Hallo!
Nach langer Zeit haben wir ein Kätzchen zur Pflege. Ich hole kurz etwas aus zum Verständnis:
Wir wohnen mit mehreren Nachbarn in einer Spielstraße mit Park am Ende, dort steht unser Doppelhaus. Leute, die hier vor fünf Jahren weggezogen sind, haben ein Katzenpärchen zurückgelassen, Freigänger, die seither hier überall wohnen, mal den einen dann den andern besuchen, von allen gefüttert werden, kastriert sind sie, zum Impfen gebracht werden usw. Es sind also quasi Halbwildlinge, die schon hier waren, als wir eingezogen sind.
Nun hat unsere Nachbarin den Kater vor etwa drei Wochen halbtot auf einem Beet liegend gefunden, natürlich gleich zum Tierarzt, der Kater war total verschnupft, Kopf voller Eiter und konnte nicht mehr stehen, nicht selbst sein Geschäft verrichten. Wir haben ihn gemeinsam aufgepäppelt, erst in ihrem, dann in unserem Bad, letzte Woche kam er sogar wieder angeschmust, hat wenig, aber selbstständig gefressen, und durch die Gabe von Euphorbium ist der Schnupfen und Ausfluss nun gänzlich weg.
Seit vier Tagen aber frisst er nicht mehr von alleine. Zuerst dachten wir, es liegt an der verstopften Nase, die aber ja jetzt frei ist. Noch als das Näschen zu war, habe ich begonnen, ihm Katzenfutter als Brei in einer Spritze zu füttern, das nimmt er auch und schluckt es. Von alleine trinkt er nur Wasser und Katzenmilch. Gestern ging er noch ein paar Schritte, selbtsständig aufs Klo und hat auch selbstständig getrunken. Das Putzen hat er aber nach und nach eingestellt, auch das Anschmusen.
Gestern war ich zur Kontrolle bei der TÄ ( vorher war immer meine Nachbarin da), und die sagte, er habe einen Tumor im Bauch, der noch größer als das letzte Mal geworden wäre, und wir sollten ihn heute oder morgen einschläfern lassen, weil er sich nicht mehr berappeln würde. Sie hat ihn allerdings nur abgetastet, keinen US gemacht. Uns kam das spanisch vor. Mir vor allem, weil sie eineinhalb Wochen an dem Schnupfen rumgedoktert hatte ohne Erfolg, und wir ihn dann mit Euphorbium selbst in zwei Tagen im Griff hatten.
Sie gab ihm eine Cortison- und eine Aufbauspritze.
Anyway. Heute Morgen fand ich ihn genau auf der Stelle, auf der er gestern Abend schon lag - auf dem Bauch, Vorder- und Hinterbeine angewinkelt, Köpfchen kurz über dem Boden. Unter ihm war nass, er hat es also nicht zur Toi, die direkt bei ihm stand, geschafft. Insgesamt ist er sehr wackelig und zittrig und teilnahmslos. Die ganze Zeit liegt er unter unserer Toilette (habe das ganze Bad mit Handtüchern und Decken ausgelegt), mit dem Kopf zur Wand. Er hat allerdings schon zwei Mahlzeiten Brei aus der Spritze geschluckt und auch ein wenig Katzenmilch und Wasser getrunken. Zusätlich gebe ich ihm Echinacea. Auf der Toi groß war er seit drei, vier Tagen nicht mehr. Deswegen denken wir eventuell auch an eine Verstopfung, Darmverschluss müsste sich doch akuter äußern, und wollen morgen mal eine zweite Meinung einholen. Der Kater ist übrigens schätzungsweise 10-12, vorne oben hat er keine Zähnchen mehr.
Kraulen genießt er weiterhin, erzählt auch dabei mit mir.
Was meint Ihr, was ist Euer Gefühl? Weiterkämpfen oder gehen lassen? Wann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem eine Katze einfach nicht mehr möchte?