Ich bin ja echt schockiert wie schlecht die USA doch verkehrstechnisch erschlossen sind. Mit dem Auto findest du überall noch eine geöffnete Tankstelle, aber verlässt man das Auto ist man verlassen.
Ich habe mal interessehalber über dieses Problem nachgedacht und recherchiert und komme zu dem Schluß, dass Ostfriesland eine bessere Verkehrsinfrastruktur bietet.
Maine ist ja nicht so besonders groß und besonders bevölkerungsreich, was wir ja alle dank Stephen King ohnehin schon wussten. Ich fand Flughäfen in Bangor und Portland, doch von dort aus kommt man irgendwie immer nur so in die Gegenden von New York, Boston, und Chicago. Noch war ich voll motiviert, immerhin ist ja die kanadische Grenze auch nicht weit, und die Flughäfen von Quebec und Halifax sind ja durchaus in erreichbarer Nähe. Doch von dort aus kommt man zwar in die entlegensten Winkel von Kanada, doch nicht irgendwie ansatzweise in die Nähe von Reno. Interessanterweise gibt es von Halifax aus viele Verbindungen nach Ft. Lauderdale in Florida, was für mich ein Beleg für den Sonnenhunger des Durchschnittskanadiers ist.
Gut, Flugzeug fällt aus wegen is nich, aber es gibt ja noch mein erklärtes Lieblingsfahrzeug: Den Bus. Ist ja fast wie fliegen, nur ohne Stewardeß und Wolken. Also schaute ich mal bei Greyhound Lines, die ja angeblich jedes noch so entfernte hinterletzte Kaff in Alabama und South Dakota mit der Zivilisation verbinden. Und siehe da, ich wurde fündig:
Für $199 kann man von Bangor aus mit dem Bus, mit nur 4-mal umsteigen nach Reno in Nevada reisen. Dauert auch "nur" 3 Tage, 11 Stunden, und 40 Minuten. Also nur unwesentlich länger, als mit der Deutschen Bahn von Waldshut-Tiengen nach Greifswald.
Außerdem bekommt man ja ordentlich was zu sehen auf der Reise, 5 Stunden Aufenthalt in Boston um 05:00 Uhr morgens haben doch was, da sind dann die 5 Stunden im nachmittäglichen New York schon fast langweilig dagegen.
Aber ab New York wird es dann einfacher, zumindest ein bisschen: Mit der Linie 1675 geht es dann von New York nach Denver, mit 20 tollen Stops in Orten wie Camden (NJ), Pittsburgh (PA), Indianapolis (IN), Booneville (MO), Topeka (KS), Salina (KS), und Hays (KS). - der Weg ist das Ziel, besonders für 199 Dollar.
In Denver geht es dann nach einer Stunde Aufenthalt direkt weiter, und zwar nach Salt Lake City in Utah. Auf der Strecke hält der Bus zwar nicht mehr an jeder Milchkanne, dafür aber in Orten wie Cheyenne (WY), Laramie (WY), Rock Springs (WY), und Evanston (WY). Ich kann die Indianer und Cowboys förmlich am Straßenrand sehen.
Weiter geht es dann, nach einer Stunde im Mormonenparadies direkt nach Reno - naja fast direkt. Unterwegs auf dieser letzten Etappe über knapp 9 Stunden erlebt man an den Haltestellen in Elko (NV), Battle Mountain (NV) Winnemucca (NV) und Lovelock (NV) (Wenn es hier kein Bordell gibt, dann weiß ich auch nicht), die Ursprünglichkeit von Nevada abseits von Las Vegas.