Zuerst mal die Vorgeschichte.
Unser Kater Charly (Fuchur) kam im Alter von nur 6 Wochen zu uns. Zu diesem Zeitpunkt war er aber schon eine Woche bei einer jungen Frau, die sich nach nur einer Woche nicht mehr in der Lage fühlte, ein so kleines Kätzchen zu behalten. Sie wollte ihn in ein Tierheim bringen. Gott sei dank haben wir das mitbekommen und ihn zu uns genommen. Schon zu diesem Zeitpunkt merkten wir, dass er sehr grob mit uns spielte. Wir haben Bücher gelesen und alles getan um die nicht stattgefunden Sozialisierung zu übernehmen. Da wir bemerkten, das unser Katerchen sich einsam fühlte wenn wir arbeiten waren, haben wir ihm eine junge Dame aus dem Tierheim zur Seite gestellt. Anfangs sah es ganz gut aus, sie waren zwar nicht die besten Freunde, haben sich aber respektiert und später sogar miteinander gespielt. Beim Spielen ist uns dann aufgefallen, dass unsere Dame häufig gegen Wände prallte. Also gingen wir mit ihr zu einem Tierarzt. Er schickte uns direkt in eine Spezialklinik weil er befürchtete, dass die junge Dame nicht gut sieht. In der Klinik eröffnete man uns dann, dass Curly (so heißt unser Mädchen) blind ist. Da sie aber sonst keine Probleme hatte, dachten wir es wäre okay. Leider sah das unser Kater anders, er spielte auf einmal nicht mehr mit ihr und nun war SIE allein. Wir sind dann mit beiden Katzen aufs Land gezogen und haben unserem Kater Freigang ermöglicht und für unsere Blinde Maus einen gesicherten Auslauf gebaut. Zuerst schien sich die Situation zu entspannen, sie tobten nun durch den Auslauf und alles schien gut zu sein. Im Sommer dann mussten wir zwei Wochen als Betreuer von zu Hause weg. Da unsere Katzen liebend gern Auto fahren und unsere Ferienwohnung in Bayern liebten, beschlossen wir unseren Kater in die Ferienwohnung zu bringen. Dort wohnt Familie die sich um ihn kümmerten. Curly haben wir in die Betreuerwohnung mitgenommen. Wir hatten die ganzen zwei Wochen täglich Kontakt zur Familie und es schien alles okay zu sein. Am vorletzten Tag muss sich wohl ein Kater aus der Nachbarschaft, der früher in unserer Ferienwohnung mit seinem Frauchen gelebt hatte, ins Haus geschlichen haben. Er muss unseren Kater sehr attackiert haben. Er legte sich sogar in seinen Kratzbaum und vertrieb unseren Kater. Als wir wieder nach Hause kamen, war unser Kater ausgerissen und versteckte sich im Park neben dem Haus. Als wir ihn riefen kam er sofort angelaufen. Er sah komisch aus, hatte das Mäulchen leicht offen und hat sich mehrmals übergeben. Ein Besuch beim Tierarzt hatte aber nichts ergeben. Wir sind dann sofort mit ihm in unsere Hauptwohnung gefahren. Hier veränderte sich sein Verhalten grundlegend. Er faucht unsere blinde Katze nur noch an und verhaut sie nach strich und faden. Auch uns gegenüber hat sich sein Verhalten geändert. Er kommt zwar zum Essen und meist auch zum Schlafen in die Wohnung, aber sonst ist er fast ausschließlich draußen. Wenn er fressen kommt, gibt er zuerst Köpfchen aber das ist dann auch schon alles. Wenn wir ihn dann streicheln wollen knurrt und faucht er uns an und schnappt sogar nach uns. Er würde uns nie verletzen, er hat immer die Krallen drin und wenn er nach uns schnappt, beißt er auch nicht richtig zu. Man hat manchmal den Eindruck als ob er gern gestreichelt werden würde, aber schon nach ein zwei Streicheleinheiten fängt er wie wild an mit dem Schwanz zu schlagen und droht uns. Ich habe das jemandem erzählt, der im Katzenschutz arbeitet, weil ich mir Hilfe erhofft hatte, aber der einzige Rat war: Geben sie den Kater weg. Das kann es aber nicht sein, wir lieben unseren Kater und würden alles dafür tun, dass es ihm wieder gut geht. Charly (jetzt Fuchur weil er immer faucht *grins*) ist inzwischen zwei Jahre alt.