Jetzt ist es genau eine Woche her, dass ich meinen Berti gefunden und begraben habe. Der Schmerz ist noch da, aber dumpfer geworden. Ich hatte mehrere Todesfälle im engsten Familienkreis, meine Mutter ist durch Selbstmord mit 55 Jahren gestorben, mein Vater kurz später. Ich dachte, ich hätte keine Tränen mehr, schon gar nicht für ein kleines Lebewesen, was nur ein kleines Tier war, das ich erst 4Monate zuvor aus dem Tierheim abgeholt hatte. Aber ich glaube, man weint nicht nur um das Tier, sondern um alles, was in diesem Leben Verlust und Leid war. Ich selber war, bin (wer weiss das schon genau), krebskrank. Mein Mann hat zugestimmt, widerwillig, das Katzenpärchen zu uns zu nehmen, mir zuliebe.Wollte eigentlich, Verlustangst, nicht, nachdem wir vor vielen Jahren unsere sehr geliebte Mietze 8 jährig im Kippfenster des Nachbarn tödlich verletzt gefunden hatten.
Hätte ich doch nicht so vehement drauf bestanden! Er ist jetzt auch so bekümmert.
Da die beiden so süss und putzig waren, wären sie bestimmt kurz später von anderen abgeholt worden, bei denen das nicht passiert wäre. Als sie neu bei uns waren, hab ich mir so viele Gedanken gemacht. Vier Wochen erst nur drin gehalten, Klodeckel immer zu, Fenster selbstredend auch, Herdplatten gleich Topf mit Wasser drauf, in der Küche aufgepasst, bis sie kalt waren. Eine Art Voliere vorm Fenster (Parterre) gebaut, damit sie sich langsam an Draussen gewöhnen. Danach Freigang, sie gingen gern raus, aber nur max 2Stunden, waren nachts immer bei uns im Bett. Und dann kam Berti die ganze Nacht nicht wieder, was noch nie vorher vorgekommen war. Um 7 Uhr morgens hingen schon die ersten Suchzettel. Ok, das wars, vor 10 Tagen hat er das letzte Mal auf meinem Schoss geschnurrt. Ich wüsste wirklich gerne, was genau passiert ist in den 5 Tagen, bis ich ihn fand. Es ist ein ertaunlich grosses Leid, für nur ein Tier. Mehrere meiner Freundinnen sind in letzter Zeit an "unserer" Krebserkrankung gestorben. Ich denke, der Kater ist die Potenzierung allen Kummers der letzten Jahre.
übrigens glaube ich null und überhaupt nicht an die ganze Geschichte der Regenbogenbrücke, weder für Mensch noch für Tier. Wäre bestimmt einfacher, sich darauf einzulassen. Erstmal lg einsiedler