wurde, ganz woanders gefunden wurde. Außerdem bist Du viel eher bei deinen Menschen aufgetaucht. Also konntest Du es nicht sein. Trotzdem kam mir öfters der Gedanke.
Am 1 Mai 2014 hat dich deine Menschin gerufen: „Katze, komm Futter!“ Du bist sofort zu ihr gelaufen und hast gefuttert und deine Milch getrunken. Dann bist Du zu deinem Korb auf der Terrasse, hast dich dort geputzt und dich anschließend hingelegt zum schlafen Dabei hast Du dich wie immer zusammengerollt. Als deine Menschin 10 Minuten später zu dir kam um dich zu streicheln, warst Du schon über die Regenbogenbrücke gegangen.
Deine Gartenhütte steht heute nicht mehr. Die Erinnerungen die sie an dich geweckt hat, waren zu stark. Heute ist dort ein Blumenbeet in dem Du auch deine letzte Ruhestätte gefunden hast. Auch ist dort ein kleiner Gedenkstein für Dich.
Meine kleine Freundin der Nacht!
Auch bei mir im Garten hängt seit heute eine kleine Tafel mit deinem Namen und ein Licht leuchtet auch für dich. Auch habe ich dich tief in meinem herzen eingeschlossen. Irgendwann sehen wir uns wieder!
Leb wohl, kleine Freundin der Nacht
Was ich oben beschrieben habe, konnte ich am Samstag erfahren. Ich hatte vergessen eine Monatszeitschrift an der Adresse ab zu liefern und bin deshalb noch einmal dort hin. Dort traf ich dann die Frau und nach einem kurzen allgemeinen Gespräch fragte ich nach der Katze. Dann erfuhr ich all das was ich oben geschrieben habe.