Eigentlich dachte ich, ich kenne mich aus mit Tieren, wir hatten immer Hunde, Katzen und jede Menge andere Arten.
Urmel, jetzt bald 3 Monate alt, macht mir aber zu schaffen, er mag, wenn es hochkommt, mal am Köpfchen gekrault werden oder an Hals und Kinn, vielleicht aber auch mal ein paar mal über den Rücken streifen, mehr aber nicht, er beißt um sich und kratzt, wenn man ihn mal hoch nehmen möchte oder auf den Schoß zum Kraulen.
Folgende Vorgeschichte:
Wir haben seit einem Jahr unseren mittlerweile 1,5-jährigen kastrierten Kater Max, ein ganz lieber sanfter Kerl, total verschmust, wir können alles mit ihm machen, bürsten, Krallenpflege, "verarzten" etc..
Wir wollten schon lange einen Spielpartner für ihn, und da kam Urmel ins Spiel. Urmel war ein Notfall.
Meine Schwester ist Tierärztin. Sie berichtete von einem Patientenbesitzer, der da war mit einem Kitten: am Abend vorher hatte der Kleine wohl einen Unfall, der so heftig war, dass er bewusstlos war, die Leute dachten sich wohl nicht so viel dabei und warteten mit dem Tierarztbsuch bis zum nächsten Tag, der Kleine war immer noch bewusstlos, als er dort ankam, war er mehr tot als lebendig, Körpertemperatur war zunächst nicht messbar, da zu kalt!!!
Er kam an den Tropf und es kam tatsächlich langsam wieder Leben in ihn! Nach einigen Tagen fraß er selbständig und kam auf die Beine, unglaubliches Kämpferchen, der Kleine ;-)
Schließlich konnte meine Schwester den Leuten den Kleinen ausreden, sie war so sauer auf die Leute, dass sie sich nicht gekümmert hatten :evil: Mit den Worten: "Wenn Sie den Kleinen da lassen, müssen Sie nichts zahlen" blieb der Kleine in der Praxis - wie schnell man ein Problem los werden kann...
Die Praxis war natürlich kein richtiges zu Hause, ich hörte von der Geschichte und, wie man erahnen kann, konnte ich nicht anders, Urmel zog ein! :mrgreen:
Urmel hatte aber auch so seine Probleme, nämlich ganz heftige Verstopfung, so schlimm, dass er zwischendurch stark abgebaut hatte, er musste mit Fieber und Flüssigkeitsmangel wieder an den Tropf. Das große Geschäft war einige Tage wirklich nur mit Einlauf, Paraffin, Thunfischöl etc. möglich, jedesmal eine Tortur für den Kleinen, was er uns auch spüren ließ, es ging nur mit starken Lederhandschuhen, er hat gebissen, gekratzt und geschrien, ich hätt' echt heulen können, er tat mir so Leid :-( Aber ich dachte, er hat nicht umsonst so gekämpft und wir haben uns weiter gekümmert. Es wurde langsam besser, seit ungefähr einer Woche macht er sein Geschäft allein und er wird mit jedem Tag munterer, spielt mit unserem "Alten", der ganz vorsichtig mit ihm ist.
Leider mag Urmel nicht hoch genommen werden, will nicht gekrault werden, wenn, dann nur, wie oben beschrieben, fein dosiert am Köpfchen oder den Rücken entlang.
Morgens begrüßt er mich freundlich und wartet aufs Frühstück, aber wie gesagt, will man mehr, kratzt und beißt er.
Ich denke, er hat einfach zu schlechte Erfahrungen in einem wichtigen Alter gemacht, es wird sicher ein großes Mißtrauen in ihm stecken.:-(
Meine Frage an die Erfahrenen: wird sich das vielleicht einmal wieder wenden?
Mir graut es vor allem davor, wenn er mal hochgenommen werden MUSS (krank, Tierarzt, sonstige Maßnahmen) Ich bin da echt überfragt, so etwas kenne ich nicht, ich kenne verschmuste Kätzchen, aber so einen Beißer habe ich noch nie erlebt. Und ich verwechsle es auch nicht mit Spiel. Wie kann ich ihn überzeugen, dass wir nichts Böses wollen?